Verdi will für die rund 10 000 Mitarbeiter des US-Konzerns in Deutschland einen Tarifvertrag auf dem Niveau des Einzel- und Versandhandels durchsetzen. Foto: Peter Endig
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Verdi will für die rund 10 000 Mitarbeiter des US-Konzerns in Deutschland einen Tarifvertrag auf dem Niveau des Einzel- und Versandhandels durchsetzen.

Streit um Tarifvertrag

Amazon-Mitarbeiter streiken erneut

Leipzig - Im beginnenden Weihnachtsgeschäft startet die Gewerkschaft Verdi wieder mit Streiks bei Amazon. Auch in Leipzig machen am Mittwoch Hunderte Beschäftigte mit.

Knapp 450 Beschäftigte des Amazon-Versandzentrums in Leipzig haben nach Gewerkschaftsangaben am erneut gestreikt. Rund 250 Mitarbeiter unterbrachen morgens die laufende Frühschicht, wie Verdi-Sprecher Jörg Lauenroth-Mago mitteilte. Zur Spätschicht hätten sich etwa 200 Menschen am Streik beteiligt. Auch in vier anderen Versandzentren des US-Versandhändler Amazon waren Hunderte Mitarbeiter am Morgen im Ausstand. Betroffen waren laut Gewerkschaft die Standorte Rheinberg und Werne (beide NRW), Bad Hersfeld (Hessen) und Koblenz (Rheinland-Pfalz). Laut Verdi waren insgesamt gut 1700 Mitarbeiter im Ausstand.

Die Gewerkschaft hatte bereits am vergangenen Donnerstag die Frühschicht zu Streiks aufgerufen. Mit den unangekündigten Aktionen im beginnenden Weihnachtsgeschäft will sie Tarifverhandlungen mit dem Branchenriesen erreichen. Verdi kämpft seit Jahren für einen Tarifvertrag mit Amazon zu den Konditionen des Einzel- und Versandhandels. Das Unternehmen lehnt das ab und orientiert sich nach eigenen Angaben an den Konditionen der Logistikbranche.

Die Ausstände hätten "keinerlei Einfluss auf die Einhaltung unseres Lieferversprechens", erklärte Amazon. Die überwältigende Mehrheit der mehr als 10 000 fest angestellten Mitarbeiter in Deutschland und Tausende Saisonkräfte hätten regulär gearbeitet. "Wie beweisen jeden Tag aufs Neue, dass man auch ohne Tarifvertrag ein fairer und verantwortungsvoller Arbeitgeber sein kann", kommentierte das Unternehmen die Verdi-Forderungen. Amazon betreibt in Deutschland acht große Versandzentren, davon zwei in Bad Hersfeld.

In Leipzig waren die Streiks zunächst bis zum Ende der Spätschicht geplant. "Wir lassen offen, wann wir streiken, damit Amazon nicht so gut planen kann", sagte Lauenroth-Mago. "Wir glauben, dass das Unternehmen die Saisonkräfte für das Weihnachtsgeschäft auch als Streikbrecher einsetzt." Dem Verdi-Sprecher zufolge beteiligt sich in Leipzig gut ein Drittel der Stammbelegschaft an den Arbeitsniederlegungen. Es seien auch immer wieder neue Gesichter dabei. "Eine Motivation ist etwa, dass Amazon nur 400 Euro Weihnachtsgeld zahlt - branchenüblich wären aber 1000 Euro."

dpa

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