+
Die Gleise an der Unglücksstelle sind mittlerweile wieder freigegeben.

News zum Unglück bei Bad Aibling im Ticker

Elf Tage nach der Katastrophe: Züge rollen wieder

Bad Aibling - Auf einem Teil des Abschnitts der Unglücksstrecke bei Bad Aibling gibt es nach einem Bericht der „Stuttgarter Zeitung“ ein großes Funkloch. Die Deutsche Bahn dementiert das.

Zugunglück bei Bad Aibling: Zahlen und Fakten

  • Seit Samstag in der Früh verkehren wieder Züge auf der Unglücksstelle
  • Bei der verheerenden Zugkatastrophe kamen elf Menschen ums Leben, um die 80 wurden teilweise schwerst verletzt.
  • Zwei Meridian-Züge sind am Dienstag, 9. Februar, gegen 6.40 Uhr auf eingleisiger Strecke zwischen Kolbermoor und Bad Aibling (Kreis Rosenheim) kollidiert.
  • Am Dienstag nach dem Unglück gaben die Ermittler bekannt, dass ein Fehler des Fahrdienstleiters zu dem Zusammenprall führte.

>>> AKTUALISIEREN <<<

+++ Ein Fahrgast meinte, er sei „mit einem mulmigen Gefühl“ in den Zug eingestiegen, ein anderer sagte, er fühle sich wie immer.

+++ Der Geschäftsführer der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) als Betreiber der Bahnlinie, Bernd Rosenbusch, sagte, das Unternehmen befinde sich noch immer in der Trauerphase. „Wir haben vier Mitarbeiter und sieben Reisende verloren.“ Andererseits wollten die Lokführer ihre Züge wieder fahren.

Bahnunglück bei Bad Aibling: Züge rollen wieder 

+++ Elf Tage nach dem schweren Zugunglück mit elf Toten in Bad Aibling verkehren seit Samstag auf der Unglücksstrecke wieder die Züge nach Fahrplan. Pünktlich um 6.37 Uhr verließ der erste Meridian den Bahnhof in Holzkirchen. In Rosenheim fuhr der erste Zug um 6.40 Uhr los. Bei dem Frontalzusammenstoß zweier Züge starben am Dienstag vor einer Woche elf Menschen, 85 Insassen wurden teils lebensgefährlich verletzt.

+++ Ursachenforschung: Noch immer ist nicht in allen Details geklärt, wie es zu dem Sondersignal des Fahrdienstleiters gekommen ist. Waren es zwei Signale, die er ausgesetzt hat? Merkur-Redakteur Dirk Walter hat zusammengefasst, wie es wohl zu dem verhängnisvollen Signal gekommen ist.

+++ Freitag, 19. Februar: Nach der Zugkatastrophe in Bad Aibling geht der reguläre Bahnverkehr auf der Unglücksstrecke von diesem Samstag an wieder in Betrieb. Dies teilte die Bayerische Oberlandbahn (BOB) am Donnerstagabend mit. Der seit dem Unfall praktizierte Ersatzverkehr mit Bussen werde in der Nacht auf Samstag eingestellt. In den ersten Tagen sollen die Züge jeweils mit einem Fahrgastbetreuer besetzt sein, teilte die BOB weiter mit. Sie sollen Ansprechpartner für alle Reisenden sein. 

Zur Ursache des Zugunglücks: Funkloch auf der Strecke erschwerte Notruf

+++ Auch die Eisenbahnerfamilie der EVG (Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft) trauert nach dem schweren Zugunglück von Bad Aibling. Gerne weisen wir auf die Spendenaktion für Angehörige hin. 

+++ Nach einem Bericht der Stuttgarter Zeitung gibt es auf dem Streckenabschnitt des Zugunglücks ein großes Funkloch. Das könnte der Grund sein, weshalb der Notruf vor dem Zusammenprall die Lokführer nicht erreichte. Nach Angaben der Deutschen Bahn wird dies regelmäßig getestet und bei der vergangenen Überprüfung sei eine vollständige Funkausleuchtung bestätigt worden.

Nach dem Zugunglück: Politiker fordern bessere Absprachen zwischen dem Bahnpersonal

+++ Im Landtag sind sich die Politiker einig: Es müssen bessere Absprachen zwischen den Bediensteten der Bahn getroffen werden. Hier lesen Sie, was die Politiker außerdem zum Zugunglück in Bad Aibling sagen.

