+
Wetterbedingte Verpätungen auf einer Anzeigentafel für Abflüge. Foto: Frank May

BGH: Urlauber können bei Flugumbuchung Entschädigung fordern

Ärgerlich ist es für Reisende, wenn beim Urlaub nicht alles glatt geht. In vielen Fällen können sie Entschädigung verlangen. In Sachen Flugumbuchungen und Verspätungen war nun der BGH am Zuge.

Karlsruhe (dpa) - Werden Reisende ungefragt auf einen anderen Flug umgebucht, können sie Anspruch auf finanzielle Entschädigung haben. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden.

Dies könne aber aber auch dann der Fall sein, wenn die Umbuchung vor Reiseantritt erfolgt ist und die Urlauber rechtzeitig darüber informiert worden sind. (Az.: X ZR 34/14)

In einem zweiten Verfahren entschieden die Richter dagegen, dass kostenlos reisende Fluggäste bei einer Flugverspätung keinen Anspruch auf finanzielle Entschädigung haben. (Az.: X ZR 35/14)

Im Falle der Umbuchung ging es um Klage eines Ehepaares, das eine Pauschalreise in die Türkei gebucht hatte. Für den Hinflug von Düsseldorf nach Antalya wurden sie auf einen anderen Flug am selben Tag umgebucht. Die beiden wurden darüber zwei Wochen vor Flugbeginn per E-Mail informiert, wollten aber wegen "Nichtbeförderung" je 400 Euro finanziellen Ausgleich.

Eine solche ersatzpflichtige "Nichtbeförderung" könne hier vorliegen, hieß es. Denn nicht immer müssten sich die Reisenden bereits am Flughafen eingefunden haben, wenn ihnen die Beförderung verweigert werde. Sonst könnten Reiseveranstalter sich einer Pflicht zur Entschädigung durch frühzeitige Umbuchungen entziehen, entschieden die Richter. Das gelte insbesondere, wenn die Urlauber wegen Überbuchung auf einen anderen Flug ausweichen müssten.

Da aber nicht sämtliche Umstände des Falles ausreichend aufgeklärt waren, entschied der BGH ihn nicht, sondern wies das Verfahren an das Landgericht Düsseldorf als Vorinstanz zurück.

Im Falle der Flugverspätung wies der BGH dagegen die Revision eines Elternpaares zurück, das für sein kleines Mädchen eine Entschädigung von 250 Euro verlangt hatte. Die Familie hatte eine Pauschalreise nach Mallorca gebucht. Beim Rückflug von Palma de Mallorca nach München mussten sie sechseinhalb Stunden auf ihren Flug warten.

Die europäische Fluggastrechte-Verordnung, die die Entschädigung von Reisenden regelt, gelte für kostenlos Mitreisende nicht, begründete der BGH sein Urteil. Die Eltern waren schon in den Vorinstanzen gescheitert.

Presseerklärung des BGH zu Umbuchungsfall

Presserklärung zur Flugverspätung

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Aixtron: Die USA verhindern Kauf deutscher Firma an China

Washington D.C. - Wegen „Risiken für die nationale Sicherheit“ hat sich der US-Präsident Barack Obama gegen die geplante Übernahme von Aixtron durch ein von China …
Aixtron: Die USA verhindern Kauf deutscher Firma an China

Ärger bei Amazon: Tausende Händler-Angebote sind weg

München - Europaweit stehen offenbar tausende Produkte bei Amazon Marketplace nicht mehr zur Verfügung. Das ist ärgerlich für Händler und Käufer.
Ärger bei Amazon: Tausende Händler-Angebote sind weg

Klare Absage vom Weißen Haus: Kein Obama-TV

Washington - Seit Wochen sind Gerüchte über Barack Obamas weitere Karrierepläne in Umlauf. Mit einem wurde nun aufgeräumt: Das Weiße Haus erklärte, dass es kein „Obama …
Klare Absage vom Weißen Haus: Kein Obama-TV

Das Ende der Inflation? Venezuela führt größere Geldscheine ein

Caracas - Die Hyper-Inflation dominiert Venezuela schon seit Jahren. Um mit den stetigen Preissteigerungen Schritt zu halten, hat sich das Land nun etwas Ungewöhnliches …
Das Ende der Inflation? Venezuela führt größere Geldscheine ein

Kommentare