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Noch immer müssen Anwohner wegen einem schweren Waldbrand aus der spanischen Stadt Jávea evakuiert werden.  

"Es ist eine richtige Katastrophe"

Waldbrand bei Alicante: 330 Menschen in Sicherheit gebracht

Jávea - Am Sonntagnachmittag ist in der spanischen Kleinstadt Jávea ein schwerer Waldbrand ausgebrochen. Noch immer müssen Anwohner vor den drohenden Flammen in Sicherheit gebracht werden.

An der spanischen Costa Blanca frisst sich seit Sonntag eine großes Feuer durch ein ausgetrocknetes Waldgebiet und bedroht ganze Wohnviertel. Der Brand sei zunächst in dem Ort Benitatxell ausgebrochen und habe sich später in Richtung Jávea (valencianisch: Xàbia) ausgedehnt, berichtete die Zeitung „El País“ am Montag. „Mehrere Autos und Häuser sind schon abgebrannt“, sagte ein Deutscher der Nachrichtenagentur dpa, der seit 20 Jahren in dem Gebiet lebt. „Die Situation ist im Vergleich zu gestern noch schlimmer geworden.“

Darüber, wie viele Menschen in der Nacht in Sicherheit gebracht werden mussten, gab es unterschiedliche Angaben. Spanische Zeitungen sprachen untere Berufung auf Behördenangaben von 330 Anwohnern und Urlaubern, das Fernsehen und Augenzeugen berichteten von 1000 Menschen. Auch ein Campingplatz musste evakuiert werden. Die Betroffenen wurden teilweise in Schulen untergebracht. Das Rote Kreuz sei im Einsatz und habe Not-Betten unter anderem aus Alicante und Benidorm angefordert, hieß es.

"Es hört nicht auf zu brennen"

„Es ist ganz furchtbar, eine richtige Katastrophe“, erzählte die Ehefrau des Deutschen am Telefon. „Es hört nicht auf zu brennen, alles ist abgesperrt und wir blicken auf einer riesige Feuerwand.“

Die Flammen griffen auch auf das naheliegende Naturschutzgebiet „Parque forestal de la Granadella“ über, laut der Zeitung „Marina Plaza“ einer der „größten Naturschätze der ganzen Region“. 370 Feuerwehrmänner kämpften allein auf dem Boden gegen die Flammen, so „El País“. Auch die Zivilgarde und das Militär waren im Einsatz. Der deutsche Augenzeuge berichtete zudem von mindestens fünf bis sechs Löschflugzeugen und vier Hubschraubern, die unermüdlich versuchten, die Flammen zu löschen. „Aber es ist sehr heiß und es kommt immer wieder Wind auf, der das Feuer anfacht“, so der 63-Jährige. Sollte er drehen, wäre auch sein eigenes Haus in Gefahr.

Schwerer Waldbrand: War ein Brandstifter am Werk?

„Marina Plaza“ berichtete weiter, der Brand sei von einem Brandstifter entfacht worden. Er soll der Polizei zufolge womöglich an mehreren Stellen Feuer gelegt haben. Weil an der Costa Blanca derzeit für September extrem hohe Temperaturen von bis zu 40 Grad herrschten und die Vegetation extrem trocken sei, seien die Flammen schnell außer Kontrolle geraten.

Jávea ist ein auch bei Urlaubern beliebtes Hafenstädtchen mit etwa 30 000 Einwohnern im Norden der Costa Blanca. Der Ort gehört zur Provinz Alicante. Besonders der Strand Playa del Arenal zieht Touristen an. Hier war am Sonntagabend ebenfalls kurzzeitig ein Feuer ausgebrochen, das aber schnell gelöscht werden konnte.

dpa

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