+
Das am Abend beleuchtete Terminal des neuen Flughafens Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER) in Schönefeld (Brandenburg).

Ermittlungen wegen Bestechung

Korruptionsverdacht am BER - Verhaftungen

Schönefeld - Der Bau des Hauptstadtflughafens BER steht nun auch im Visier der Ermittlungsbehörden. Wegen des Verdachts auf Bestechlichkeit und mutmaßlicher Bestechung wurden zwei Männer verhaftet.

Wegen Korruptionsverdachts sitzen der Chef (62) des Märkischen Abwasser-Zweckverbandes und ein Unternehmer in Untersuchungshaft. Wegen Verdunklungsgefahr wurden beide in der vergangenen Woche jeweils an ihrem Arbeitsplatz verhaftet, bestätigte der ermittelnde Oberstaatsanwalt Frank Winter am Donnerstag einen Bericht der „Bild“-Zeitung. Die Männer sollen versucht haben, Beweise zu manipulieren.

Die Ermittler sahen „Gefahr in Verzug“ - und rückten mit Beamten des brandenburgischen Landeskriminalamtes (LKA) an. Erst am Tag danach seien die Haftbefehle beantragt und erlassen worden, sagte Winter. Die Staatsanwaltschaft Neuruppin ermittelt schon seit 2010 gegen den Verbandschef wegen des Verdachts der Bestechlichkeit, gegen den Unternehmer wegen mutmaßlicher Bestechung. Der Rohrleitungsbau-Betrieb hat für den Verband die Trink- und Abwasserleitungen am Flughafen verlegt - ein Millionenauftrag.

„Wir werden uns gegen die Verhaftung zur Wehr setzen"

„Wir gehen davon aus, dass auf die Auftragsvergabe Einfluss genommen worden ist“, sagte Winter. Im Gegenzug soll die Baufirma dem Chef des Zweckverbandes Vorteile gewährt haben - beispielsweise bei dem Bau eines Einfamilienhauses. Laut Winter geht es um einen „fünfstelligen Betrag“. Im Mai 2010 hatten LKA-Fahnder bereits Büros und Privathäuser der Männer durchsucht.

Der Anwalt des Verbandschefs wollte die Vorwürfe gegen seinen Mandanten zunächst nicht kommentieren. „Wir werden uns jedoch in Kürze gegen die Verhaftung zur Wehr setzen“, sagte der Berliner Rechtsanwalt Jakob Danckert. Der Anwalt des Unternehmers war zunächst nicht zu erreichen. Die Flughafengesellschaft gab an, die Ermittlungen schon seit längerem zu unterstützen. „Wenn sich der Verdacht gegen die Firmen bestätigen sollte, wären juristische Schritte die logische Konsequenz“, teilte ein Sprecher mit.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Dax leicht im Minus

Vor der Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten halten sich deutsche Anleger lieber zurück. Aufmerksam wurden allerdings Spekulationen rund um die größte deutsche Bank …
Dax leicht im Minus

Noch mehr als 130 000 Lehrstellen unbesetzt

Nürnberg (dpa) - Einen Monat vor dem Ende des Berufsberatungsjahres Ende September sind nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) noch 130 900 Lehrstellen unbesetzt …
Noch mehr als 130 000 Lehrstellen unbesetzt

Deutsche Banken denken über mehr Zusammenarbeit nach

Banken ächzen unter den andauernd niedrigen Zinsen und bekommen immer mehr Konkurrenz von jungen Fintechs. Mehr Zusammenarbeit könnte ein Ausweg sein. Es gibt sogar …
Deutsche Banken denken über mehr Zusammenarbeit nach

Noch smarter: IFA stellt vernetzte Technik in den Mittelpunkt

In der Zukunft soll im Haushalt und in der Unterhaltungselektronik alles einfacher und komfortabler werden. Auf der IFA stellen die Hersteller die neuesten digitalen …
Noch smarter: IFA stellt vernetzte Technik in den Mittelpunkt

Kommentare