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Das Krokodil schnappte zu und zog die Frau ins Wasser.

Unglück in Australien

Verhängnisvolles Nacht-Bad: Krokodil tötet Frau

Thornton Beach - Beim nächtlichen Bad ist eine Australierin offenbar einem Krokodil zum Opfer gefallen. Ihre Freundin versuchte noch, sie zu retten. Von der Vermissten fehlt jede Spur.

Die Frau war mit einer Freundin am Strand von Thornton Beach im nördlichen Bundesstaat Queensland spazieren, als die beiden die fatale Entscheidung trafen, noch ins Wasser zu gehen. Auf einmal wurde eine der beiden von dem Reptil gepackt - Zeugen zufolge rief sie: "Ein Krokodil hat mich gepackt, ein Krokodil hat mich."

Nach Polizeiangaben vom Montag ereignete sich der tragische Vorfall am Sonntagabend gegen 22.30 Uhr. Laut Polizeisprecher Russell Parker waren die beiden australischen Touristinnen in gerade einmal hüfthohem Wasser, als das Krokodil zupackte. Die andere Frau habe mit aller Kraft versucht, ihre Freundin an Land zu ziehen, berichtete der Sprecher. "Aber leider ist es ihr nicht gelungen und die Frau verschwand", sagte Parker dem Sender ABC.

Keine Spur der Vermissten

Die Freundin alarmierte Polizei und Rettungskräfte, doch auch ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera fand keine Spur der Vermissten. Auch am Montag blieben alle Bemühungen zunächst erfolglos. Die Freundin der Vermissten stand laut Polizei unter Schock, sie sei "sehr, sehr erschüttert". Äußerlich sei sie mit ein paar Kratzern davongekommen.

Nach Angaben der "Brisbane Courier-Mail" badeten die beiden Frauen unweit einer Bucht, in der Krokodil-Touren für Touristen angeboten werden. Überall in der Umgebung seien deutliche Warnschilder aufgestellt. Es war auch nicht der erste Angriff in der Region: Ein riesiges, als Big Jim bekanntes Krokodil hatte sich 1985 eine Postbotin geschnappt, als diese etwa eine Stunde von Thornton Beach entfernt ebenfalls abends schwimmen war.

"Vermeidbare Tragödie"

Ein Lokalpolitiker machte den Leichtsinn der Frauen für das Unglück verantwortlich. "Gegen menschliche Dummheit kann man keine Gesetze erlassen", zitierte die Zeitung "Brisbane Times" Warren Entsch. In der Region stünden überall Warnschilder. Der Nationalpark macht Reklame für Touren im Auto, bei denen "jede Menge Krokodile" beobachtet werden könnten. "Das ist eine Tragödie, aber sie war vermeidbar. Wer um zehn Uhr abends schwimmen geht, der wird gefressen", wurde Entsch weiter zitiert.

In den vergangenen Wochen haben mehrere Krokodilattacken in Australien Schlagzeilen gemacht. Ein Mann entkam, weil er stundenlang mit Zündkerzen auf angreifende Tiere einschlug, ehe Hilfe kam. Ein anderer Mann konnte sich befreien, nachdem ein Krokodil ihn beim Schlafen an einem Fluss angegriffen hatte.

Im tropischen Norden Australiens sind Krokodile keine Seltenheit. Die Zahl der Tiere hat deutlich zugenommen, seit 1971 Schutzgesetze für sie erlassen wurden. Inzwischen leben Schätzungen zufolge rund 100.000 wilde Krokodile im Norden Australiens, jedes Jahr töten sie im Durchschnitt zwei Menschen.

AFP

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