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Papiertüten mit dem aufgedrucktem Logo der Deutschen Bank

Schlimmeste Erwartungen übertroffen

Deutsche Bank mit Milliardenverlust

Frankfurt am Main - Die Deutsche Bank hat zum Jahresende einen Milliardenverlust eingefahren, der selbst die schlimmsten Erwartungen übertrifft. Dafür gibt es nicht einen, sondern vier verschiedene Gründe.

Milliardenverlust im vierten Quartal, Gewinneinbruch im Gesamtjahr 2012: Die erste Bilanz der Deutsche-Bank-Doppelspitze Anshu Jain und Jürgen Fitschen fällt noch schlechter aus als erwartet. Der Dax-Konzern begründete dies am Donnerstag in Frankfurt mit Kosten für den Konzernumbau und hohen Rückstellungen für die diversen Rechtsstreitigkeiten. Operative Fortschritte wurden im Grunde komplett aufgezehrt.

Im vierten Quartal fiel unter dem Strich ein Verlust von knapp 2,2 Milliarden Euro an. Über das gesamte Jahr gesehen brach der Überschuss um 85 Prozent auf 611 Millionen Euro ein. Analysten hatten zwar mit roten Zahlen im vierten Quartal und einem Gewinnrückgang im Gesamtjahr gerechnet - allerdings nicht in dieser Höhe.

Die Bank bezifferte die Sonderbelastungen - Wertminderungen auf Firmenwerte sowie Aufwand für juristische Auseinandersetzungen - für das Schlussquartal auf insgesamt 2,9 Milliarden Euro. Für Rechtsstreitigkeiten wandte das Institut im vergangenen Jahr demnach insgesamt 1,6 Milliarden Euro auf.

Risiken aus den Rechtsstreitigkeiten höher als gedacht

Deutschlands größte Bank kämpft an vielen Fronten: Im Prozess um die Pleite des Kirch-Medienkonzerns dürfen sich Kirchs Erben nach einem Urteil des Oberlandesgericht München aus dem Dezember Hoffnung auf Schadenersatz in mindestens dreistelliger Millionenhöhe machen. Allerdings rechnen Beobachter damit, dass der Dauerstreit erneut beim Bundesgerichtshof landen wird. Im Skandal um Manipulationen des Referenzzinses Libor ist das letzte Wort zur Rolle der Deutschen Bank nicht gesprochen - noch läuft eine Sonderprüfung der Finanzaufsicht Bafin. Konkurrenten wie die Schweizer UBS zahlten in dem Fall ein Milliardenbußgeld.

Jain und Fitschen, die im vergangenen Juni Josef Ackermann an der Konzernspitze abgelöst hatten, bewerteten die Risiken aus den Rechtsstreitigkeiten um eine Milliarde Euro höher als zuletzt. Damit erhöhte sich der Puffer für mögliche Strafzahlungen zum Jahresende auf 1,8 Milliarden Euro. Außerdem belastete der Abbau von Risiken das Ergebnis.

Trotz Verlusten Dividende von 75 Cent pro Aktie

Das Führungsduo bekräftigte sein im September ausgegebenes Ziel, die Bank neu aufzustellen. „Gleichzeitig haben wir einen grundlegenden kulturellen Wandel in der Bank eingeleitet. Diese Aufgabe wird uns nicht nur die nächsten Monate, sondern über Jahre hinweg beschäftigen“, erklärten Jain/Fitschen in einer Mitteilung. „Dies ist die umfassendste Umgestaltung der Deutschen Bank in der jüngeren Zeit.“

Im September hatte das Führungsduo das Ziel ausgegeben, die jährlichen Kosten bis 2015 um 4,5 Milliarden Euro zu drücken. Im Investmentbanking werden 2000 Stellen gestrichen. Das Management stimmte auf weitere Stellenstreichungen ein, ohne Zahlen zu nennen. Binnen Jahresfrist verringerte sich die Zahl der Vollzeitkräfte auf 98.219 (Vorjahr: 100.996), davon 46.308 (47.323) in Deutschland. Auch das Thema Boni steht auf dem Prüfstand. Am Donnerstag teilte die Bank mit, die variable Vergütung für das Jahr 2012 habe sich auf einen Anteil von neun Prozent an den Erträgen verringert - „das niedrigste Niveau seit vielen Jahren“. Zudem müssen nach Informationen aus Betriebsratskreisen im laufenden Jahr 12.000 bis 15.000 außertarifliche Mitarbeiter in Deutschland auf Gehaltssteigerungen verzichten.

Um die Aktionäre bei Laune zu halten, will die Bank für das vergangene Jahr eine unveränderte Dividende von 75 Cent je Aktie ausschütten.

dpa

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