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Die Commerzbank sieht sich nach einem harten Umbau inzwischen bestens aufgestellt. Ausruhen will sich das Institut auf ersten Erfolgen aber nicht. Foto: Daniel Reinhardt/Archiv

Großbanken setzen verstärkt auf Privatkundengeschäft

Frankfurt/Berlin (dpa) - Die deutschen Großbanken setzen wieder verstärkt auf das Geschäft mit privaten Kunden.

Während die Commerzbank als Nummer zwei der Branche von einem erheblichen Kundenzustrom berichtet, prüft die Deutsche Bank aktuell, wie sie ihr Privatkundengeschäft möglichst europaweit neu aufstellen kann. Notwendig sei vor allem eine gewisse Größe der Einheit, sagten die Co-Chefs Jürgen Fitschen und Anshu Jain der "Welt am Sonntag".

"In unserer Branche gibt es noch keinen wirklichen europäischen Markt. Gerade das Privatkundengeschäft ist immer noch weitgehend eine nationale Angelegenheit", sagte Fitschen. Gegenüber den Banken in den USA bedeute diese Zersplitterung einen Nachteil: "Diese Einheiten sind zu klein, um langfristig alleine überleben zu können."

Fitschen ließ aber offen, ob die Deutsche Bank bei einer künftigen europäischen Konsolidierung eine aktive Rolle spielen und Wettbewerber übernehmen werde. "Das ist eine der Fragen, mit denen wir uns beschäftigen müssen. Wir sind im Privatkundengeschäft bisher nur in wenigen europäischen Ländern vertreten."

Parallel dazu müsse man die Kosten senken. Zu Gerüchten, die Postbank stehe zum Verkauf, äußerte sich Fitschen nicht näher: "Wir haben stets klargemacht, dass die Bank ihre Strategie im Lauf des kommenden Jahres überprüfen und gegebenenfalls auch weiterentwickeln wird."

Die Commerzbank fasst trotz der historisch niedrigen Zinsen im lange enttäuschenden Privatkundengeschäft zunehmend Tritt. "Wir wachsen, und wir wachsen zulasten unserer Wettbewerber", sagte Vorstand Martin Zielke der Deutschen Presse-Agentur. In den ersten zehn Monaten dieses Jahres habe das Institut etwa 240 000 zusätzliche Kunden gewonnen. "Wir nehmen tatsächlich allen Wettbewerbern im Markt Kunden ab." Die Sparte steigere ihren Gewinn schneller als erwartet.

"Wir sind aber alles andere als euphorisch, weil das Marktumfeld das nicht zulässt", betonte Zielke. "Auch nach vorne sehe ich keinen gigantischen Rückenwind für unser Geschäft."

Niedrige Zinsen drücken üblicherweise auf die Erträge und Gewinne von Banken. Die seit der Finanzkrise teilverstaatlichte Commerzbank lockt zum Missfallen von Sparkassen und Volksbanken mit kostenlosem Girokonto und Startguthaben. Das zahle sich aber aus, sagte Zielke: "Wir gewinnen überproportional ertragsstarke Kunden."

Mit Strafzinsen will Deutschlands zweitgrößtes Geldinstitut private Kunden nicht verschrecken. "Wir planen im Privatkundenbereich keine Negativzinsen. Ich kann mir das auch nicht vorstellen", sagte Zielke.

Im Privatkundengeschäft hatte die Bank ihre Offensive vor zwei Jahren gestartet. Bis Ende Oktober 2014 erhöhte sich seitdem die Kundenzahl um etwa 485 000. Die Ziele von mehr als 500 Millionen Euro an operativem Gewinn und eines Kundenwachstums um eine Million bis Ende 2016 rückten näher, sagte Zielke. In den ersten neun Monaten dieses Jahres verdiente Zielkes Sparte operativ 350 Millionen Euro, im Vorjahreszeitraum waren es 164 Millionen Euro. Besonders gut liefen zuletzt Baufinanzierungen. Künftig sollen auch neue Angebote der Vermögensverwaltung etwas weniger betuchten Kunden angeboten werden.

Mitteilung Commerzbank zum 3. Quartal 2014

Berichte und Präsentationen Commerzbank zum 3. Quartal 2014

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