+
Deutschland überrollt eine Streikwelle bei Bahn, Post und Kitas.

Lokführer, Post und Kitas im Ausstand 

Ticker: Bahn-Streik endet am Donnerstag!

München - Die Bahn und die Lokführer-Gewerkschaft GDL beenden ihren Streik. Die Warnstreiks bei der Post gehen weiter und viele Kita-Mitarbeiter fordern mehr Anerkennung für ihre Arbeit. Alle Infos zu den Streiks in unserem Ticker.

+++ Die notwendigen Maßnahmen, den Bahn-Streik zu beenden, sind laut Bahn für die Kunden bereits um 7 Uhr morgens angelaufen, laut GDL ist der Streik aber offiziell erst am Abend um 19 Uhr beendet. Die Bahn arbeitet nach eigenen Angaben mit Hochdruck daran, zum normalen Fahrplan zurückzukehren. Die Schlichtung soll am kommenden Mittwoch (27. Mai) beginnen und ist für drei Wochen angesetzt. Bis Mitte Juni sind die Streiks damit ausgesetzt.

Zwei externe Schlichter sollen den monatelangen Tarifstreit helfen zu beenden: der frühere brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) für die Deutsche Bahn und der thüringische Regierungschef Bodo Ramelow (Linke) für die GDL.

++++++ EILMELDUNG am Donnerstagmorgen +++ Der Streik bei den Lokführern wird "unverzüglich" beendet. Das teilten die Bahn und die Gewerkschaft GDL am Donnerstagmorgen mit.

+++ Die Deutsche Bahn und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) wollen am Donnerstag einen Tarifabschluss erzielen. Dabei müssen in der zwölften Verhandlungsrunde (ab 15 Uhr) in Berlin noch Schlüsselfragen geklärt werden. So fordert die EVG Nachbesserungen bei der Lohnerhöhung. Sollte keine Annäherung möglich sein, schließt die Gewerkschaft Streiks nicht aus. Anders als die konkurrierende Lokführergewerkschaft GDL, deren Mitglieder derzeit streiken, hat die EVG in dieser Tarifrunde noch kein einziges Mal zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Beide Gewerkschaften hatten sich nicht auf ein gemeinsames Vorgehen einigen können.

+++ Mit den Bahnstreiks drohen nach Einschätzung von Verkehrsexperten am Freitag vor Pfingsten Stau-Rekorde auf den Straßen. „Alle Zutaten dafür sind da“, sagte Stauforscher Michael Schreckenberg von der Universität Duisburg-Essen. Der drohende Stillstand auf vielen Zugstrecken trifft die Autofahrer zu einem besonders ungünstigen Termin: Der Freitag vor dem langen Pfingstwochenende ist laut Schreckenberg üblicherweise der staureichste Tag des Jahres. Die meisten Urlauber starteten dann in den Kurztrip, weil es sich sonst nicht lohne, erklärte Schreckenberg. „Die haben keine andere Wahl.“ In den Sommerferien gebe es mehr Ausweichmöglichkeiten.

Am Nachmittag setze der Berufsverkehr ein, zudem sei der Freitag eh der Wochentag mit dem höchsten Verkehrsaufkommen. Auf die Autofahrer komme ein Szenario zu, das „wir so noch nie hatten“. Schreckenberg rechnet mit besonders langen Staus rund um Köln, Frankfurt, München und Hamburg.

+++ Der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann sagte im Sender NDR2 zum Bahn-Streik, Bahn und GDL lägen nach seiner Einschätzung nah beieinander. Insofern könnte ein Tarifabschluss in den nächsten Tagen gelingen. Die GDL müsse aber die Vorstellung überwinden, dass sie sich im Bahnkonzern „breitmachen könne“ für alle Beschäftigtengruppen, die sie zum Teil gar nicht organisiere.

+++ 40.000 Erzieher und Sozialarbeiter haben am Mittwoch bundesweit ihre Arbeit niedergelegt. Die Gewerkschaft Verdi hat zur unbegrenzten Fortsetzung des bundesweiten Kita-Streiks aufgerufen. „Dieser Streik wird fortgesetzt, unbefristet, bis ein annehmbares Ergebnis vorliegt“, sagte Verdi-Chef Frank Bsirske am Mittwoch in Fulda nach einer bundesweiten Streikdelegierten-Konferenz. Die Erzieher und Sozialarbeiter an kommunalen Kitas sind seit mehr als einer Woche bundesweit und unbefristet im Ausstand. Sie fordern eine um mehrere Stufen erhöhte Tarif-Eingruppierung. Dies hält die Arbeitgeberseite für die bundesweit rund 240.000 Beschäftigten für nicht finanzierbar.