+++ Nach dem Zugunglück in Bad Aibling soll es ein großes Dankeschön-Fest für alle Helfer geben. Eingeladen würden die rund 700 Mitglieder von Freiwilligen Feuerwehren, Rotem Kreuz, Technischem Hilfswerk und anderen Organisationen, die bei der Katastrophe im Einsatz waren, sagte Christian Otto von der örtlichen Arbeiterwohlfahrt (AWO) am Donnerstag. „Es soll ein Fest von den Bürgern für die Helfer sein“, ergänzte er. Auch deren Familien seien zu der Feier am 16. April nach Bad Aibling eingeladen.

+++ Abgeordnete von CSU und Opposition haben im Bayerischen Landtag übereinstimmend bessere Absprachen zwischen Fahrdienstleitern und Lokführern gefordert. Gleichzeitig warnten sie vor voreiligen Konsequenzen nach der Katastrophe.

+++ Im Verkehrsausschuss fordert Christine Haderthauer "ein System, das in Zukunft ausschließt, dass Fahrlässigkeit zu so einem Unglück führt." Dass Fahrlässigkeit ausreicht, um so einen Unfall zu verursachen, habe sie "ins Mark erschüttert". Das berichtet Merkur-Redakteur Marcus Mäckler aus dem Ausschuss.

+++ Am Mittwoch wurde das Zugunglück und mögliche Konsequenzen für den Bahnverkehr besprochen. Verkehrsminister Alexander Dobrindt sprach sich gegen ein automatisiertes Sicherheitssystem aus. Gegenüber Radio Charivari sagt die Rosenheimer Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig, das man abwarten müsse, wie sich die Aussagen des Fahrdienstleiters mit den technischen Aufzeichnungen decken, um gegebenenfalls politisch Konsequenzen auszuarbeiten.

Bad Aibling: Zugunglück auch Thema im Verkehrsausschuss des Bayerischen Landtags

+++ Donnerstag, 18. Februar: Nachdem das Zugunglück in Bad Aibling gestern bereits Thema im Bundestag war, wird auch heute um 9.15 Uhr im Bayerischen Landtag der Verkehrsausschuss darüber diskutieren. Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, fordern Vertreter der Opposition mehr Sicherheit im Zugverkehr. Zudem soll darüber gesprochen werden, ob die ehrenamtlichen Helfer bei solchen Einsätzen mehr Unterstützung benötigen und ob die Rettungskräne nicht schneller hätten vor Ort sein können. Vor den Verkehrausschuss geladen seien nach Angaben des BR unter anderem Chef-Manager der Deutschen Bahn in Bayern, Karl Dieter Josel, Johann Niggl, Geschäftsführer der Bayerischen Eisenbahngesellschaft, und Bernd Rosenbusch, Geschäftsführer der Bayerischen Oberlandbahn.

+++ Die elf Todesopfer des Zugunglücks hinterlassen verzweifelte Angehörige. Die Helfer, die vor Ort schreckliche Erfahrungen machen mussten, sind ebenfalls von der Katastrophe betroffen. Den Schmerz und die Bilder des Zugunglücks bei Bad Aibling kann den Beteiligten niemand nehmen. Um sie zu unterstützen, gibt es verschiedene Spendenaktionen für Angehörige und Helfer. Wir haben diese zusammengefasst.

+++ Die Kriminalpolizei Miesbach weist darauf hin, dass Gegenstände, die beim Zugunglück gefunden wurden, abgeholt werden können. Bis Freitag, 19. Februar, liegen diese noch bei der Kripo Miesbach bereit. Danach werden die Gegenstände an die zuständigen Fundämter weitergegeben. Nähere Informationen erteilt ein Sachbearbeiter unter 08025/299-221.

Bad Aibling: Dobrindt will kein vollautomatisches Sicherheitssystem nach dem Zugunglück

+++ In der Sitzung des Landtags am Mittwoch gedachten die Abgeordneten den Opfern des Zugunglücks. „Unsere Gedanken und unser tiefes Mitgefühl sind bei den Angehörigen, bei denen, die ihre Liebsten auf so tragische Weise verloren haben. In dieser schwierigen Zeit wünschen wir ihnen Kraft und vor allen Dingen Menschen, die ihnen zur Seite stehen“, erklärte Präsidentin Barbara Stamm.

