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Schon vor der Sitzung war bekannt geworden, dass die Deutsche Bahn in diesem Jahr erstmals nach zwölf Jahren wieder Verlust machen wird.

Konzern soll wieder in die Erfolgsspur kommen

Bahn soll pünktlicher und Service besser werden

Berlin - Schlechte Zahlen, unpünktliche Züge - die Bahn steht unter Druck. Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten nun an einem Ausweg. Die Erwartungen sind groß.

Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn will den bundeseigenen Konzern wieder in die Erfolgsspur bringen. Das Gremium berät seit dem Vormittag über einen Konzernumbau und ein Programm für mehr Service und Pünktlichkeit.

Vize-Aufsichtsratschef Alexander Kirchner sagte vor Sitzungsbeginn, es gehe um ein Signal für mehr Pünktlichkeit, Qualität und Service. "Der Vorstand wird uns einen Vorschlag machen, wie wir aus dem Tal der Tränen rauskommen", sagte Wirtschaftsstaatssekretärin Brigitte Zypries (SPD), die für den Bund als Eigentümer im Aufsichtsrat sitzt.

Wie vor zwei Wochen aus Kreisen des Gremiums bekanntwurde, wird die Bahn 2015 trotz eines Rekordumsatzes von mehr als 40 Milliarden Euro erstmals seit dem Jahr 2003 wieder einen Verlust einfahren. Im laufenden Geschäft sei ein Plus von 1,75 Milliarden Euro erzielt worden. Kosten für den Konzernumbau und Wertberichtigungen im Güterverkehr drückten das Jahresergebnis jedoch ins Minus.

Dem Aufsichtsrat liegt ein auf mehrere Jahre angelegtes Programm "Zukunft Bahn" des Vorstands um Konzernchef Rüdiger Grube vor. Die Beratungen des Kontrollgremiums werden voraussichtlich bis zum Abend dauern. Die Arbeitnehmerseite gehe mit eigenen Positionen in die Gespräche, sagte Kirchner, der auch Vorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft ist. Er sprach sich gegen Überlegungen aus, weniger Güter zu transportieren.

Ähnlich äußerte sich der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag, Martin Burkert (SPD). "Wir haben heute gut 17 Prozent aller Güter leider nur auf der Schiene, wir brauchen mehr Güter auf der Schiene, der Marktanteil muss steigen", sagte Burkert im Inforadio des RBB. "Darüber wird zu reden sein und ich bin überzeugt, da wird im Aufsichtsrat heute auch hart darüber gesprochen."

Grube habe "mit dem Konzernumbau jetzt die Chance, die er nutzen muss. Sonst wird es eng", sagte Burkert zu hr-iNFO. Mitte nächsten Jahres werde sich entscheiden, ob Grube für eine weitere Amtszeit vorgeschlagen werde.

dpa

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