Das sächsische Oberverwaltungsgericht hat Sonntagsarbeit bei Amazon in Leipzig am dritten und vierten Advent untersagt. Foto: Jan Woitas/Archiv
+
Das sächsische Oberverwaltungsgericht hat Sonntagsarbeit bei Amazon in Leipzig am dritten und vierten Advent untersagt. Foto: Jan Woitas/Archiv

Nach Streiks

Gericht untersagt Sonntagsarbeit bei Amazon

Verdi versucht, Amazon mit Streiks im Weihnachtsgeschäft unter Druck zu setzen. Zudem geht die Gewerkschaft gerichtlich gegen Sonntagsarbeit in Leipzig vor. Mit Erfolg. Amazon verspricht indes: Niemand werde auf seine Weihnachtsgeschenke verzichten müssen.

Bautzen/Leipzig (dpa) - Das sächsische Oberverwaltungsgericht (OVG) hat Sonntagsarbeit bei Amazon in Leipzig am dritten und vierten Advent untersagt. Die Voraussetzungen für eine Bewilligung am 13. und 20. Dezember lägen nicht vor, teilte das OVG mit.

Damit setzte sich die Gewerkschaft Verdi mit ihrem Widerspruch gegen die Sonntagsarbeit durch. Zudem rief Verdi wieder zu Streiks im Weihnachtsgeschäft auf. Am Freitag beteiligten sich den Angaben zufolge rund 450 Beschäftigte. Auch an diesem Samstag soll in Leipzig gestreikt werden.

"Wir nehmen die Entscheidung mit Bedauern zur Kenntnis", sagte eine Amazon-Sprecherin mit Blick auf die Gerichtsentscheidung. Auswirkungen auf den Endspurt im Weihnachtsgeschäft werde dies aber nicht haben. "Unsere Kunden können sich darauf verlassen, dass ihre Weihnachtsgeschenke pünktlich ankommen." So hätten in Leipzig an Sonntagen ohnehin nur Freiwillige gearbeitet.

Die Landesdirektion Sachsen hatte die Sonntagsarbeit im Advent bei Amazon bewilligt, woraufhin Verdi vor Gericht zog. Vor dem Verwaltungsgericht Chemnitz war die Gewerkschaft noch gescheitert. Das OVG beschloss nun aber, dass die Beschäftigung von bis zu 3000 Arbeitnehmern an den Adventssonntagen unrechtmäßig wäre. (Az.: 3 B 369/15)

Der US-Onlinehändler habe den Antrag mit einer stark erhöhten Auftragssteigerung im Weihnachtsgeschäft begründet, teilte das Gericht mit. Sonntagsarbeit sei aber nur zur Verhütung eines unverhältnismäßigen Schadens gerechtfertigt. Mehr Bestellungen gebe es jedes Jahr im Weihnachtsgeschäft. Es sei nicht ersichtlich, warum Amazon den Zusatzbedarf nicht durch die Einstellung weiterer Mitarbeiter abdecken könne.

Verdi will mit Streiks weiter Druck auf Amazon machen. Am Freitag gab es auch Ausstände in Bad Hersfeld (Hessen), Graben (Bayern) sowie an den nordrhein-westfälischen Standorten Werne und Rheinberg. Die Gewerkschaft fordert die Anerkennung des Tarifvertrags für den Einzel- und Versandhandel, der US-Konzern lehnt Verhandlungen darüber strikt ab.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

VW kostet Abgas-Skandal bis zu 14,7 Milliarden Dollar

San Francisco - Da kommt einiges zusammen: Der Abgas-Skandal wird für Volkswagen zu einer teuren Angelegenheit. In den USA könnte die Affäre VW bis zu 14,7 Milliarden …
VW kostet Abgas-Skandal bis zu 14,7 Milliarden Dollar

Besucherzahlen in der Türkei brechen weiter ein

Istanbul (dpa) - Zum Beginn der Urlaubssaison sind die Besucherzahlen in der Türkei weiter eingebrochen. Im Mai seien knapp 34,7 Prozent weniger Ausländer als im …
Besucherzahlen in der Türkei brechen weiter ein

Mindestlohn steigt von 8,50 auf 8,84 Euro

Berlin - Nach zwei Jahren soll der Mindestlohn steigen - soviel war klar. Jetzt gibt es auch Gewissheit über die Höhe der Anhebung. Ein wenig bekanntes Gremium hat sich …
Mindestlohn steigt von 8,50 auf 8,84 Euro

Kleine Milchviehhalter geben auf

Wiesbaden - Wegen geringer Ertragsaussichten geben immer mehr kleine Milchbauern in Deutschland die Viehhaltung auf.
Kleine Milchviehhalter geben auf

Kommentare