+++ Verkehrsminister Alexander Dobrindt zieht kein vollautomatisches Sicherheitssystem im Zugverkehr in Betracht. Es sei klar, „dass in der Sicherheitskette auch eine Person am Schluss eine Letztentscheidung haben muss“, sagte er am Mittwoch in Berlin nach einer Sitzung des Verkehrsausschusses des Bundestags. Zu einem möglichen Vier-Augen-Prinzip als Absicherung äußerte er sich nicht.

+++ Claus Weselsky, Vorsitzender der Gewerkschaft der Deutschen Lokomotivführer, lehnt eine Änderung an den Sicherheitsvorschriften der Bahn ab. Seiner Meinung nach braucht es Ersatzsignale und besseres Training für die Lokführer. Es müsse auch untersucht werden, wie die Arbeitsbelastung des Fahrdienstleiters ausgesehen habe, sagt er dem Sender hr-iNFO.

Zugunglück Bad Aibling: Aufräumarbeiten schreiten voran

+++ Das zerstörte Gleis wurde so weit wiederhergestellt, dass der letzte Teil des Zugwracks abtransportiert werden konnte. Danach soll die Oberleitung wieder montiert werden, die zur Bergung abgebaut worden war.

+++ Ein Waggon steht noch an der Unfallstrecke. Am heutigen Mittwoch soll er abtransportiert werden. Für Samstag ist eine Simulationsfahrt geplant, um den Ablauf des Zugunglücks nachzustellen. Möglicherweise wird der normale Zugverkehr ab Montag die Strecke wieder befahren.

+++ Die Ermittler gaben bei der Pressekonferenz am Dienstag bekannt, dass Einzelversagen zu dem Unglück führte. Der Fahrdienstleiter soll ein Sondersignal gegeben haben, das den Zusammenprall nach sich zog. Lesen Sie hierzu den Kommentar unserer Merkur-Redakteurs Dirk Walter zur Schuldfrage des Zugunglücks.

+++ Gestern fand das Benefizspiel im Eishockey für die Opfer und Angehörigen des Zugunglücks in Bad Aibling statt. Dabei kam eine beachtliche Spendensumme zustande. Mehr Informationen gibt es in unserem Bericht zum Spiel der Starbulls Rosenheim gegen den EHC Bad Aibling.

+++ Mittwoch, 17. Februar: Das schwere Zugunglück von Bad Aibling und mögliche Konsequenzen für den Bahnbetrieb in Deutschland sind am Mittwoch Thema im Bundestag. Um 9.30 Uhr tagt der Verkehrsausschuss, auch Alexander Dobrindt wird erwartet. Den Abgeordneten soll ein Bericht der Bundesregierung vorgelegt werden.

Bad Aibling: Eine Woche nach dem Zugunglück ist die Ursache bekannt

+++ Diese Frage ist geklärt: Es war kein technischer Defekt, sondern das Zugunglück wurde vom Fahrdienstleiter verschuldet. Dennoch bleiben Fragen ungeklärt. Was wir wissen, und was nicht, lesen Sie in unserem Überblick zum Zugunglück in Bad Aibling.

+++ Wie in der Pressekonferenz bekannt gegeben, stand der Fahrdienstleiter der Bahn, der das Zugunglück von Bad Aibling verursacht haben soll, nicht unter Einfluss von Alkohol oder anderen Drogen. Eine Blutprobe habe keine Auffälligkeiten oder Hinweise auf Erkrankungen ergeben, sagte Oberstaatsanwalt Jürgen Branz am Dienstag in Bad Aibling. Die Bahnpolizei habe am Unfallmorgen umgehend eine Blutentnahme bei dem 39-Jährigen veranlasst, der zwei Züge auf eingleisiger Strecke hatte passieren lassen.

Zugunglück bei Bad Aibling: Auch nach der Pressekonferenz offene Fragen

+++14.30 Uhr: Es soll weiterhin alles getan werden, um die Ursache komplett darstellen zu können. Mit diesen Worten wird die Pressekonferenz von Oberstaatsanwalt Giese beendet.

+++ 14.29 Uhr: Der Zug aus Holzkirchen hatte 3-4 Minuten Verspätung. Dieser war auch der Zug, der das Sondersignal bekommen hat.

