Werner Baumann (l), Vorsitzender des Vorstands der Bayer AG, und Montsanto-Chef Hugh Grant. Foto: Bayer/dpa

Zusammenschluss umstritten

Bayer-Chef beruhigt Mitarbeiter nach Monsanto-Kauf

Leverkusen - Wichtige Personalfragen lässt der Konzern auch nach der Bekanntgabe des Milliardendeals noch offen. Niedersachsens Agrarminister kündigt unterdessen Widerstand gegen die Fusion an.

Bayer-Chef Werner Baumann ist Befürchtungen entgegengetreten, die lukrative Pharmasparte des Konzerns könne unter der fast 60 Milliarden Euro teuren Übernahme des US-Saatgutkonzerns Monsanto leiden.

Die Pharmasparte "hat alles, was es braucht, um in den nächsten Jahren organisch weiterentwickelt zu werden", sagte Baumann dem "Manager Magazin". Außerdem werde der Konzern die Sparte auch mit kleineren Akquisitionen weiterentwickeln.

Noch nicht geklärt sind nach den Worten des Managers die Personalfragen nach der angekündigten Rekordübernahme des US-Saatgutkonzerns. "Über Personalien jedweder Art ist noch nicht gesprochen worden", sagte Baumann dem "Manager Magazin" und in ähnlicher Form auch dem "Handelsblatt" (Donnerstag). Monsanto-Chef Hugh Grant habe klar gesagt, dass er jetzt seine Kunden weiter "bestmöglich" bedienen und zu einem "erfolgreichen Zusammenschluss" beitragen wolle.

Die beiden Konzernlenker hatten am Mittwoch die größte Übernahme verkündet, die ein deutsches Unternehmen je gewagt hat. Bayer will das umstrittene US-Saatgutunternehmen Monsanto kaufen und zahlt dafür inklusive Schuldenübernahme 66 Milliarden US-Dollar (knapp 59 Mrd Euro). Die beiden Konzerne unterzeichneten am Mittwoch eine bindende Fusionsvereinbarung und beendeten so einen monatelangen Poker. Die Monsanto-Aktionäre und die Behörden müssen dem Deal aber noch zustimmen. Die Übernahme wird Bayer zur weltweiten Nummer eins bei Saatgut und Pflanzenschutzmitteln machen.

Der Zusammenschluss ist allerdings weiter umstritten. Widerstand gegen die Megafusion will unter anderem der niedersächsische Agarminister Christian Meyer (Grüne) leisten. In einem Interview mit der Oldenburger "Nordwest-Zeitung" (Freitag) warnte er vor einem "Weltmonopol für unsere Lebensgrundlagen" und kündigte an: "Wir werden alle politischen und rechtliche Möglichkeiten nutzen, um die Fusion zu verhindern."

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Aixtron: Die USA verhindern Kauf deutscher Firma an China

Washington D.C. - Wegen „Risiken für die nationale Sicherheit“ hat sich der US-Präsident Barack Obama gegen die geplante Übernahme von Aixtron durch ein von China …
Aixtron: Die USA verhindern Kauf deutscher Firma an China

Ärger bei Amazon: Tausende Händler-Angebote sind weg

München - Europaweit stehen offenbar tausende Produkte bei Amazon Marketplace nicht mehr zur Verfügung. Das ist ärgerlich für Händler und Käufer.
Ärger bei Amazon: Tausende Händler-Angebote sind weg

Klare Absage vom Weißen Haus: Kein Obama-TV

Washington - Seit Wochen sind Gerüchte über Barack Obamas weitere Karrierepläne in Umlauf. Mit einem wurde nun aufgeräumt: Das Weiße Haus erklärte, dass es kein „Obama …
Klare Absage vom Weißen Haus: Kein Obama-TV

Das Ende der Inflation? Venezuela führt größere Geldscheine ein

Caracas - Die Hyper-Inflation dominiert Venezuela schon seit Jahren. Um mit den stetigen Preissteigerungen Schritt zu halten, hat sich das Land nun etwas Ungewöhnliches …
Das Ende der Inflation? Venezuela führt größere Geldscheine ein

Kommentare