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Ein orthodoxes Mädchen feiert das Osterfest in der ukrainischen Hauptstadt Kiew.

Die Hintergründe

Wann feiern orthodoxe Christen 2016 Ostern?

Orthodoxe Christen feiern meist etliche Tage nach den Westkirchen (Katholiken und Protestanten) Ostern. An diesem Tag feiern die Orthodoxen 2016 Ostern.

Wann feiern orthodoxe Christen 2016 Ostern?

Der orthodoxe Ostersonntag fällt in diesem Jahr auf Sonntag, den 1. Mai 2016.

So sieht es in den kommenden Jahren aus:

Jahr

Orthodoxes Ostern

Ostern in den Westkirchen (katholisch und evangelisch)

2016

1. Mai

27. März

2017

16. April

16. April

2018

8. April

1. April

2019

28. April

21. April

2020

19. April

12. April

Warum feiern orthodoxe Christen später Ostern als katholische oder protestantische Christen? 

Eines haben alle christlichen Konfessionen gemeinsam: Sowohl für Katholiken als auch für Protestanten und Orthodoxe ist Ostern das höchste Kirchenfest. Die Auferstehung Jesu Christi ist elementar wichtig für den christlichen Glauben. Oder wie es der Apostel Paulus im 1. Korintherbrief unmissverständlich formuliert: "Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsre Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich." (1Kor 15,14). 

Auch das orthodoxe Osterfest fällt immer auf den ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling. Das wurde im Jahr 325 n. Chr. auf dem Konzil von Nicäa festgelegt, als es noch keine Trennung der Christenheit in West- und Ostkirche gab. Nur: In der orthodoxen Kirche werden die beweglichen Feste nach dem alten Julianischen Kalender berechnet. Damit fallen sie nur manchmal mit dem westlichen Ostern zusammen, das nach dem Gregorianischen Kalender berechnet wird.

Orthodoxe Christen feiern nach dem julianischen Kalender Ostern

Was hat es damit auf sich? Um zu verstehen, warum die orthodoxen Christen später Ostern feiern als die Westkirchen, muss man etwas in die Geschichte zurückblicken. Im Jahre 45 v. Chr. wurde der nach seinem Entwickler Julius Cäsar benannte Julianische Kalender eingeführt. Cäsar legte fest, dass jedes Jahr genau 365,25 Tage dauert. Da gab es nur ein Problem: Damit war der Kalender gegenüber dem Sonnenjahr um 11 Minuten und 14 Sekunden zu lang.

Das führte zu einer zunehmenden Abweichung des Tagesdatums vom tatsächlichen Sonnenlauf - diese Abweichung betrug im 14. Jahrhundert bereits mehr als sieben Tage. Damit verschob sich auch das christliche Osterfest gegenüber dem astronomischen Frühlingsanfang immer weiter nach hinten.

Um dieses Problem zu korrigieren, wurde im Jahr 1582 durch Papst Gregor XIII. der nach ihm benannte Gregorianische Kalender eingeführt, der eine verbesserte Schaltjahresrechung enthielt. Der Papst verfügte einen Zeitsprung: Auf Donnerstag, den 4. Oktober 1582, des Julianischen Kalenders folgte direkt Freitag, der 15. Oktober 1582, des Gregorianischen Kalenders.

Weil diese Kalenderreform ausgerechnet durch den Papst verfügt wurde, stellten sich die anderen christlichen Konfessionen quer. Die protestantischen Länder übernahmen die Kalenderreform wesentlich später. Die orthodoxen Christen orientieren sich bei der Datierung des Osterfestes noch heute nach dem alten julianischen Kalender. Und sind somit immer später dran.

Nur wenn es die Launen des Kalenders hergeben, feiern Orthodoxe mit Protestanten und Katholiken am selben Tag Ostern - das ist etwa im Jahr 2017 der Fall.

Feiern Orthodoxe und westliche Christen irgendwann gemeinsam Ostern?

Das wünscht sich zumindest Papst Franziskus. Er will eine umfassende Neuordnung des Ostertermins. Bei einem Gottesdienst in der Lateranbasilika sagte er im Juni 2015, man müsse "ein einziges festes Datum finden, um die Auferstehung des selben Herren in Rom, Konstantinopel (Istanbul) und in Moskau am selben Tag zu feiern". Es könne nicht sein, dass die Kirche beim Osterfest, "dem wichtigsten Tag der Christenheit", mit "zwei Lungen atmet". Papst Franziskus schlug vor, das panorthodoxe Konzil könnte sich dieses Themas annehmen. Dieses soll im Juni 2016 auf der griechischen Insel Kreta stattfinden. Es bleibt abzuwarten, ob sich die orthodoxen Kirchenführer der Idee des Papstes anschließen.

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