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Am Sonntag könnten die Gleise fast frei sein.

Ticker zur Katastrophe bei Bad Aibling

Nach Zugunglück: Ermittler wollen Unfall rekonstruieren

Bad Aibling - Nach dem Zugunglück bei Bad Aibling fahnden die Ermittler weiterhin nach den Gründen für die verheerende Kollision. Bleiben Sie in unserem Ticker weiterhin auf dem Laufenden.

Das war das Zugunglück bei Bad Aibling

  • Gegen 6.40 Uhr sind am Dienstag zwei Züge des Meridian auf eingleisiger Strecke zwischen Kolbermoor und Bad Aibling (Kreis Rosenheim) kollidiert.
  • Elf Menschen starben, rund 80 wurden verletzt.
  • Die Bahnstrecke zwischen Holzkirchen und Kolbermoor ist auf unbestimmte Zeit gesperrt.
  • Notrufnummer für Angehörige: 0395 - 43084390.

+++ Samstag, 19.32 Uhr: Fünf Tage nach der Zugkatastrophe von Bad Aibling wollen die Kirchen morgen um 16.00 Uhr in einem ökumenischen Gottesdienst der Opfer gedenken. Der katholische Kardinal Reinhard Marx - Erzbischof von München und Freising sowie Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz - und die evangelische Regionalbischöfin für München und Oberbayern, Susanne Breit-Keßler, erwarten dazu Angehörige der Toten, Unfallbeteiligte, Rettungs- und Hilfskräfte sowie Vertreter der Politik wie der Staatsregierung.

Zum Dank an die Hunderten Rettungs- und Hilfskräfte, die nach dem Unglück im Einsatz waren, soll es später einen eigenen Gottesdienst geben.

+++ 17.37 Uhr: Vier Tage nach dem Zugunglück von Bad Aibling in Oberbayern haben die Einsatzkräfte die Unfallstelle nach Polizeiangaben weitgehend geräumt. „Wir hoffen, heute Abend noch mit dem Gröbsten fertig zu werden“, sagte ein Sprecher am Samstagnachmittag. Einige große Teile hätten noch nicht abtransportiert werden können, weil das Gleis so sehr beschädigt sei, dass der Bergungskran nicht heranfahren könne. Frühestens Mitte kommender Woche sei damit zu rechnen, dass das Gleis wieder endgültig freigegeben werden kann.

Außerdem ließ die Feuerwehr vermelden, dass sich bislang kein Helfer bei der schwierigen Bergung ernsthaft verletzt hätte.

+++ 16.08 Uhr: Das schlechte Wetter behindert heute die Aufräumarbeiten an der Strecke. Trotzdem könnte das Gleis, das nicht so stark wie befürchtet beschädigt wurde, bereits morgen frei sein. Denn: Die Frage nach der Unfallursache ist weiterhin ungeklärt. Nach Informationen des "Bayerischen Rundfunks" soll deshalb der Unfall rekonstruiert werden. Dafür sollen bei einer Simulation zwei Züge aufeinander zufahren. Währenddessen prüfen die Ermittler die technischen Anlagen, Bremsvorgänge und Kommunikationsverfahren.

+++ 14.28 Uhr: Ab Montag beginnt in Bayern wieder die Schule. Allerdings werden die Bergungsarbeiten bis zum Schulbeginn nicht fertig werden, weshalb der Meridian via Pressemitteilung verlauten ließ, zusätzliche Busse einzusetzen. Trotzdem müssen Reisende mit eine längeren Fahrzeit rechnen.

+++ 12.59 Uhr: Vier Tage sind seit dem dramatischen Zugunglück bei Bad Aibling nun vergangen. Mangfall24.de hat die Geschehnisse nochmal zusammengefasst und eine Chronologie der Vorfälle erstellt.

+++ 12.32 Uhr: Für die rund 20 Schwerverletzten in den verschiedenen Krankenhäusern kann leider noch keine Entwarnung gegeben werden. Jürgen Thalmaier vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd erklärte auf Nachfrage von mangfall24.de: "Die Verletzten sind weiterhin teils in kritischen Zuständen."

Regen erschwert Aufräumarbeiten in Bad Aibling

+++ 10.49 Uhr: Zwei der drei Fahrtenschreiber aus den Unglückszügen sind bereits ausgewertet. Dabei stellten die Experten keine Hinweise darauf fest, dass Signale missachtet wurden. Die dritte Blackbox war erst am Freitag beim Aufräumen aufgetaucht. Weil sie beschädigt ist, gilt die Auswertung als schwierig. Ob die Fachleute schon weitergekommen sind, konnte der Polizeisprecher am Samstagmorgen zunächst nicht sagen.

