Kleidung wird größenteils importiert und da schlägt der schwache Euro zu buche. Foto: Jens Kalaene
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Kleidung wird größenteils importiert und da schlägt der schwache Euro zu buche. Foto: Jens Kalaene

Kleidung und Schuhe können bald teuerer werden

Die Jeans für 9,99 Euro könnte bald der Vergangenheit angehören, glauben Branchenkenner. Denn der schwache Euro verteuert den Einkauf in den asiatischen Herstellungsländern drastisch.

Berlin (dpa) - Kleidung und Schuhe dürften nach Einschätzung der Textilbranche in Deutschland schon bald teurer werden. Schuld sei der schwache Euro, erklärten Vertreter der Textilbranche auf Anfrage der dpa.

Denn ein Großteil der in Deutschland verkauften Mode wird in Asien produziert und muss in Dollar bezahlt werden. Zuvor hatte bereits "Die Welt" (Montag) über die Entwicklung berichtet. In der Branche sei von Preiserhöhungen bis zu zehn Prozent die Rede, schrieb das Blatt.

"Wir gehen davon aus, dass es spätestens zum nächsten Frühjahr definitiv Preiserhöhungen geben wird", sagte der Sprecher des Bundesverbandes des Deutschen Textileinzelhandels (BTE), Axel Augustin. Erste Auswirkungen könne es aber bereits im zweiten Halbjahr geben. "Eine Jeans für 9,99 Euro wird wahnsinnig schwierig", meinte der Branchenkenner.

Doch auch bei anderen typischen Eckpreislagen - etwa bei Hemden für 49,90 Euro - könne es passieren, dass das Angebot dünner werde. Denkbar sei etwa, dass nicht mehr alle Farben und Designs zu diesem Preis angeboten würden.

Der Hauptgeschäftsführer des Modeindustrieverbandes German Fashion, Thomas Rasch, betonte, neben dem schwachen Euro verteuerten auch die steigenden Lohnkosten und höhere Umweltanforderungen etwa in China die Herstellung. Auch das Bemühen um bessere Produktionsbedingungen koste Geld. Um Preiserhöhungen "im mittleren einstelligen Bereich" werde die Industrie deshalb nicht herumkommen.

"Ab Herbst und Winter geht es los", prognostizierte der Branchenkenner. In den vergangenen Jahren sei die Mode durch immer günstigere Beschaffung zunehmend billiger geworden. "Das ist nun vorbei," meinte Rasch. "Wir werden Mode teurer bezahlen müssen." Allerdings werde die Anhebung wohl nicht einheitlich ausfallen. Denkbar sei, dass besonders begehrte Produkte etwas stärker im Preis angehoben würden, als die Brot-und-Butter-Produkte.

Auch Jens Nagel, Hauptgeschäftsführer der Außenhandelsvereinigung des Deutschen Einzelhandels (AVE), stimmte die Verbraucher auf höhere Preise ein - nicht nur bei Schuhen und Bekleidung. Spätestens ab dem nächsten Winter werde Deutschland eine importierte Inflation in einem Ausmaß erleben, die den Verbraucher wenig freuen dürfte, meint er. Die Preise für viele importierte Alltagsgüter würden steigen. Denn der US-Dollar habe gegenüber dem Euro im letzten Jahr um fast 40 Prozent an Wert zugelegt.

Die Textilhandelskette C&A hielt sich dagegen mit Preisprognosen zurück. "Wir verfolgen den Markt und die aktuellen Kursentwicklungen sehr genau", hieß es dort auf Anfrage. Die Entwicklungen im nächsten Jahr seien jedoch schwer vorhersehbar.

In diesem Sommer können modebewusste Verbraucher allerdings auf jeden Fall noch einmal vom alten Preisniveau profitieren. Die aktuelle Frühjahrs- und Sommerkollektionen sei in aller Regel schon vor dem jüngsten Schwächeanfall des Euro in Auftrag gegeben und die Bestellung gegen Wechselkursschwankungen abgesichert worden, betonte BTE-Sprecher Augustin.

Welt-Bericht

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