+++14.24 Uhr: Die Ablaufprobleme sind Gegenstand eines Gutachtens eines Sachverständigen, der unabhängig diese Abläufe untersuchen soll. Das erklärt Staatsanwalt Giese. Es muss nach Angaben der Ermittler noch geklärt werden, wer wann noch die Möglichkeit hatte, das Unglück zu verhindern.

+++ 14.22 Uhr: Ein Sondersignal soll gegeben worden sein, das nicht hätte gegeben werden dürfen. Ob das eine oder mehrere Handlungen waren, können die Ermittler derzeit nicht bekannt geben. Mehr kann die Polizei zum Fehlverhalten des Fahrdienstleiters derzeit nicht sagen. Giese: "Wir haben es hier mit dem Fall der fahrlässigen Tötung zu tun."

+++ 14.20 Uhr: Der Beschuldigte ist zu seinem Schutz an einen sicheren Ort gebracht worden. "Ihm geht es nicht gut", gibt Branz bekannt. 1997 beendete der Fahrdienstleiter seine Ausbildung. Es gibt keine Hinweise auf Alkoholkonsum. Der Fahrdienstleiter habe, als er seinen Fehler bemerkt habe, noch einen Notruf abgesetzt, so Branz weiter. „Aber der ging ins Leere.“

Ursache des Zugunglücks: Es liegt kein Haftgrund gegen den Fahrdienstleiter vor

+++ 14.18 Uhr: Es wird gerade versucht, die genauen Abläufe und Zeiten auf einem Zeitstrahl festzuhalten. Branz stellt klar, dass er keine Vermutungen äußern kann. Eine Haftstrafe stellt sich derzeit nicht. Es gehe um fahrlässiges Handeln, nicht um vorsätzliches. Es wird nicht davon ausgegangen, dass ein Haftgrund gegen den Fahrdienstleiter vorliegt.

+++ 14.16 Uhr: Staatsanwalt Giese gibt nun Raum, um Fragen zu stellen. Es wird gefragt, welche Geständnisse der Fahrdienstleiter abgelegt hat. Jürgen Branz, Oberstaatsanwalt von Traunstein macht klar, dass keine Angaben zu den genauen Aussagen gemacht werden können. 

+++14.14 Uhr: Polizeipräsident Robert Kopp stellt heraus, wie aufwendig die Ermittlungen waren. Die Polizei Rosenheim erhielt Unterstützung von vielen Seiten. "Insgesamt war der Ermittlungsbereich nur durch eine gemeinsame Teamleistung zu bewältigen", sagt er in der Pressekonferenz. Kopp bedankt sich für das professionelle Handeln aller Beteiligten.

+++ 14.11 Uhr: Angaben zum Fahrdienstleiter: Er hat um 5 Uhr seinen Dienst im Stellwerk aufgenommen und verfügt über  viele Jahre Berufserfahrung.

+++ 14.09: Alle drei Blackboxen wurden sicher gestellt. Außerdem gab es weitere Datenträger, die zur Klärung der Unfallursache ausgewertet wurden. Alles wurde in die Ermittlungen mit einbezogen

+++ 14.07 Uhr: Kriminalpolizei: Wie viele Personen sich tatsächlich im Zug befunden haben, konnte nicht definitiv herausgefunden werden. Die Polizei bittet alle Personen sich zu melden, falls sie bisher nicht erfasst wurden. 

Zugunglück Bad Aibling: Menschliches Versagen mit katastrophalen Folgen

+++ 14.05 Uhr Staatsanwalt Wolfgang Giese: Kurz nach dem Unglück wurde ein Ermittlungsverfahren gegen den Fahrdienstleiter (39) in die Wege geleitet. Er hat sich in allen Einzelheiten geäußert. "Hätte er sich pflichtgemäß verhalten, wäre es nicht zum Zusammenstoß der Züge gekommen." Nach Angaben des Staatsanwalt haben keine technischen Fehler zu dem Unglück geführt. Nach Aussage des Staatsanwalts war die Ursache "Menschliches Versagen mit katastrophalen Folgen."

+++14 Uhr: Die Pressekonferenz beginnt. Mit dabei der Bürgermeister aus Bad Aibling, der leitende Staatsanwalt, der sachleitende Staatsanwalt, Leiter der Kriminalinspektion Rosenheim und der Leiter des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Sie werden Statements abgeben und stehen danach für Fragen zur Verfügung.

