Amazon-Mitarbeiterin in einem Logistikzentrum des Unternehmens. Verdi hat die Amazon-Mitarbeiter kurz vor Weihnachten erneut zu Streiks aufgerufen. Foto: Christoph Schmidt
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Amazon-Mitarbeiterin in einem Logistikzentrum des Unternehmens. Verdi hat die Amazon-Mitarbeiter kurz vor Weihnachten erneut zu Streiks aufgerufen.

Arbeitskampf im Weihnachtsgeschäft

Päckchen überfällig? Amazon-Beschäftigte streiken

Leipzig - Wenige Tage vor Weihnachten haben Beschäftigte des Versandhändlers Amazon erneut an mehreren Standorten die Arbeit niedergelegt. Der Ausstand soll zum Teil bis Heiligabend dauern.

In Leipzig war ein Ausstand bis einschließlich Heiligabend geplant. Rund 460 Beschäftigte versammelten sich zu Wochenbeginn vor dem Amazon-Firmengelände, wie ein Verdi-Sprecher berichtete. In den kommenden Tagen rechnete er mit ähnlichen Teilnehmerzahlen. Zunächst war der Ausstand in Leipzig nur für einen Tag angesetzt worden. Die Versammlung beschloss aber die Verlängerung.

In Koblenz sollten die Arbeitsniederlegungen ebenfalls erst an Heiligabend enden - voraussichtlich zum Ende der Frühschicht. Rund 200 Mitarbeiter streikten an dem Standort. Betroffen seien alle Bereiche wie etwa Lager und Versand, sagte eine Gewerkschaftssprecherin.

Verdi fordert einen Tarifvertrag nach den Bedingungen des Einzel- und Versandhandels. Das würde für die Mitarbeiter mehr Sicherheit und höhere Löhne bedeuten, erklärte die Sprecherin.

Der US-Konzern weigert sich bisher, Tarifverhandlungen aufzunehmen. Das Unternehmen sieht sich als Logistiker und verweist auf eine Bezahlung am oberen Ende des Branchenüblichen.

In Nordrhein-Westfalen kam es ebenfalls zu Arbeitsniederlegungen: Mit dem Beginn der Frühschicht traten nach Angaben der Gewerkschaft 250 Mitarbeiter in Rheinberg und 80 Kollegen in Werne in den Ausstand. Auch in Rheinberg könnte der Streik noch bis inklusive Heiligabend andauern.

Das Weihnachtsgeschäft ist für den Einzelhandel die umsatzstärkste Zeit des Jahres. Verdi ruft regelmäßig zum Arbeitskampf an deutschen Zweigstellen des Internet-Konzerns auf. "Wir wollen Amazon richtig in Bedrängnis bringen", hieß es.

Noch vor dem Wochenende hatte Amazon mitgeteilt, dass trotz des Ausstandes pünktlich geliefert werde. Die allermeisten der mehr als 10 000 Beschäftigten und der Saison-Aushilfen arbeiteten regulär. Zudem verfüge man über ein europaweites Logistiknetzwerk.

Der Versandhändler teilte mit, man habe 2015 in Deutschland mehr als 800 zusätzliche unbefristete Stellen geschaffen. 2016 sollten noch einmal mehr als 200 saisonale Stellen in feste Arbeitsplätze umgewandelt werden.

dpa

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