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Bundespräsident Christian Wulff ehrt die Helfer der Loveparade-Katastrophe.

Wulff ehrt Helfer des Loveparade-Unglücks

Berlin - Bundespräsident Christian Wulff hat am Freitag in Berlin die Helfer des Loveparade-Unglücks in Duisburg geehrt.

Bei einem Empfang im Schloss Bellevue in Berlin, zu dem stellvertretend 200 Hilfskräfte eingeladen waren, erklärte Wulff. “In Duisburg hat sich eindrucksvoll bewährt, dass wir in unserem Land so viele Menschen haben, die sich beruflich, aber vor allem ehrenamtlich in verschiedenen Hilfsorganisationen engagieren und sich auf solche Notfälle vorbereiten.“ Auf der Loveparade waren am 24. Juli bei einer Massenpanik 21 Menschen ums Leben gekommen und rund 500 verletzt worden.

“Sie haben in Duisburg Unbeschreibliches und eigentlich Übermenschliches geleistet, und dafür möchten wir uns bei Ihnen von ganzem Herzen bedanken“, sagte Wulff zu den Helfern. Die 200 Geladenen waren von Hilfsorganisationen benannt worden und nahmen die Ehrung stellvertretend für die rund 5.000 Helfer entgegen, die in der Ruhrgebietsstadt im Einsatz waren. Alle Einsatzkräfte erhalten vom Bundespräsidenten eine Anerkennungsurkunde.

Auf der Techno-Veranstaltung im Sommer hatte es in einem Tunnel vor der Rampe zum völlig überfüllten Festgelände einen Rückstau gegeben. Der Zugang, vor dem Tausende Menschen standen, war geschlossen worden. Augenzeugen berichteten damals, Menschen seien von hinten nachgedrängt, während vorne niemand mehr hineingekommen sei. Panik brach aus. 16 Menschen starben vor Ort, fünf erlagen später ihren schweren Verletzungen.

Mehr als 1.500 Zeugen befragt

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zu der Ursache des Unglücks sind noch nicht abgeschlossen. Veranstalter, Stadt und Polizei schieben sich gegenseitig die Verantwortung für die Katastrophe zu. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dapd sollen im Zusammenhang mit den Ermittlungen demnächst offenbar konkrete Namen von Beschuldigten genannt werden. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Duisburg wollte dies aber weder bestätigen noch dementieren.

Im Zuge der Ermittlungen wurden bisher mehr als 1.500 Zeugen befragt. Die Aktenbestände der Ermittler füllen 24 Bände. Rund 500 Stunden Videomaterial wurden ausgewertet. An dem Fall arbeiten 80 Polizisten und vier Staatsanwälte.

dapd

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