+++ Im internationalen Vergleich wird in Deutschland weiterhin wenig gestreikt. Es ist zweitrangig, ob man Streiktage oder Streikteilnehmer zählt: Deutschland liegt in den Statistiken regelmäßig auf den hinteren Rängen mit großem Abstand zu streikfreudigen Republiken wie Dänemark, Frankreich oder Belgien.

+++ Streik, Streik und wieder Streik: Erzieher, Piloten, Postboten und die Lokführer - Kommt Deutschland noch mal heraus aus dem gefühlten Dauerstreik? Im zweiten Halbjahr wird es ruhiger, verspricht zwar Tarifexperte Hagen Lesch vom arbeitgebernahen Institut der Deutschen Wirtschaft, doch erst einmal steuert die deutsche Volkswirtschaft auf ein seit Jahren nicht mehr gekanntes Streikniveau zu.

+++ Reisende, die wegen des Staus eine Stunde oder länger am Bahnsteig warten mussten, bekommen einen Teil des Fahrpreises erstattet. Außerdem dürfen Fahrgäste bei Verspätungen oder Ausfällen auch auf andere Züge ausweichen.

+++ Für Verkehrsminister Alexander Dobrindt ist eine Schlichtung zwischen Bahn und GDL nach wie vor für unumgänglich, wie ein Sprecher betonte. „Es geht dem Minister vor allem um verantwortungsvolle Tarifpartnerschaft und am Ende eine Lösung am Verhandlungstisch“, sagte der Sprecher.

Kanzlerin will sich in Streit von Bahn und GDL nicht einmischen

+++ Bundeskanzlerin Angela Merkel will sich auch nach Beginn des neunten Lokführerstreiks nicht in den Tarifkonflikt zwischen Bahn und GDL einschalten. „Als Bundesregierung - mit Blick auf die Tarifautonomie - mischen wir uns da nicht ein“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin. „Trotzdem hoffen wir, dass dieser Konflikt zwischen Bahn und GDL möglichst schnell beigelegt werden kann.“

Die Kanzlerin habe mehrfach geäußert, dass das Streikrecht ein verbrieftes Grundrecht und hohes Gut sei, sagte Seibert weiter. Unabhängig davon müssten sich alle Beteiligten in einem so sensiblen Bereich zu einer solchen Zeit wie kurz vor und während der Pfingstferien ihrer besonderen Verantwortung bewusst sein.

+++ Eine Milliarde Euro Schaden droht der deutschen Wirtschaft durch alle neun Bahn-Streiks zusammen. Das schätzt Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK).

+++ Zumindest Claus Weselsky ist mit dem Streik überaus zufrieden: Er sei "hervorragend angelaufen", sagte der GDL-Chef im N24-Interview. "Wir verteidigen hier Arbeitnehmerrechte, die über Jahrzehnte entstanden sind."

+++ Zu Pfingsten drohen Rekord-Staus auf den Straßen, vor allem am Freitag vor Pfingsten. „Alle Zutaten dafür sind da“, sagte Stauforscher Michael Schreckenberg von der Universität Duisburg-Essen. Der drohende Stillstand auf vielen Zugstrecken trifft die Autofahrer zu einem besonders ungünstigen Termin: Der Freitag vor dem Pfingstwochenende ist laut Schreckenberg üblicherweise der staureichste Tag des Jahres. Die meisten Urlauber starteten dann in den Kurztrip, weil es sich sonst nicht lohne, erklärte Schreckenberg. Auf die Autofahrer komme ein Szenario zu, das „wir so noch nie hatten“.

+++ Ob es was bringt? Die Deutsche Bahn und die GDL bemühen sich weiter um eine Annäherung in ihrem Tarifkonflikt - mit Hilfe des ehemaligen Bundesarbeitsrichters Klaus Bepler. „Die derzeitige Situation ist, dass wir mit der Bahn in Hintergrundgesprächen sind. Die sind vertraulich, und mehr gibt's dazu aktuell nicht zu sagen“, sagte der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky am Mittwoch im Fernsehsender n-tv. Auch eine Bahnsprecherin verwies auf die vereinbarte Vertraulichkeit.

Bahn-Mitarbeiter fürchten wegen des Streiks um ihre Jobs

+++ Bahn-Mitarbeiter fürchten um Jobs: Der Lokführerstreik und dessen wirtschaftliche Folgen lassen Bahn-Beschäftigte um ihren Arbeitsplatz fürchten. Der derzeitige Schwebezustand verunsichere die Kollegen zum Teil massiv, sagte der Vorsitzende des Konzernbetriebsrats, Jens Schwarz, am Mittwoch in Frankfurt. Er appellierte an das Unternehmen und an die Gewerkschaften GDL und EVG, sich schnell zu einigen. Der Konzernbetriebsrat vertritt die Interessen von rund 200.000 Bahn-Mitarbeitern.

