Larven der Mückenart Aedes Aegypti unter dem Mikroskop. Foto: Jeffrey Arguedas
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Larven der Mückenart Aedes Aegypti unter dem Mikroskop.

Virologe: Gefahr durch das Zika-Virus in Deutschland gering

Bonn - Noch ist noch nicht bewiesen, dass die Asiatische Tigermücke das Zika-Virus in Deutschland überträgt. Das müssen die Versuche erst zeigen. Aber diese Mückenart gibt es hier nicht so häufig.

Der Virologe Christian Drosten hält die Übertragungs-Gefahr des Zika-Virus durch die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) in Deutschland für „verschwindend gering“. Es gebe nur ein geringes Vorkommen dieser Mücke in Deutschland. Außerdem fehle der fundierte Nachweis, dass die Mücke das Virus übertragen kann. Es sei bekannt, dass die Tigermücke andere eingeschleppte Viren übertragen könne. Aber bisher sei es noch nie dazu gekommen, sagte der Virologe an der Universität Bonn am Mittwoch.

„In Südeuropa halte ich die Gefahr für größer, aber auch nicht für groß“, sagte Professor Drosten. In den gemäßigten Breiten gebe es kein Zika-Virus. Selbst wenn sich das Virus für kurze Zeit und begrenzt in Südeuropa verbreiten sollte, sei es unwahrscheinlich, dass es sich dort richtig ansiedele und auch im nächsten Jahr wieder auftauche. Dann hätte man auch schon andere Viren dort beobachten müssen, zum Beispiel das Dengue-Virus. „Da ist es nur zu kleinen, lokal begrenzten Übertragungen gekommen. Aber das ist dann nicht über den Winter weitergegangen“, sagte der Wissenschaftler.

Bisher sei auch überhaupt nicht nachgewiesen, dass die Asiatische Tigermücke das Zika-Virus übertragen kann. In einem Laborversuch sehe es zwar so aus, als könne die Tigermücke (Aedes albopictus) infiziert werden. Die Datenlage dieses Versuchs reicht aus seiner Sicht aber nicht für eine eindeutige Aussage.

In den nächsten Wochen und Monaten würden zu dieser Frage Experimente in verschiedenen Laboren gemacht. „Es wird darum gehen, ob europäische Moskitos unter realistischen Bedingungen infiziert werden können und das Virus dann weitergeben“, sagte Drosten.

Ein anderer Weg seien Feldbeobachtungen an den Grenzen zu Gebieten, in denen das Zika-Virus von der Gelbfiebermücke (Aedes aegypti) übertragen wird. Falls es eine scharfe Verbreitungsgrenze gebe, dann müsse man untersuchen, warum das Virus die eine Mücke befallen könne, aber nicht die andere, sagte Drosten.

Bundesregierung reagiert gelassen

Die Bundesregierung reagiert gelassen auf den Fall einer Zika-Infektion durch ungeschützten Sex. Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums sagte am Mittwoch in Berlin, schon zuvor habe es Fälle der sexuellen Übertragung gegeben. In entsprechenden Studien hatten die Forscher starke Hinweise darauf und von höchstwahrscheinlichen Fällen gesprochen. Die Gesundheitsbehörde in Dallas (Texas) hatte am Vortag gemeldet, dass sich ein Patient beim Geschlechtsverkehr angesteckt habe. In Deutschland wurde unterdessen eine weitere Zika-Infektion bekannt. Vertreter der zuständigen Ministerien wollten sich deshalb am Mittwochnachmittag im Auswärtigen Amt zu einer „Vorsorgesitzung“ treffen.

dpa

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