Das Börsenbeben in China hatte die Aktienmärkte weltweit in den Keller gezogen. Auch am Montag lagen andere asiatische Börsen wieder deutlich im Minus. Foto: Wu Hong
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Das Börsenbeben in China hatte die Aktienmärkte weltweit in den Keller gezogen. Auch am Montag lagen andere asiatische Börsen wieder deutlich im Minus.

Talfahrt geht weiter

Chinas Aktienmärkte geben wieder deutlich nach

Shanghai - An Chinas Börsen geht es erneut nach unten. Unsicherheiten über die Konjunktur, die Währungsschwäche und missglückte staatliche Eingriffe nagen am Vertrauen der Anleger.

Nach den schweren Kurseinbrüchen der vergangenen Woche sind Chinas Aktienmärkte am Montag noch tiefer in den Keller gerutscht. Die Sorgen um den Zustand der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt, die Schwäche der chinesischen Währung und wachsende Probleme der börsennotierten Unternehmen ließen viele Anleger in Panik verfallen, berichteten Analysten. Auch die Bemühungen der Zentralbank, die Währung zu stützen, konnten Investoren nicht besänftigen.

Nach Einschätzung des DIW-Präsidenten Marcel Fratzscher schafft das jüngste Börsenbeben in China Verunsicherung, „was prinzipiell Gift für jeden Unternehmer“ sei. „Wir wissen nicht, wie sich die Verwerfungen an den globalen Kapitalmärkten auf die Wirtschaft auswirken werden.“

Der Shanghai Composite Index sackte um 5,33 Prozent ab, während der Shenzhen Component Index sogar 6,12 Prozent verlor. Der ChiNext Index für Technologiewerte, der dem amerikanischen Nasdaq ähnelt, lag mit 6,34 Prozent im Minus. Trotz massiver staatlicher Interventionen dauert der schwere Kursrückgang seit vergangener Woche, als der Index in Shanghai in fünf Tagen schon fast zehn Prozent verlor, an.

Der Börseneinbruch im Reich der Mitte zieht die Aktienmärkte weltweit ins Minus. Die Sorgen um China und fallende Ölpreise veranlassten Anleger an den asiatischen Märkten dazu, Papiere in großem Umfang abzustoßen. Der Hang-Seng-Index in Hongkong verlor 2,76 Prozent. Die Börse in Japan blieb am Montag wegen eines Feiertags geschlossen.

Der deutsche Aktienmarkt widerstand am Montag zwar zunächst der fortgesetzten Talfahrt der Börsen in China, kippte dann aber ins Minus. Der Leitindex Dax schloss 0,25 Prozent tiefer, nachdem er bereits in der vergangenen Woche um mehr als 8 Prozent abgesackt war. Auch die New Yorker Börsen starteten freundlich in die neue Handelswoche, gaben dann aber nach und gerieten zeitweise in die Verlustzone.

"Markt geht insgesamt nach unten"

„Die Investoren haben weiterhin ganz offensichtlich kein Vertrauen in die asiatischen Märkte und bleiben pessimistisch“, sagte der Analyst Craig Erlam. Der 46. monatliche Rückgang der Erzeugerpreise in China verstärkte die pessimistische Stimmung. Selbst die weiteren Anzeichen einer Stabilisierung der chinesischen Währung Yuan schienen keinen positiven Effekt auf die Marktteilnehmer zu haben, erklärte Erlam.

Nachdem der Yuan acht Tage in Folge abgewertet worden war und damit Sorgen über einen Währungs- und Handelskrieg ausgelöst wurden, hatte Chinas Regierung die Währung am Freitag erstmals wieder minimal aufgewertet. Der Referenzkurs wurde am Montag stabil gehalten.

Der chinesische CSI-300-Index, der die Entwicklung der 300 größten Aktienwerte der Börsen in Shanghai und Shenzhen abbildet, büßte weitere 5,03 Prozent auf 3192,45 Punkte ein. In der vergangenen Woche war er um knapp 10 Prozent eingebrochen, was den schlechtesten Januar-Start in seiner elfjährigen Geschichte bedeutete.

„Der Markt geht insgesamt nach unten“, sagte die unabhängige chinesische Analystin Ye Tan der Deutschen Presse-Agentur in Peking. „Der Grund ist einfach Panik - keine bestimmte Nachricht oder Politik.“ Es sei ein schwacher Markt, der ungeachtet der staatlichen Interventionen weiter zurückgehen werde. „Die Rettungsversuche der Regierung werden nicht helfen.“ Allerdings könne die Koordinierung verbessert werden, sagte Ye Tan auch mit Blick auf die unglücklichen Regulierungsversuche in der vergangenen Woche.

Notbremse löst Abwärtsspirale aus

So hatte der neue Schutzmechanismus für den Handel, den Chinas Regierung erst Anfang des Jahres eingeführt hatte, gleich zweimal gegriffen - und war vier Tage nach seinem Start wieder abgeschafft worden. Der Mechanismus hatte dafür gesorgt, dass der Handel für den Rest des Tages beendet wurde, nachdem der CSI 300 um 7 Prozent abgerutscht war. Statt aber die Anleger zu beruhigen, hatte die Notbremse letztlich eine Abwärtsspirale ausgelöst.

„Der Schutzmechanismus war nicht der eigentliche Grund für die Panik“, sagte Ye Tan. „Die zugrundeliegenden Ursachen sind der Zustand der Wirtschaft selber, die schlechte Leistung der Aktienunternehmen sowie der Kursrückgang des Yuan.“ Der Schutzmechanismus habe den Trend nur verstärkt.

Unter den Einzelwerten in China fielen zahlreiche Aktien um mehr als 10 Prozent und wurden dann vom Handel ausgesetzt. Vor allem Papiere von Brokerhäusern wie etwa Industrial Securities waren betroffen.

dpa

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