Zugunglück bei Bad Aibling: Pressekonferenz zur Ursache 

+++ Am Dienstag um 14 Uhr findet eine Pressekonferenz von Staatsanwaltschaft und Polizei zur Unfallursache statt. In unserem Live-Stream können Sie diese ab 14 Uhr mitverfolgen. Außerdem halten wir Sie hier im Live-Ticker auf dem Laufenden. An der Pressekonferenz nehmen der Leitende Oberstaatsanwalt Wolfgang Giese aus Traunstein, Rosenheims Polizeipräsident Robert Kopp und weitere Ermittler teil. Ob sie tatsächlich die Ursache des Zusammenstoßes bekannt geben, ist unklar.

+++ Das bayerische Kabinett hat am Dienstag mit einer Schweigeminute der Opfer des schweren Zugunglücks von Bad Aibling gedacht. Staatskanzleichef Marcel Huber (CSU) nannte den Unfall und dessen Folgen „fürchterlich“. Zugleich lobte er erneut die Hilfe der vielen Haupt- und Ehrenamtlichen, die die Bilder von der Unglücksstelle sicher ihr Leben lang nicht vergessen könnten.

+++ Eine Kontrollfahrt, um die von den Fahrtenschreibern aufgezeichneten Daten zu überprüfen, kann wohl frühestens am Donnerstag geschehen. Dann soll nach den Planungen der Deutschen Bahn (DB) das Gleis wieder normal befahren werden können. Erst wenn das letzte Zugteil abtransportiert ist, wird die Oberleitung wieder montiert, die für die Bergungsarbeiten abgebaut worden war.

+++ Nach der Auswertung der Blackboxen ist nun offenbar klar: Es war kein technischer Defekt, der das Zugunglück bei Bad Aibling verursachte. Das sagte Alexander Dobrindt in München. Der Verdacht gegen den Fahrdienstleiter aus Bad Aibling verhärtet sich hingegen. Laut Bild-Zeitung soll der Fahrdienstleiter gegenüber seinen Kollegen einen Fehler eingeräumt haben. Der Bahn-Bedienstete wird von der Polizei bewacht, um Selbst- und Fremdgefährdung auszuschließen.

+++ Nach dem Chaos mit dem Schienenersatzverkehr am Montag soll am Dienstag die Anzahl der Busse aufgestockt werden. Die Strecke zwischen Holzkirchen und Rosenheim bleibt voraussichtlich noch bis Ende der Woche gesperrt, da die Wiederherstellung der stark beschädigten Bahnstrecke andauert. Erst wenn die Strecke wieder befahrbar ist, kann das letzte Zugteil abtransportiert werden.

+++ Der EHC Bad Aibling und die Starbulls Rosenheim treten am Dienstag zu einem Benefizspiel an. Die Einnahmen gehen an die Hinterbliebenen der Opfer, wie mangfall24.de berichtet

+++ Thomas S. saß im ersten Waggon einer der Unglückszüge, als die Katastrophe seinen Lauf nahm. Wie durch ein Wunder überlebte der 22-Jährige das Unglück und schilderte nun die dramatischen Minuten nach dem Ereignis.

Zugunglück bei Bad Aibling: Warum dauerten die Ermittlungen so lange?

+++ Die Reparaturarbeiten an der Bahnstrecke finden rund um die Uhr statt. Insgesamt müssten 120 Meter Gleisanlagen wiederhergestellt werden. Wie die Deutsche Bahn am Montagmittag in einer Pressemitteilung bekannt gab, soll das letzte Zugteil voraussichtlich am Mittwoch durch einen 160-Tonnen-Kran geborgen werden. "Im Anschluss daran können die Techniker damit beginnen, die Oberleitung zu reparieren."

+++ Am Dienstag werden Staatsanwaltschaft und Polizei auf einer Pressekonferenz die Ergebnisse der Ermittlungen zur Unfallursache präsentieren. Doch warum dauerten die Ermittlungen so lange? tz.de hat nachgefragt - und offenbar ist auch die dritte Blackbox ein Grund für die Verzögerung. "Die Blackbox war ja beschädigt, mehr kann ich dazu nicht sagen", erklärte eine Sprecherin der Polizei Oberbayern Süd. Für mehr Details verwies sie auf die Pressekonferenz.

