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Bundesjustizminister Heiko Maas hat die Unternehmen in Deutschland aufgerufen, die Vorschriften zur Umsetzung der Frauenquote in Führungspositionen einzuhalten. Es geht nur langsam voran: Frauen in der Führung deutscher Unternehmen sind immer noch eher selten. Foto: Jan-Philipp Strobel

Bundesregierung pocht auf Umsetzung der Frauenquote

Es geht nur langsam voran: Frauen in der Führung deutscher Unternehmen sind immer noch eher selten. Eine von ihnen sagt: Es kommt nicht nur auf die Zahlen an.

Berlin (dpa) - Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) hat die Unternehmen in Deutschland aufgerufen, die Vorschriften zur Umsetzung der Frauenquote in Führungspositionen einzuhalten. "Selbstverständlich müssen die Unternehmen sich an ihre gesetzliche Pflicht halten", betonte Maas.

"Wer noch immer behauptet, es gäbe zu wenig ausreichend geeignete Frauen, der ist geistig im vergangenen Jahrhundert hängengeblieben.", erklärte der Justizminister. Ähnlich hatte sich am Dienstag bereits Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) geäußert.

Zum Monatsende lief die Frist ab, zu der sich knapp 4000 Unternehmen verbindliche Zielgrößen für die Erhöhung der Frauenquote setzen müssen. Veröffentlicht werden müssen diese Zielgrößen erst in den Lageberichten 2016.

Das "Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst" verpflichtet börsennotierte oder mitbestimmte Unternehmen, verbindliche Zielgrößen zum Frauenanteil in Aufsichtsrat, Vorstand und den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands festzulegen. Außerdem müssen etwa 100 Großunternehmen ab 2016 die Frauenquote von 30 Prozent in den Aufsichtsräten umsetzen.

Die Unternehmensberaterin Ana-Cristina Grohnert, Mitglied der Geschäftsführung bei Ernst & Young (EY) und Vorstandsvorsitzende der Charta der Vielfalt, rief Politik und Wirtschaft dazu auf, sich nicht gegenseitig Vorwürfe zu machen. "Es geht hier um einen gesellschaftlichen Transformationsprozess", sagte Grohnert der Deutschen Presse-Agentur.

Die Umsetzung der Vorgaben des Gesetzes brauche Zeit, die Fristen seien für einige Unternehmen zu knapp. "Wir sollten nicht nur auf die Zahlen sehen", sagte Grohnert. Grundsätzlich begrüßte sie die Verbindlichkeit des Gesetzes. "Freiwilligkeit verändert die Dinge nicht schnell genug."

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF will den Anteil der Frauen mit "disziplinarischer Führungsverantwortung" bis 2021 weltweit von derzeit 19 Prozent auf 22 bis 24 Prozent steigern - das entspreche dem Frauenanteil der Belegschaft. Wie das Unternehmen mitteilte, sollen die Ziele sollen konzernweit erreicht werden - das heißt, dass nicht jedes Land und jede Gesellschaft auf den angestrebten Frauenanteil kommen muss.

Für Deutschland legte der Aufsichtsrat fest, dass es im Vorstand der BASF SE mindestens eine Frau geben soll, was bereits der Fall ist. Der Frauenanteil liegt damit bei 12,5 Prozent. Der Vorstand beschloss für die beiden Führungsebenen unter ihm einen Frauenanteil von 9,4 Prozent und 11,8 Prozent - was ebenfalls dem aktuellen Stand entspricht. Ende 2016 sollen die Zielgrößen überprüft werden.

BMFSFJ mit Anleitungen für Unternehmen

Fragen und Antworten zum Gesetz (BMFSFJ)

FidAR-Stimmungsbarometer (Juli 2015)

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