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Die Zwischenbilanz der Dax-Konzerne fällt ernüchternd aus. Rekorde im Gesamtjahr scheinen unwahrscheinlich.

Konjunktur

Anstieg des Euro: Dax-Konzerne spüren den Gegenwind

Frankfurt/Main - Deutschlands Börsenschwergewichte bekommen den Anstieg des Euro-Kurses zu spüren. Von Januar bis März schrumpfte der Umsatz der 16 Dax-Konzerne, die bislang Zahlen vorgelegt haben, nach Berechnungen des Beratungsunternehmens EY um 4 Prozent auf insgesamt 153,2 Milliarden Euro.

Der operative Gewinn (Ebit) sackte um 9 Prozent auf zusammengerechnet 15,3 Milliarden Euro. "Von einer Krise kann aber keine Rede sein, insgesamt ist die Ertragskraft nach wie vor gut", sagte EY-Partner Thomas Harms. Allein am Dienstag legten sieben Dax-Konzerne ihre Zahlen vor.

Harms zufolge dürfte der Euro als Umsatzturbo für die Unternehmen in diesem Jahr ausfallen. Zuletzt war die Gemeinschaftswährung auf 1,1564 Dollar gestiegen und damit auf den höchsten Stand seit August 2015. Im vergangenen Jahr hatte die Abwertung des Euro den Dax-Konzernen noch kräftige Wechselkursgewinne beschert.

Dem Chipkonzern Infineon macht der stärkere Euro bereits zu schaffen. Das Unternehmen schraubte seine Umsatzerwartungen und die Prognose für das operative Ergebnis für das laufende Geschäftsjahr (30. September) am Dienstag leicht zurück. Ausschlaggebend sei einzig die Wechselkursentwicklung, sagte Vorstandschef Reinhard Ploss. Infineon macht einen großen Teil seiner Umsätze im Dollar-Raum.

Der Autobauer BMW verzeichnete wegen eines höheren Anteils an Kompaktwagen und des stärkeren Eurokurses im ersten Quartal einen Rückgang bei Umsatz und Betriebsergebnis. Der Umsatz sank leicht um 0,3 Prozent auf 20,85 Milliarden und der Gewinn vor Zinsen und Steuern um 2,5 Prozent auf 2,46 Milliarden Euro. Nur dank eines besseren Finanzergebnisses blieb unter dem Strich mehr übrig.

In diesem Jahr dürfte es keinen Rückenwind mehr vom Euro geben, sagte Harms voraus. "Schon aus diesem Grund ist mit einer schwächeren Umsatzentwicklung als im Vorjahr zu rechnen". Derzeit profitierten die Konzerne vor allem von der guten Konjunktur in den USA und Großbritannien sowie Teilen Europas.

Das deutlichste Umsatzplus erzielte EY zufolge der Dax-Neuling ProSiebenSat.1 (plus 22 Prozent). Der Medienkonzern steigerte auch das Betriebsergebnis zum Jahresauftakt zweistellig. Wachstumsmotor waren die Internet-Geschäfte - hier verdoppelte sich der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr.

Die Unruhe an den Kapitalmärkten und die Folgen der Niedrigzinsen bremsten dagegen die Commerzbank aus. Der Überschuss halbierte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 163 Millionen Euro. Der operative Gewinn sackte um 60 Prozent auf 273 Millionen Euro ab. Die Prognose für 2016 wackelt.

Der Lufthansa machte der heftige Preiskampf im Luftverkehr zu Jahresbeginn deutlich zu schaffen. Der Umsatz sank um 0,8 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro. Unter dem Strich stand ein Verlust von 8 Millionen Euro.

Gute Geschäfte mit Flüssigmedizin und Dialyse-Behandlungen brachten dem Medizinkonzern Fresenius und seiner Tochter Fresenius Medical Care (FMC) dagegen erneut steigende Umsätze und Gewinne ein.

In absoluten Zahlen hat beim Gewinn EY zufolge bisher die Allianz die Nase vorn: Der Versicherungsriese erwirtschaftete einen operativen Gewinn (Ebit) von 2,8 Milliarden Euro.

dpa

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