Mit jedem Streiktag wachse die Belastung für die Kollegen, die sich nicht im Arbeitskampf befänden, aber dessen Auswirkungen abfedern müssten, sagte Schwarz. Die Bahn verliere nach seiner Einschätzung wegen des Streiks rund 100 Millionen Euro Umsatz pro Tag.

+++ Die GDL hat für ihren erneuten Streik bei der Deutschen Bahn bislang keine finanzielle Unterstützung beim Beamtenbund beantragt. Das sagte der Vorsitzende des Beamtenbundes (DBB), Klaus Dauderstädt, am Mittwoch im Deutschlandfunk. Die GDL ist Mitglied im DBB Beamtenbund und Tarifunion. Sie kann aus einem Fonds des Beamtenbunds Unterstützung für ihr Streikgeld erhalten. Dazu muss sie einen Antrag an den Vorstand der DBB-Bundestarifkommission stellen - und zwar für jeden Streik neu. Dauderstädt sagte, die GDL habe nur für einen Teil der vorherigen Streiks Anträge auf Streikgeld-Unterstützung gestellt. Dafür habe es jeweils eine Zusage gegeben. Welche Summe anfallen werde, sei noch unklar.

+++ Bei der Deutschen Post haben Gewerkschaft und Arbeitgeber einen weiteren Versuch zur Lösung des Tarifkonflikts gestartet. Nach vier erfolglosen Runden traten Verdi und Management am Mittwoch in Königswinter bei Bonn zu weiteren Gesprächen zusammen. Kurz vor Beginn der Verhandlungen seien alle Warnstreiks eingestellt worden, sagte ein Verdi-Sprecher. Für die 140.000 Beschäftigten fordert die Gewerkschaft kürzere Arbeitszeiten sowie 5,5 Prozent mehr Geld. Eine Lösung des Tarifkonflikts gilt angesichts der zugespitzten Lage als extrem schwierig. Für die Verhandlungen wurden zwei Tage angesetzt.

+++ "Die Bahn kommt" - Mit seiner neuesten Werbung zum Bahn-Streik sorgt der Autovermieter Sixt wieder Lacher und heftiges Gezwitschere im Netz.

ADAC rät: Auto an Pfingsten wenn möglich stehen lassen

+++ Der ADAC rät Pfingsturlaubern, das Auto vor allem Freitagabend und Samstag stehen zu lassen. Wegen des Bahn-Streiks werden umso mehr Menschen auf das Auto oder den Bus umsteigen. Auch abseits der Autobahnen werde nicht helfen, sagte eine ADAC-Sprecherin. Auch die Ausweichrouten werden überfüllt sein. Wer dennoch mit dem Auto fährt, sollte lange Staus einplanen, sich entsprechend darauf einstellen und möglichst entspannt bleiben.

+++ Der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Ingo Kramer, regt sich über den neunten GDL-Streik auf: „Das Verhalten der GDL ist ein Anschlag auf die Tarifautonomie in Deutschland.“ Der streikenden Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) gehe es vor allem um Machtinteressen, nicht darum, einen Tarifkompromiss zu erreichen. 

„Der Streik der GDL richtet sich eigentlich gegen die EVG und damit gegen die Mehrheitsgewerkschaft bei der Bahn, trifft aber die Deutsche Bahn mit all ihren Kunden“, kritisierte Kramer. Die GDL scheue dabei nicht davor zurück, die Bahnkunden „aus egoistischen Organisationsinteressen in Geiselhaft“ zu nehmen. Das könnte am Ende das Vertrauen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern in Tarifrunden grundsätzlich schmälern: „Wer Arbeitskämpfe allein um eigene Macht- und Organisationsinteressen führt, missbraucht die Tarifautonomie.“

+++ Neue Tarifrunde bei der Deutschen Post: Gewerkschaft und Arbeitgeber starten am Mittwoch um 11 Uhr einen neuen Versuch, um den Tarifkonflikt bei der Deutschen Post zu lösen. In den vier Tarifrunden zuvor hatten beide Seiten keine Annäherung erzielt.