+++ 10.24 Uhr: Wenn die Unfallstelle freigeräumt ist, müssen die Gleise hergerichtet und Infrastruktur wie etwa Oberleitungen instandgesetzt werden, erklärte der Polizeisprecher. Dann stehen Überprüfungsfahrten an. Die Ermittler versuchen, den Unfallhergang zu klären. Und die Bahn muss testen, ob die Strecke wieder fahrtüchtig ist. Wann sie für den regulären Verkehr freigegeben wird, war zunächst unklar. Nach einer Woche Faschingsferien in Bayern beginnt am Montag wieder die Schule.

+++ 9.55 Uhr: Nach dem Zugunglück wollen die Einsatzkräfte die Aufräumarbeiten an der Unfallstelle nach Polizeiangaben noch am Samstag beenden. „Der Regen erschwert das gerade“, sagte ein Sprecher am Morgen. „Vielleicht haben wir Glück und es hört bald auf.“ Rund 50 Kräfte seien vor Ort, um letzte Teile der Triebwerke abzutransportieren. „Wir hoffen, dass dabei keine Komplikationen auftreten“, sagte der Sprecher.

+++ 8.59 Uhr: Die Helfer von Bad Aibling kommen an ihre Grenzen. Ihre schier unglaublichen Anstrengungen nach dem Zugunglück beleuchten wir hier in einem separaten Artikel.

Der Ticker vom Freitag zum Nachlesen

+++ 19.39 Uhr : Die Ursache ist weiterhin noch unklar. Eine Sprecherin der Polizei setzt große Hoffnungen in die dritte Blackbox. "„Wir brauchen noch mehr Puzzleteile, um das gesamte Bild sehen zu können", sagte sie im "Münchner Merkur". Es sei noch nicht ausgemacht, ob es sich um menschliches oder technisches Versagen handele. „Da können auch mehrere Sachen zusammenspielen.“

+++ 15.40 Uhr: Laut Informationen des "Münchner Merkur" ist auch die dritte Blackbox, die am heutigen Vormittag gefunden wurde, lesbar. Sie könnte entscheidend zur Aufklärung der Unfallherganges beitragen.

Schon seit Tagen fragen sich viele, wieso bei zwei Zügen eigentlich drei Blackboxes zu finden sein müssten. Die Antwort ist simpel: Bei dem Unfall stießen zwei Meridian-Züge gegeneinander. Einer hatte drei, der andere sechs Waggons. Ein einspänniger Zug (drei Waggons) hat eine Blackbox, zweispännige mit sechs Waggons haben zwei Blackboxen, macht in der Summe drei.

+++ 13.57 Uhr: Experten haben zwei der drei Fahrtenschreiber aus den Zugwracks von Bad Aibling vollständig ausgelesen. „Es konnten keine Hinweise auf Missachtung von Signalen festgestellt werden“, berichtete ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums mit Blick auf die Datenspeicherkassette desjenigen Zuges, der von Rosenheim nach Holzkirchen unterwegs war. Der eine der beiden Fahrtenschreiber des Gegenzuges sei ebenfalls bereits ausgewertet worden. „Daraus können keine Erkenntnisse auf die Handlungen des Triebfahrzeugführers gewonnen werden.“

Fahrdienstleiter hat versucht die Lokführer zu warnen

+++ 13.41 Uhr: Wie Spiegel Online berichtet hat der Fahrdienstleiter anscheinen versucht die beiden aufeinander zurasenden Züge noch zu stoppen. Kurz hintereinander sollen per Sprechfunk Notrufe an die beiden Züge abgesetzt worden sein. Die Polizei wertet zur Klärung der Unfallursache auch die Daten des Zugfunkverkehrs aus.

+++ 12.10 Uhr:  Die Aufräumarbeiten nach dem verheerenden Zugunglück in Bad Aibling sind einen großen Schritt vorangekommen. „Die zwei Triebwagen sind jetzt voneinander getrennt, die rollfähigen Zugteile werden langsam abtransportiert“, sagte eine Polizeisprecherin am Freitag. „Heute wird es bis in den Abend hinein gehen, Kleinteile werden voraussichtlich morgen noch geborgen.“ Nach der Instandsetzung von Gleisen und Oberleitungen werde es dann noch eine Testfahrt geben, bevor die Strecke in einigen Tagen wieder freigegeben werden könne.