+++ Was führte zu der Katastrophe von Bad Aibling? Es gebe weiterhin keine Hinweise auf technisches Versagen, sagte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) am Montag. "Tatsache ist, dass nach den Daten, die wir haben, ein technischer Fehler nicht vorgelegen hat." Im Laufe dieser Woche werde es nach Wiederherstellung der Gleise Kontrollfahrten geben, sagte Dobrindt. Damit soll nach den Worten des Verkehrsministers überprüft werden, ob die von den Fahrtenschreibern aufgezeichneten Daten „validierbar“ sind. Ergebnisse sollten Ende dieser oder Anfang nächster Woche vorliegen.

Zugunglück bei Bad Aibling: PK zur Unfallursache

+++ Die Ermittler gehen in die Offensive. Auf einer Pressekonferenz wollen sich Staatsanwaltschaft und Polizei am Dienstag (14 Uhr) zur Unfallursache äußern. Mit Spannung wird erwartet, ob die Ermittler Informationen bestätigen, wonach die Ursache für den Zusammenstoß der beiden Züge menschliches Versagen ist. Darüber hatte auch die Deutsche Presse-Agentur berichtet. An der Pressekonferenz in Bad Aibling nehmen der Leitende Oberstaatsanwalt Wolfgang Giese aus Traunstein und Rosenheims Polizeipräsident Robert Kopp sowie weitere Ermittler teil.

+++ Jürgen F. verlor durch das Zugunglück bei Bad Aibling sein Leben. Er hinterlässt zwei kleine Söhne und seine Lebensgefährtin. Bei Freunden und ehemaligen Kollegen ist die Trauer über den Tod des Lokführers groß. So groß, dass sie auf besondere Art Anteil am Schicksal der Familie nehmen: Sie haben eine Spendenaktion ins Leben gerufen, deren Erlös zu "100 Prozent an Jürgen F.s Lebensgefährtin und seine beiden Kinder" geht.

+++ Die Aufräumarbeiten an der Unglücksstelle haben begonnen. Ein Schienenersatzverkehr ist eingerichtet, doch soll es massive Probleme damit geben. Wie User dem Portal mangfall24.de berichten, sollen sie bis zu zwei Stunden auf einen Bus gewartet haben. Außerdem seien die Busse am ersten Schultag seit dem Unglück teilweise stark überfüllt.

Hier können Sie unsere Ticker zum Zugunglück von Bad Aibling nachlesen: Am Dienstag vergangener Woche kollidierten zwei Meridian-Züge zwischen Kolbermoor und Bad Aibling. Am Mittwoch ging die Suche nach der Ursache weiter - doch auch bis zum Ende der Woche konnte noch nicht bestätigt werden, warum es zum Zugunglück von Bad Aibling gekommen ist.

nip/dpa/mes

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Die Rätsel über das Motiv des Amok-Schützen

München - Wahllose Todesschüsse auf völlig unbekannte Menschen - wer tut so etwas? Der 18-jährige Schüler, der neun Menschen und dann sich selbst tötete, litt an einer …
Die Rätsel über das Motiv des Amok-Schützen

Unbekannte schießen auf Asylbewerberheim in Niesky

Görlitz/Niesky - In der Nacht zum Samstag haben Unbekannte aus einem vorbeifahrenden Auto auf ein Asylbewerberheim im sächsischen Niesky geschossen. Verletzt wurde …
Unbekannte schießen auf Asylbewerberheim in Niesky

Mindestens 80 Tote bei IS-Doppelanschlag auf Demonstration in Kabul

Kabul - Wieder trifft es die afghanische Hauptstadt Kabul: Zwei Selbstmordattentäter sprengen sich inmitten einer Demonstration in die Luft. Die Terrormiliz IS bekennt …
Mindestens 80 Tote bei IS-Doppelanschlag auf Demonstration in Kabul

KI-Team München: "Plötzlich werden aus Vermissten Tote"

München - Das Kriseninterventionsteam München ist für die Betreuung traumatisierter Menschen zuständig. In dieser tragischen Nacht sind 50 Helfer im Einsatz.
KI-Team München: "Plötzlich werden aus Vermissten Tote"

Kommentare