+
Eine Arbeitsmarktmesse für Flüchtlinge in Rostock: Die vielen Migranten in Deutschland beeinflussen die Arbeitsmarktstatistik. Foto: Bernd Wüstneck

Arbeitslosigkeit in Deutschland sinkt nicht weiter

Seit Jahren glänzt Deutschland mit immer neuen Erfolgsmeldungen vom Arbeitsmarkt - damit ist bald vorerst Schluss. Im OECD-Vergleich zeigt sich aber: Die Probleme hierzulande sind eher klein.

Berlin (dpa) - Die Arbeitslosigkeit in Deutschland sinkt nach einer OECD-Prognose nach mehreren Jahren bald nicht mehr weiter ab. Der wesentliche Grund sei der Eintritt der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt. Damit deckt sich die Einschätzung der OECD-Experten mit Prognosen deutscher Arbeitsmarktforscher.

Der kontinuierliche Rückgang der Arbeitslosenquote werde mit einer Stabilisierung in der zweiten Jahreshälfte und dann weiter im folgenden Jahr vorläufig zu Ende kommen, so der am Donnerstag veröffentlichte OECD-Beschäftigungsausblick.

Zwar würden die Flüchtlinge erst langsam auf dem Arbeitsmarkt sichtbar. Aber dann wären viele von ihnen voraussichtlich zunächst arbeitslos. Es komme zentral auf Sprachförderung, die Ausbildung und die Anerkennung von bestehenden Qualifikationen an.

Insgesamt werde die Beschäftigungsquote fast zehn Jahre nach Ausbruch der globalen Finanzkrise im OECD-Raum wieder auf das Niveau vor der Krise zurückkehren.

In Deutschland gibt es weniger Jugendliche, die weder in Beschäftigung, Bildung noch in Ausbildung sind, als in anderen OECD-Staaten. Der Anteil solcher junger Menschen zwischen 15 bis 29 Jahren sank zuletzt auf deutlich unter 5 Prozent, im OECD-Schnitt liegt er bei 5,3 Prozent.

Die seit 2009 positive Entwicklung auf dem deutschen Arbeitsmarkt habe sich zuletzt fortgesetzt. Die Beschäftigungsquote für die 15- bis 74-Jährigen werde im Laufe des Jahres 2016 voraussichtlich 65 Prozent überschreiten - der OECD-Durchschnitt liegt bei 60,5 Prozent. Die Arbeitslosigkeit ist mit 4,3 Prozent so niedrig wie seit 25 Jahren nicht mehr.

Der Anteil der Beschäftigten, die seit mindestens einem Jahr ohne Job sind, sei in den letzten acht Jahren beständig gefallen. Er liegt bei 1,9 Prozent - OECD-Durchschnitt: 2,2 Prozent. Im Gegensatz zu vielen anderen OECD-Ländern seien die Reallöhne in Deutschland seit 2011 deutlich gewachsen.

Ländernotiz Deutschland OECD

Mehr zum Thema

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Verbraucher geben mehr für Schoko-Nikoläuse aus

Düsseldorf - Die Menschen in Deutschland geben zu Weihnachten immer mehr Geld für Süßigkeiten aus. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz mit Schoko-Nikoläusen, …
Verbraucher geben mehr für Schoko-Nikoläuse aus

Auch McDonald's will Essen nach Hause liefern lassen

München - Der Fast-Food-Riese McDonald's will größer ins Geschäft mit Essenslieferungen einsteigen. "Home Delivery spielt eine zunehmend größere Rolle im Essverhalten in …
Auch McDonald's will Essen nach Hause liefern lassen

Studie: Zukunft der Lebensmittelversorgung ungewiss

Die Weltbevölkerung wächst - und damit der Bedarf an Nahrung. Die Welt könnte auch 2050 noch zu günstigen Preisen satt werden - wenn High-Tech und Gentechnik sich weiter …
Studie: Zukunft der Lebensmittelversorgung ungewiss

Verbraucherschützer sorgen sich um Altpolicen

Die Zinsflaute setzt Lebensversicherer unter Druck. Verbraucherschützer befürchten, dass sie Kunden mit hoch verzinsten Altverträgen loswerden wollen. Ein Unternehmen …
Verbraucherschützer sorgen sich um Altpolicen

Kommentare