Vom 11. Februar bis 20. März will die Bahn nochmals in großem Umfang Tickets für 19 Euro anbieten. Foto: Armin Weigel
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Vom 11. Februar bis 20. März will die Bahn nochmals in großem Umfang Tickets für 19 Euro anbieten. Foto: Armin Weigel

Bahn erwägt Senkung der Sparpreise

Bisher waren es zeitlich begrenzte Aktionen. Nun denkt die Bahn darüber nach, ihre Sparpreise auf Dauer zu reduzieren. Es ist eine Reaktion auf die Konkurrenz durch Privatautos und Fernbusse.

Berlin (dpa) - Die Deutsche Bahn erwägt, ihre Sparpreise im Fernverkehr dauerhaft zu senken. Ziel sei es, mehr preissensible Kunden für die Bahn zu gewinnen, sagte das Vorstandsmitglied für Verkehr und Transport, Berthold Huber, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Vom 11. Februar bis 20. März will der Konzern nochmals in großem Umfang Tickets für 19 Euro anbieten. "Wir probieren es jetzt noch mal, um dann eine Entscheidung zu treffen, das möglicherweise dauerhaft einzuführen", erläuterte Huber.

Im vergangenen Jahr hatte die Bahn bei zwei Aktionen nach eigenen Angaben 4,5 Millionen Tickets zu je 19 Euro verkauft. Die Fahrgäste seien dabei im Durchschnitt 450 Kilometer gefahren. Wie viele dieser Sondertickets mit Zugbindung diesmal auf den Markt kommen werden, ist nach Hubers Worten offen: "Die Tickets sind natürlich für die einzelnen Züge kontingentiert. Es gibt aber keine Begrenzung der Gesamtzahl."

Die Konkurrenz vor allem durch Fernbusse hat der Bahn stark zugesetzt. 2015 stieg die Anzahl der Fahrgäste dennoch leicht auf rund 130 Millionen nach 129 Millionen im Jahr zuvor.

Bei der Bahn gibt es auch Gedankenspiele darüber, für den Flexpreis Spielräume zu schaffen. Das ist der bisher Normalpreis genannte Tarif, der bei der Bahn ohne Ermäßigung oder Sonderticket zu zahlen ist. "Ich könnte mir vorstellen, dass der Flexpreis auch variiert", sagte Huber. Radikale Änderungen im Preissystem seien aber nicht zu erwarten.

"Im Moment ist es so, dass wir im Durchschnitt im Sparpreissegment die Preise senken mit dem Effekt, dass ich mehr Fahrgäste in die Züge kriege und hoffentlich am Ende mehr Umsatz mache", erläuterte Huber seine Strategie. "Wir versuchen einen Platz zu verkaufen, der sonst leer geblieben wäre." Bei der Preisbildung müsse die Bahn "viel flexibler und schneller werden. Da können wir von den Fernbussen lernen."

Huber denkt auch darüber nach, die Bahncard 50 für Studenten dauerhaft günstiger zu verkaufen. "Wir haben bei der Bahncard 50 erhebliche Probleme gehabt, weil wir unter den jungen Leuten massiv Kunden verloren hatten." Weil es inzwischen mehr Wahlmöglichkeiten beim Reisen gebe, hätten sich die jungen Leute gefragt, "soll ich so viel Geld für ein Stück Plastik ausgeben, von dem ich gar nicht genau weiß, ob ich es brauche".

Deshalb habe die Bahn die Studenten-Bahncard 50 probeweise zum halben Preis von 68,50 Euro eingeführt. "Wir werten den Test zurzeit noch aus, aber man kann jetzt schon sehen: Wir haben die Bahncard in der jungen Zielgruppe signifikant mehr verkauft", so Huber. Dadurch nehme das Unternehmen zwar bei den Bahncards weniger ein, aber mehr bei den Zugfahrten: "Denn wenn die Kunden einmal eine Bahncard haben, dann fahren sie auch."

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