Unter chinesischer Führung hat die neue Asiatische Infrastruktur-Investitionsbank (AIIB) ihre Arbeit aufgenommen. Nach China, Indien und Russland ist Deutschland der viertgrößte Geldgeber. Foto: Wu Hong/Archiv
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Unter chinesischer Führung hat die neue Asiatische Infrastruktur-Investitionsbank (AIIB) ihre Arbeit aufgenommen. Nach China, Indien und Russland ist Deutschland der viertgrößte Geldgeber. Foto: Wu Hong/Archiv

Asien-Infrastrukturbank soll Wachstum fördern

China bemüht sich um mehr Einfluss in der globalen Finanzordnung. Der Start der Asiatischen Infrastrukturbank ist ein erster Schritt. Die USA und Japan wollen sich nicht beteiligen - aber Deutschland mischt vorne mit.

Peking (dpa) - Unter chinesischer Führung hat die neue Asiatische Infrastruktur-Investitionsbank (AIIB) ihre Arbeit aufgenommen.

Bei einer Feierstunde im Staatsgästehaus Diaoyutai in Peking sagte Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping, die neue Entwicklungsbank solle dem wachsenden Infrastrukturbedarf in Asien nachkommen. "Es ist ein historischer Moment." 57 Staaten sind Gründungsmitglieder. Ihr Kapital beträgt 100 Milliarden US-Dollar (91 Milliarden Euro).

Nach China, Indien und Russland ist Deutschland der viertgrößte Geldgeber und das wichtigste Mitgliedsland, das nicht aus Asien stammt. Die USA und Japan beteiligen sich nicht an der Bank. Die AIIB wies Sorgen zurück, sie könne in Konkurrenz zu bestehenden globalen Finanzinstituten treten oder bei der Kreditvergabe nicht nach hohen internationalen Standards operieren.

Die Gründung der neuen Entwicklungsbank sei "ein Meilenstein in der Reform der globalen Wirtschaftsordnung", sagte der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Chinas Finanzminister Lou Jiwei. Die AIIB wolle mit bestehenden Finanzorganen wie der Weltbank oder der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) zusammenarbeiten, um in Asien die Infrastruktur aufzubauen und die Entwicklung zu fördern.

China wolle mit einem Infrastrukturausbau das Wachstumspotenzial der Region freisetzen, sagte Expertin Sandra Heep vom China-Institut Merics in Berlin. "Mit der AIIB leitet China eine bedeutende Trendwende in der Entwicklungszusammenarbeit ein, in der Infrastrukturprojekte lange Zeit verpönt waren." China wolle damit auch seiner eigenen Wirtschaft unter die Arme greifen.

"Insbesondere möchte Peking durch AIIB-finanzierte Infrastrukturprojekte seiner von Überkapazitäten geplagten Bauindustrie zu neuen Absatzmärkten und Investitionsmöglichkeiten verhelfen", sagte Heep. Wenn allerdings durch den Ausbau von Häfen, Straßen, Eisenbahnen und Telekommunikation eine neue Wachstumsdynamik in Asien entstehe, komme das auch dem Rest der Welt zugute.

China hat mit 26,06 Prozent der Anteile praktisch eine Vetomacht. Für asiatische Mitglieder sind drei Viertel der Stimmrechte reserviert. Indien ist mit 7,5 Prozent und Russland mit 5,9 Prozent dabei. Deutschland hält 4,1 Prozent und zahlt 900 Millionen US-Dollar (824 Mio Euro) ins Gründungskapital. Für den Zeitraum 2016 bis 2019 gibt Berlin ferner Kreditgarantien in Höhe von 3,6 Milliarden US-Dollar.

Bankpräsident ist der frühere chinesische Vizefinanzminister Jin Liqun. Er genießt einen guten Ruf als erfahrener Banker, spricht fließend Englisch und hatte bereits führende Funktionen in der Asiatischen Entwicklungsbank und der Weltbank inne.

AIIB

Jin Liqun-Artikel

Bundesfinanzministerium Mitteilung zu AIIB

Bundesfinanzministerium über AIIB

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