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Der österreichische Immobilieninvestor René Benko übernimmt Karstadt.

Schon nächste Woche

Benko übernimmt Karstadt

München - Der bisherige Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen gibt den angeschlagenen Warenhaus-Konzern an den Immobilieninvestor René Benko ab. Dies soll bereits zu Beginn der kommenden Woche geschehen.

Die Signa-Gruppe des österreichischen Immobilienunternehmers René Benko übernimmt die Warenhauskette Karstadt vom US-deutschen Investor Nicolas Berggruen. Karstadt gehe zu Beginn der kommenden Woche vollständig an Signa, teilte das Unternehmen am Freitag in Wien mit. Es fließe kein Kaufpreis. Die Kartellbehörden müssen noch zustimmen.

Benko übernimmt den Angaben zufolge alle 83 Häuser der Karstadt Warenhaus GmbH. Berggruen gibt demnach auch seine Minderheitsanteile an den Karstadt-Premiumhäusern und den Karstadt-Sport-Filialen ab. Er zieht sich damit vollständig zurück.

Signa-Geschäftsführer Wolfram Keil erklärte, wichtigstes Ziel "angesichts der aktuellen Lage" sei nun, "dass Ruhe einkehrt und die nächsten Schritte einer tragfähigen Sanierungsstrategie" verabschiedet und umgesetzt würden.

Berggruen hatte Karstadt 2010 nach der Pleite des Arcandor-Konzerns übernommen. Nach seinem Einstieg zeigte er sich hart in der Gangart: Im Sommer 2012 kündigte Karstadt den Abbau von rund 2000 Stellen an. Im Frühjahr 2013 stieg die Warenhauskette mit ihren rund 20.000 Mitarbeitern aus den regionalen Tarifverträgen für den Einzelhandel aus. Arbeitnehmervertreter kritisierten mehrfach, Berggruen investiere zu wenig in die Modernisierung seines Unternehmens.

Verdi fordert Strategie und Investitionen

Die Gewerkschaft Verdi und der Gesamtbetriebsrat von Karstadt haben vom neuen Besitzer der Kaufhauskette eine Strategie gefordert, die Arbeitsplätze und Existenzen der Beschäftigten sichert. René Benko müsse "umgehend zeigen, wie sein tragfähiges und nachhaltiges Zukunftskonzept für Karstadt" aussehe und dass er gewillt sei, in Karstadt "umgehend und ausreichend" zu investieren, erklärte Verdi am Freitag in Berlin. "Das Hin und Her in den Managementkonzepten muss endlich ein Ende finden", erklärte Verdi-Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Neben der Sicherung von Arbeitsplätzen gehe es auch darum, die Innenstädte durch die Karstadt-Häuser attraktiv zu halten.

Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Hellmut Patzelt erklärte, mit dem richtigen Konzept "kann und wird Karstadt eine Zukunft haben". Er und Verdi forderten, die Beschäftigten in die Erarbeitung eines tragfähigen und nachhaltigen Zukunftskonzepts einzubinden. Sie erlebten jeden Tag, welche Kundengruppen in die Häuser kommen, und was die Kunden wünschen. Notwendig sei es außerdem, dass sich die einzelnen Filialen mit einem großen Maß an Eigenständigkeit auf die regional unterschiedlichen Kundenwünsche einstellen könnten. Dies war das Konzept der ehemaligen Karstadt-Chefin Eva-Lotta Sjöstedt, die Anfang Juli wegen mangelnder Unterstützung das Handtuch geworfen hatte.

Benkos Unternehmen, die Signa-Holding aus Wien, hat die Übernahme von Karstadt ab nächster Woche angekündigt. Der bisherige Besitzer, der US-deutsche Investor Nicolas Berggruen, zieht sich komplett zurück. Er hatte die Kaufhauskette nach der Pleite des Arcandor-Konzerns 2010 übernommen. Arbeitnehmer kritisierten mehrfach, er investiere zu wenig in die Modernisierung der Kette.

AFP

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