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AB Inbev ist in Deutschland vor allem mit der Marke Beck's vertreten und war seinerzeit aus der Fusion des US-Anbieters Anheuser Busch ("Budweiser") mit den Belgiern von Inbev hervorgegangen.

Gerüchte um Mega-Deal

Brauriese AB Inbev will SABMiller schlucken

Brüssel/London - Seit langem tobt im globalen Biergeschäft ein Kampf um Marktanteile. Nach allerlei Gerüchten streckt nun der Branchenführer AB Inbev offiziell seine Fühler nach dem Zweitplatzierten SAB Miller aus.

Auf dem globalen Biermarkt bahnt sich ein Mega-Milliardendeal an: Der weltgrößte Brauereikonzern AB Inbev (Beck's, Budweiser) will die Nummer zwei SABMiller (Pilsner Urquell, Foster's) schlucken.

Der Konzern mit Sitz in Belgien wolle dem britischen Konkurrenten ein Kaufangebot vorlegen, hieß es am Mittwoch von beiden Seiten. SABMiller betonte aber, noch keine weiteren Details über die Konditionen einer möglichen Offerte aus Belgien erhalten zu haben.

Bis zum 14. Oktober hat AB Inbev nun Zeit, um ein festes Angebot vorzulegen. Die SABMiller-Aktien schossen in London um rund ein Fünftel in die Höhe. Für die Papiere von AB Inbev ging es um gut neun Prozent nach oben. Sie wurden teilweise vom Handel ausgesetzt.

Es bestehe noch keine Gewissheit, dass eine Einigung zustande komme, erklärte AB Inbev. Für den Biermarkt hätte sie enorme Folgen: Gemeinsam kamen die beiden weltgrößten Brauer vor Bekanntwerden der Übernahmepläne auf einen Börsenwert von rund 250 Milliarden US-Dollar (221 Mrd Euro). Nach den aktuellen Kurssprüngen wäre es noch mehr. Für SABMiller waren es zuletzt allein rund 80 Milliarden Euro.

AB Inbev ist in Deutschland vor allem mit der Marke Beck's vertreten und war seinerzeit aus der Fusion des US-Anbieters Anheuser Busch ("Budweiser") mit den Belgiern von Inbev hervorgegangen.

Spekulationen um ein Zusammengehen der beiden Platzhirsche gibt es schon länger. Der größte Aktionär von AB Inbev, die brasilianische Finanzgruppe 3G, zierte sich aber bisher, wirklich aktiv zu werden. Wie die "Financial Times" unter Berufung auf Insider berichtet, sind die Brasilianer nun bereit für Gespräche. Allerdings hätten die beiden Konzerne für einen Deal einige Hürden zu überwinden: Unter anderem in den USA müsste AB Inbev vermutlich Unternehmensteile abgeben, um das Geschäft den Wettbewerbshütern schmackhaft zu machen.

Gehandelt wurden am Markt in der jüngeren Vergangenheit auch immer wieder andere Kombinationen. 2014 war SABMiller mit dem Versuch gescheitert, die weltweite Nummer drei Heineken zu übernehmen.

Der Druck zur Konsolidierung scheint groß: In den Industrieländern wächst der Bierdurst nicht mehr, nur durch Zukäufe kommen die großen Unternehmen noch zu Wachstum. Verändertes Konsumverhalten und eine breitere Angebotspalette belasten die großen Standardsorten. Unter anderem bieten die Konzerne daher auch verstärkt Mischgetränke an.

SABMiller war 2002 aus der Fusion der südafrikanischen South African Breweries sowie der Miller Brewing Company entstanden, Sitz ist London. Der Konzern ist unter den großen Bierbrauern derjenige mit dem stärksten Geschäft in Schwellenländern. Damit konnte er in den vergangenen Jahren immer wieder den harten Konkurrenzkampf in den USA und die schwache Entwicklung in Europa ausgleichen. Bekannte Marken sind etwa Pilsner Urquell, Grolsch, Tyskie, Miller und Foster's.

dpa

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