+
Stefan Knirsch wird zum 01.01.2016 neuer Technikvorstand der Audi AG. Foto: Audi

Audi setzt auf externe Aufklärung in Abgas-Skandal

Audi zieht Konsequenzen aus der eigenen Dieselaffäre: Der Technikchef wird ausgetauscht, US-Anwälte sollen die Vorgänge aufklären. Die Arbeitnehmer freuen sich - und fordern weitere Schritte.

Ingolstadt (dpa) - Die VW-Tochter Audi zieht Konsequenzen aus dem Abgas-Skandal. Volkswagen-Chef Matthias Müller hat den Vorsitz im Aufsichtsrat der Nobelmarke übernommen.

Das Kontrollgremium entließ zudem am Donnerstagabend den bereits im September beurlaubten Technikvorstand Ulrich Hackenberg und holte den zu Rheinmetall gewechselten früheren Leiter der Audi-Motorentwicklung Stefan Knirsch als Nachfolger zurück nach Ingolstadt.

Die US-Anwaltskanzlei Jones Day wurde beauftragt, die Hintergründe der Dieselaffäre bei Audi zu ermitteln. Vor Müller stand der im Zuge der Affäre zurückgetretene VW-Chef Martin Winterkorn an der Spitze des Audi-Aufsichtsrats.

Audi-Vorstandschef Rupert Stadler musste am Donnerstagabend dem Aufsichtsrat erklären, warum Audi eigene Tricksereien bei Abgastests zunächst bestritten hatte, dann aber doch verbotene Software bei seinem Sechszylinder-Turbodiesel einräumen musste.

Der stellvertretende Audi-Aufsichtsratschef und frühere IG-Metall-Chef Berthold Huber lobte: "Die Aufklärung geht voran. Das ist ein notwendiges und gutes Zeichen." Auch der Gesamtbetriebsratschef und Aufsichtsrat Peter Mosch signalisierte Rückhalt: "Die bisher getroffenen Maßnahmen des Vorstands zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Zudem müssen jetzt weiter Konsequenzen gezogen werden, damit so etwas nicht mehr passiert."

Die Gewerkschafter begrüßten Hackenbergs Ablösung, weil für die verunsicherte Belegschaft "klare personelle Verhältnisse herrschen müssen". Nachfolger Knirsch müsse jetzt Stadler bei der weiteren Aufklärung unterstützen, sagte Huber. Knirsch war 2008, als bei Audi die beanstandete Motor-Software entwickelt wurde, bei Porsche. Müller sagte, Knirsch bringe hervorragende Voraussetzungen für seine neue Aufgabe mit.

Mitte Dezember will Audi den US-Umweltbehörden Vorschläge vorlegen, wie die betroffenen Dieselmotoren nachgebessert werden sollen. Audi hat dafür einen zweistelligen Millionenbetrag veranschlagt. Anwälte von Jones Day waren im Auftrag der Konzernmutter VW bereits bei Audi und werden jetzt die Sitzungsprotokolle und Unterlagen der Software-und Motorentwicklung auswerten.

Audi-Mitteilung

Mehr zum Thema

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

EU erklärt Apple-Deals in Irland laut Medien für unzulässig

In den jahrelangen Ermittlungen der EU-Kommission zu Apples Steuern in Irland scheint die Entscheidung unmittelbar bevorzustehen. Brüssel bleibt laut Medienberichten …
EU erklärt Apple-Deals in Irland laut Medien für unzulässig

Unsicherheit über US-Geldpolitik bremst Dax

Frankfurt/M. (dpa) - Die Unsicherheit über die künftige US-Geldpolitik macht dem Dax zu schaffen. Allerdings holte der deutsche Leitindex seine zwischenzeitlich noch …
Unsicherheit über US-Geldpolitik bremst Dax

Studie: Kleinere Busfirmen profitieren von Fernbusgeschäft

Berlin (dpa) - Mittelständische Busunternehmen profitieren einer Studie zufolge von der Liberalisierung des Fernbusmarkts - trotz des harten Preiskampfs.
Studie: Kleinere Busfirmen profitieren von Fernbusgeschäft

Ikea-Chef: Die Zukunft gehört den smarten Möbeln

Auf Fenstern Emails lesen oder ein Bücherregal, das Kaffee kocht: Nur eine Frage der Zeit, sagt der Ikea-Forschungschef Mikael Ydholm. Die Zukunft sei voller smarter …
Ikea-Chef: Die Zukunft gehört den smarten Möbeln

Kommentare