+++ Der Streik der Lokführer-Gewerkschaft GDL hat Mittwochnach um 2 Uhr begonnen – wie lange er diesmal dauert, ist unklar. Vermutlich werden ungefähr zwei Drittel der Fernzüge ausfallen und je nach Region 40 bis 85 Prozent der Nahverkehrszüge. Auch S-Bahnen fallen aus oder fahren weniger oft. Die Bahn hat Ersatzfahrpläne für den Fern-, Regional- und S-Bahn-Verkehr online gestellt, die verlässlich sein sollen.

Nach Informationen der Bild-Zeitung (Mittwochsausgabe) soll der Deutsche Beamtenbund die GDL nicht finanziell unterstützen. Grund sei, dass die GDL diesmal keinen entsprechenden Antrag gestellt habe.

Der Vorsitzende des Dachbverbands dbb-Beamtenbund, Klaus Dauderstädt, verteidigte den Streik. „Wir stehen hinter den Zielen der GDL“, sagte er der Nordwest-Zeitung (Mittwochsausgabe). „Wenn man am Verhandlungstisch nicht weiterkommt, gehören immer zwei Seiten dazu.“ Die Deutsche Bahn AG habe nicht genug dafür getan, schnell zu einer Einigung zu kommen. 

Alle News und Infos zu den Streiks vom Dienstag zum Nachlesen

+++ Der Notfahrplan für den Fernverkehr für Mittwoch und Donnerstag ist seit Dienstagmittag im Internet einzusehen. Rund ein Drittel der Fernzüge sollen während des Streiks fahren. Auf den Hauptstrecken vom Ruhrgebiet nach Osten sowie von Hamburg nach Süden sollen mehr Züge verkehren als auf den übrigen Strecken, sagte Vorstandsmitglied Ulrich Homburg. An den Hauptreisetagen zu Pfingsten will die Bahn versuchen, zusätzliche ICE und IC auf den Hauptrouten einzusetzen, sofern sie genügend Lokführer auftreiben kann.

Bei den Regionalzügen und S-Bahnen sollen die Ersatzfahrpläne für einen Tag jeweils am vorhergehenden Nachmittag feststehen. Im Regionalverkehr dürften nach Einschätzung der Bahn 15 bis 60 Prozent der sonst üblichen Fahrten im Angebot sein.

+++ Wenn die Lokführer mit ihrem Streik den Reisenden einen Strich durch die Rechnung machen, sind Alternativen gefragt. Lesen Sie hier, wie Sie trotz Bahnstreik trotzdem vorankommen.    

+++ Auch nach dem Start der neunten Streikwelle der Lokführer dauern die Gespräche zwischen der Deutschen Bahn und der Gewerkschaft GDL an. Ein Ende sei noch nicht absehbar, sagte eine Sprecherin der Bahn am Dienstagnachmittag der Deutschen Presse-Agentur. Unter Mithilfe des unabhängigen Arbeitsrechtlers Klaus Bepler wollten beide Seiten die rechtlichen Bedingungen für eine Schlichtung ausloten.

Die Gespräche fanden an einem nicht genannten Ort in Frankfurt am Main statt. Die GDL wollte den Fortgang der vertraulichen Unterredung nicht kommentieren.

+++ Im Tarifkonflikt bei der Deutschen Post hat die Gewerkschaft Verdi eine einstweilige Verfügung gegen einen Einsatz von Beamten als Streikbrecher eingereicht. Den Antrag auf Unterlassung stellte Verdi am Dienstag beim Arbeitsgericht Bonn, dem Sitz der Deutschen Post, wie die Gewerkschaft mitteilte. Nach ihrer Kenntnis habe die Post seit Beginn des Arbeitskampfes Anfang April in zahlreichen Betriebsstätten Beamte auf bestreikten Arbeitsplätzen eingesetzt. Der Konzern wies diesen Vorwurf als "völligen Unsinn" zurück. Die Post halte alle rechtlichen Regelungen ein, betonte ein Sprecher. Brief- und Paketzusteller setzten den Streik am Dienstag fort.

Bahn will sich kulant zeigen

+++ Der letzte Versuch der Deutschen Bahn, die GDL in einem Verhandlungsgespräch noch umzustimmen, ist gescheitert. Es kommt zum Mega-Streik der Lokführer - mit offenem Ende. In einer Pressekonferenz versicherte der Personenverkehrsvorstand der Deutschen Bahn, Ulrich Homburg, dass sich die Bahn kulant zeigen werde bei zuggebundenen Tickets. Lesen Sie hierzu unseren Artikel So kommen Bahn-Kunden an ihr Geld. Darin erklären wir, welche Rechte Sie als Fahrgast haben, wenn Sie einen anderen Zug, sogar ein anderes Verkehrsmittel nehmen müssen. Wichtig für Kunden der Bahn: Der Ersatzfahrplan wird an diesem Nachmittag auf der Homepage der Bahn veröffentlicht.