+++ 11.42 Uhr: Aus verlässlichen Quellen hat der Münchner Merkur erfahren, dass die aufgefundene Blackbox offenbar stark beschädigt sein soll. Experten versuchen nun aber trotzdem, die Daten auszulesen.

+++ 11.00 Uhr:  Die dritte Blackbox konnte aus einem der Unfallzüge geborgen werden. Sie entscheidende Hinweise liefern, wie es zu dem Unglück kommen konnte. „Die anderen beiden sind noch bei der Auswertung“, sagte eine Polizeisprecherin am Freitag mit Blick auf die zwei bereits sichergestellten Fahrtenschreiber.

Polizei: Weitere Opfer in akuter Lebensgefahr

+++ 10.46 Uhr: Nach der Zugkatastrophe von Bad Aibling schweben weitere Opfer in akuter Lebensgefahr. „Es ist leider so, dass einige in einem kritischen Zustand sind“, sagte eine Polizeisprecherin am Freitag. Es stehe zu befürchten, dass nach dem elften Todesopfer vom Vortag noch weitere Menschen den Kampf um ihr Leben verlören. Am Dienstagmorgen waren auf der eingleisigen Strecke zwischen Holzkirchen und Rosenheim zwei Züge ungebremst aufeinander gerast.

+++ 10.26 Uhr: Der Ökumenische Gedenkgottesdienst, der am Sonntag in der St. Georg Kirch ein Bad Aibling zum Gedenken der Opfer stattfindet, wird auch im Bayerischen Fernsehen übertragen. Angehörige der Opfer, Kardinal Reinhard Marx und Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler sowie Hilfs- und Rettungskräfte werden erwartet. Auch Vertreter der Staatsregierung und weitere Politiker werden am Gottesdienst teilnehmen.

+++ 09.45 Uhr: Die Faktenlage hat sich über die letzten Tage rasch verändert, daher haben wir für Sie ein Übersicht zusammengestellt: Das wissen wir - und diese Antworten fehlen noch.

+++ 07.20 Uhr: Am Donnerstag haben dutzende Menschen ihre Anteilnahme ausgedrückt und am Rathaus von Bad Aibling Blumen und Kerzen niedergelegt.

Bergung gestaltet sich weiterhin schwierig

+++ 07.03 Uhr: Nach Berichten des Bayerischen Rundfunks soll die Bergung der Trümmer mindestens noch den gesamten heutigen Tag in Anspruch nehmen. Wann genau die Bahn-Strecke wieder freigegeben werden kann, ist jedoch weiter unklar. Nach den Faschingsferien sollen extra Busse für die Schulkinder bereitgestellt werden.

+++ 06.24 Uhr: Die schwierige Bergung der Trümmer sowie die Suche nach der Ursache des Zugunglücks von Bad Aibling stehen an diesem Freitag weiter im Mittelpunkt. Am Donnerstagabend hatten die Experten die Aufräumarbeiten zunächst erneut unterbrochen.

Wegen der hohen Spannung, die auf dem verbogenen Metall liegt, sind die Arbeiten sehr gefährlich. Bei Bewegung von Trümmerteilen können Elemente abbrechen und wie Geschosse durch die Gegend fliegen.

Die Fachleute waren am Donnerstag weiter auf der Suche nach dem dritten, noch vermissten Fahrtenschreiber, der Aufschluss über Vorkommnisse während der Fahrt geben soll. Neben möglichen technischen Fehlern prüfen die Ermittler auch, ob menschliches Versagen als Ursache für die Kollision zweier Regionalzüge zwischen Holzkirchen und Rosenheim am Dienstagmorgen infrage kommt.

+++ 06.15 Uhr: Nachdem ein weiteres Opfer am Donnerstag im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen erlegen war, gilt das Unglück nun als schlimmste Eisenbahnkatastrophe seit Eschede im Jahr 1998, als 101 Menschen gestorben waren. Neben den Todesopfern sind nach Stand vom Donnerstag zudem 20 Schwerverletzte und 62 Leichtverletzte zu beklagen.

Wie es zu dem Zugunglück von Bad Aibling gekommen ist, können Sie in unserem Ticker vom Unglückstag nachlesen. Was am Tag danach bei Rosenheim passiert ist, haben wir ebenfalls für Sie verfolgt und auch am Donnerstag nach dem Zugunglück haben wir Sie auf dem Laufenden gehalten.

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