ARCHIV - Das Berentzen-Label, fotografiert an Flaschen am 28.07.2015 im Hauptsitz des Spirituosen-Herstellers Berentzen in Haselünne (Niedersachsen). Foto: Friso Gentsch/dpa (zu dpa vom 24.03.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Berentzen rechnet mit einem heiklen Geschäftsjahr 2016.

Ausland bereitet Sorgen

Berentzen entsagt dem Alkohol immer weiter

Haselünne - Der Schnaps-Konsum sinkt, die Markenbindung bröckelt, Alkohol-Einkaufspreise schwanken. Eine der ersten deutschen Spirituosenmarken überhaupt, Berentzen, steuert daher weiter um.

Der Schnaps- und Getränkehersteller Berentzen rechnet mit einem heiklen Geschäftsjahr 2016. Allen voran dürfte der wichtigste Ertragsbringer Spirituosen unter Druck stehen, schreiben die Emsländer in ihrem am Donnerstag vorgelegten Geschäftsbericht. Der Gewinn im Schnapssegment, das rund die Hälfte der Ertragskraft bei Berentzen ausmacht, soll leicht zurückgehen. Das liege einerseits an zurückhaltenden Absatzerwartungen, andererseits aber auch an den wahrscheinlichen Preissteigerungen für Rohstoffe wie etwa Alkohol.

Zudem sieht Berentzen für das Auslands-Spirituosengeschäft keine Besserung. Die politische Lage auf den Kernmärkten Osteuropa und Türkei hatten den Absatz 2015 um gut 11 Prozent absacken lassen. Die jüngsten Anschläge in der Türkei dürften den Vertriebskanal des Hotelgewerbes nun noch zusätzlich belasten, heißt es in der Prognose.

Steigerung bei alkoholfreien Getränken erwartet

Bei den alkoholfreien Getränken und den erst kürzlich zugekauften Frischsaftsystemen rechnet Berentzen 2016 dagegen mit „deutlicher Steigerung“. Im abgelaufenen Jahr stiegen die Umsätze der Gruppe um gut 3 Prozent auf fast 159 Millionen Euro. Unter dem Strich halbierte sich der Gewinn von 4,2 Millionen aus dem Jahr 2014 auf 2,2 Millionen Euro. Jedoch hatten 2014 rund 5,5 Millionen Euro Entschädigungen von Pepsi für einen vorzeitig beendeten Vertrag Berentzen in die schwarzen Zahlen gerettet, eigentlich war das Ergebnis wie 2013 rot.

Probleme bereitete die Umstellung auf die Partnerschaft mit Sinalco. Berentzen füllt die Limonadenmarke seit Anfang 2015 ab und vertreibt sie auch. Bei der Umstellung darauf hakte es. „Auch das Umsatzniveau ist insgesamt noch nicht befriedigend“, heißt es in der Bilanz.

Erhöhter Personalaufwand

Berentzens Personalaufwand erhöhte sich um fast 2 Millionen auf 22,4 Millionen Euro. Hauptgrund ist der erstmals ganzjährig einbezogene junge Bereich Frischsaftsysteme, für das es eigene Vertriebler gibt. Die Übernahme von Citrocasa ließ den Fruchtpressenverkauf unter dem neuen Besitzer um 42 Prozent auf 1855 Stück steigen (2014: 1307).

Ende des Jahres zählte die Gruppe 491 Mitarbeiter, 12 weniger als ein Jahr zuvor. Dem Aufbau durch die neue Frischsaftgruppe stand ein Abbau in der Spirituosen-Belegschaft im Ausland gegenüber, außerdem gliederte Berentzen Teilzeitbeschäftigte aus dem Konzern aus.

Wie bekannt soll es für 2015 pro Aktie 20 Cent geben (2014: 13 Cent).

dpa

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