Friedhof in Le Vernet in den französischen Alpen: In einem Gemeinschaftsgrab werden hier weitere Leichenteile von Opfern der Germanwings-Katastrophe beigesetzt.
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Friedhof in Le Vernet in den französischen Alpen: In einem Gemeinschaftsgrab werden hier weitere Leichenteile von Opfern der Germanwings-Katastrophe beigesetzt.

In Gemeinschaftsgrab

Weitere Leichenteile von Germanwings-Unfall werden beigesetzt

Le Vernet - Die Leichen der Opfer wurden nach dem Germanwings-Absturz rasch an die Angehörigen übergeben. Nicht identifizierbare Überreste kamen in ein Gemeinschaftsgrab. In Frankreich gibt es nun eine weitere anonyme Bestattung.

Knapp ein Jahr nach der Germanwings-Katastrophe werden weitere Leichenteile von Opfern in einem Gemeinschaftsgrab im französischen Le Vernet beigesetzt.

Die sterblichen Überreste seien im Zuge der abschließenden Arbeiten an der Absturzstelle geborgen worden, teilte der Mutterkonzern Lufthansa den Angehörigen mit. Nach dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, soll die Nachbestattung am Donnerstag erfolgen.

Insgesamt handele es sich "um einige wenige menschliche Überreste, die nach ihrer Bergung von der Gendarmerie Digne-les-Bains entsprechend den gesetzlichen Vorschriften in Gewahrsam genommen wurden", heißt es in der Benachrichtigung. Die Freigabe für die Bestattung sei vor wenigen Tagen erteilt worden.

An der Zeremonie teilnehmen sollen der Pater der Kirchengemeinde Seyne-les-Alpes, Jean Lumbala Marin, sowie der Bürgermeister von Le Vernet, François Balique. Bereits im vergangenen Juli wurden auf dem Friedhof des Ortes mit rund 130 Einwohnern die sterblichen Überreste beigesetzt, die sich nicht mehr einzelnen Opfern zuordnen ließen.

Die Rheinische Post berichtete, dass die Angehörigen erst kurz vor der erneuten Beisetzung über die Pläne informiert worden seien. "Ich ärgere mich, dass wir vor vollendete Tatsachen gestellt werden", zitierte die Zeitung einen Hinterbliebenen. "Viele von unserer Gruppe finden es nicht gut, dass kurz vor dem Jahrestag die Wunden auf diese Weise wieder aufgerissen werden. Das ist unbegreiflich."

Lufthansa kündigte an, die Angehörigen hätten am 24. März die Möglichkeit, Abschied zu nehmen. Am Jahrestag des Unglücks ist eine Gedenkfeier in Le Vernet vorgesehen. Der Ort ist der Absturzstelle am nächsten. Für die Zeremonie wird nach Angaben der Lufthansa ab heute ein geschlossenes Zelt bei der Gedenkstätte für die Opfer aufgebaut. Das Gebiet solle weiträumig abgesperrt werden.

Bereits am Mittwoch plant die Fluggesellschaft für die Angehörigen eine Veranstaltung in Marseille. Nach der Anreise in Sondermaschinen und Linienflügen ist ein ökumenischer Gottesdienst sowie ein anschließendes Abendessen geplant.

Schüler des Joseph-König-Gymnasiums in Haltern sollten derweil am Dienstag von einem Austausch in Barcelona mit Germanwings zurück nach Deutschland fliegen. Bei dem Absturz vor einem Jahr waren 16 Schüler und zwei Lehrerinnen der Schule auf dem Rückweg aus Spanien ums Leben gekommen. Zielort war diesmal aber nicht wie vor einem Jahr Düsseldorf, sondern der Flughafen Köln/Bonn.

Der Germanwings-Copilot Andreas Lubitz hatte nach Überzeugung der Experten der französischen Untersuchungsbehörde BEA den Airbus A320 am 24. März 2015 auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf absichtlich zum Absturz gebracht, als er allein im Cockpit war. Alle 150 Menschen an Bord starben in den französischen Alpen.

dpa

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