+++ Um den neunten Bahn-Streik mit unbekanntem Ende zu verstehen, ist es wichtig, sich die unterschiedlichen Forderungen der Gewerkschaften EVG und GDL bewusst zu machen. Die GDL will fünf Prozent mehr Geld und vor allem eine Arbeitszeitverkürzung (38-Stunden-Woche) durchsetzen, die Überstunden begrenzen und Ruhetage, Schichtfolge und Anrechnung von Arbeitszeiten verbessern. Dagegen will die EVG solche Fragen zur Arbeitszeit den Betriebsräten überlassen. Die Gewerkschaft fokussiert sich bei ihren Streik-Forderungen stattdessen auf eine Gehaltserhöhung um 6 Prozent.

Bahn will Streik der GDL in letzter Minute verhindern

+++ Die Wut der Pendler über den bevorstehenden Streik der GDL ist unendlich. Auf Twitter lassen sich User über deren Chef Claus Weselsky aus. Diejenigen, die den neuen Bahn-Streik verteidigen, also Verständnis für die Lokführer zeigen, bekommen es ebenfalls ab. Die Mehrheit hält den Streik, der noch länger dauern soll als der vergangene, für unverhältnismäßig. Weselsky nennen viele Twitter-Nutzer "stur" und "größenwahnsinnig".

+++ Vor dem neunten Lokführerstreik ist der Gesprächsfaden zwischen der GDL und der Bahn noch nicht abgerissen. „Wir werden noch im Laufe dieses Tages, nämlich ab 11 Uhr, mit der GDL an einem Tisch sitzen“, sagte Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber am Dienstag im ARD-„Morgenmagazin“. Webers Ziel sei es, den Bahn-Streik in letzter Minute zu verhindern.

Als Experte ist der frühere Richter am Bundesarbeitsgericht Klaus Bepler hinzugezogen worden, wie die Bahn bestätigte. Er war vor fünf Jahren federführend an den Urteilen beteiligt, mit denen das Bundesarbeitsgericht seine Linie zur Tarifeinheit änderte.

Zur Frage, ob der angekündigte Streik noch verhindert werden könnte, sagte Weber: „Das will ich nicht sagen, aber das ist unser Ziel.“

Mittwoch wird entschieden, ob Kita-Streik fortgesetzt wird

+++ Einen Tag vor der Fortsetzung der Post-Tarifverhandlungen hat die Gewerkschaft Verdi den Druck auf die Arbeitgeber noch einmal erhöht. In der Nacht zum Dienstag rief Verdi in sechs von acht Briefzentren in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zu ganzschichtigen Arbeitsniederlegungen auf. Durch den Streik seien rund drei Millionen Briefe liegengeblieben und würden erst verspätet ausgeliefert, berichtete Verdi.

+++ In vielen Kindertagesstätten stehen die Zeichen auch in dieser Woche wieder auf Streik. Und es könnte noch länger dauern. Am Mittwoch wird über die Fortsetzung abgestimmt. Die Arbeitgeber fordern ein Einlenken.

dpa

Video: Es wird der neunte Bahn-Streik der GDL

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bahn-Tarifrunde auf Sonntag vertagt

Auch nach 16 Stunden Verhandlungen war in der Bahn-Tarifrunde keine Einigung in Sicht. Am Sonntag wollen sich das Unternehmen und die Gewerkschaft EVG wieder treffen. …
Bahn-Tarifrunde auf Sonntag vertagt

Kommentar zur EZB: Dezentes Signal

Die Europäische Zentralbank hält den Leitzins auf Rekordtief von null Prozent. Das heißt: Die EZB druckt weiter Geld. Aber es gibt eine Änderung. Ein Kommentar.
Kommentar zur EZB: Dezentes Signal

Absprache mit Autobauern: Neue Vorwürfe im Abgas-Skandal

Die EU-Kommission findet, dass Deutschland in der Dieselaffäre zu nachsichtig mit der Autoindustrie ist. Die Opposition wirft das dem Verkehrsminister schon lange vor. …
Absprache mit Autobauern: Neue Vorwürfe im Abgas-Skandal

Absprache mit Autobauern: Neue Vorwürfe im Abgas-Skandal

Berlin - Die EU-Kommission findet, dass Deutschland in der Dieselaffäre zu nachsichtig mit der Autoindustrie ist. Die Opposition wirft das dem Verkehrsminister schon …
Absprache mit Autobauern: Neue Vorwürfe im Abgas-Skandal

Kommentare