+
Milch, Heizöl und Benzin - Die Verbraucher freut die niedrige Inflationsrate.

Nur 0,3 Prozent

Absturz der Ölpreise führt zu niedrigster Inflation seit 2009

Wiesbaden - Die Verbraucherpreise in Deutschland steigen kaum. Das liegt vor allem daran, dass Energie deutlich günstiger ist als im Vorjahr. Dennoch machen sich Währungshüter Sorgen.

Der Absturz der Ölpreise hat die Inflation in Deutschland im vergangenen Jahr auf das Niveau des Krisenjahres 2009 gedrückt. Die Verbraucherpreise stiegen 2015 im Vergleich zum Vorjahr nur um durchschnittlich 0,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden in einer ersten Schätzung mitteilte.

Damit wurde wieder das Niveau des Jahres der Wirtschaftskrise 2009 erreicht. 2014 hatte die Teuerungsrate noch bei 0,9 Prozent gelegen, 2013 bei 1,5 Prozent. Seit 2011 (2,1 Prozent) ist die Inflation in Deutschland kontinuierlich gesunken.

Hauptgrund für die seit Monaten extrem niedrige Inflation ist der Preisverfall bei Erdöl. Davon profitieren Verbraucher beim Tanken und Heizen ebenso wie die Industrie in Form niedrigerer Energiekosten.

Im Dezember waren Haushaltsenergie und Kraftstoffe für Verbraucher 6,5 Prozent günstiger als ein Jahr zuvor. Allerdings war das Minus auf Jahressicht in den Monaten davor noch deutlicher, im November etwa lag es bei 7,5 Prozent. Der Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln schwächte sich unterdessen wieder ab: von 2,3 Prozent im November auf 1,4 Prozent im Dezember.

Insgesamt lag die jährliche Teuerungsrate nach Berechnungen des Bundesamtes im Dezember bei 0,3 Prozent nachdem sie zuvor zwei Monate in Folge auf niedrigem Niveau leicht angezogen hatte. Im November hatte die Rate bei 0,4 Prozent gelegen. Von November auf Dezember 2015 sanken die Verbraucherpreise leicht um 0,1 Prozent. Details will die Behörde am 19. Januar veröffentlichen.

Währungshüter halten zu geringe Inflationsraten für eine Konjunkturgefahr. Denn Konsumenten wie Unternehmen könnten sich in der Hoffnung auf weiter sinkende Preise bei Ausgaben zurückhalten. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt deshalb mittelfristig eine Teuerung von knapp unter 2,0 Prozent an - weit genug entfernt von der Nullmarke.

Ökonomen gehen davon aus, dass die Teuerungsrate 2016 langsam anziehen wird - auch weil die EZB die Märkte weiterhin mit billigem Geld flutet.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Dax-Konzern Linde und US-Rivale Praxair wollen fusionieren

Mit einer gescheiterten Fusion und Vorstandsquerelen hat Linde im Herbst Schlagzeilen gemacht. Jetzt unternimmt das Unternehmen einen neuen Anlauf, zur Nummer eins zu …
Dax-Konzern Linde und US-Rivale Praxair wollen fusionieren

Kaiser's-Verträge sollen Donnerstag unterzeichnet werden

Berlin - Die Verträge zur Aufteilung der Supermarktkette Kaiser's Tengelmann wurden bereits ausgehandelt - nun sollen sie auch unterschrieben werden: Am Donnerstag wird …
Kaiser's-Verträge sollen Donnerstag unterzeichnet werden

Siemens will im Digitalgeschäft zweistellig zulegen

Schon heute gehören digitale Geschäfte zu den Wachstumstreibern bei Siemens. In den kommenden Jahren will der Konzern weiter Tempo machen und legt dafür in der Forschung …
Siemens will im Digitalgeschäft zweistellig zulegen

Millionenstrafe für Pfizer wegen überhöhter Preise

London/New York (dpa) - Wegen der Forderung "überhöhter und ungerechter" Preise für ein Epilepsie-Medikament soll der US-Pharmakonzern Pfizer in Großbritannien einen …
Millionenstrafe für Pfizer wegen überhöhter Preise

Kommentare