Axel Springer mache gute Fortschritte auf dem Weg zum führenden digitalen Verlag, sagte Vorstandschef Mathias Döpfner. Foto: Soeren Stache
+
Axel Springer mache gute Fortschritte auf dem Weg zum führenden digitalen Verlag, sagte Vorstandschef Mathias Döpfner. Foto: Soeren Stache

Digitalgeschäft beflügelt Wachstum von Axel Springer

Berlin (dpa) - Digitale Zeitungsabos, Stellen- und Immobilienanzeigen: Der Medienkonzern Axel Springer ("Bild", "Die Welt") wächst vor allem im Internet.

In den ersten neun Monaten dieses Jahres legte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 6,9 Prozent auf rund 2,177 Milliarden Euro zu. Axel Springer mache gute Fortschritte auf dem Weg zum führenden digitalen Verlag, sagte der Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner am Mittwoch in Berlin.

Mehr als die Hälfte des Umsatzes (52,2 Prozent) erwirtschaftet Springer inzwischen mit digitalen Angeboten. Treiber sind dabei vor allem das Rubrikengeschäft mit Wohnungs- und Jobanzeigen, die in den ersten neun Monaten ein Umsatzplus von gut 20 Prozent erzielten, sowie die Vermarktungsangebote mit Plattformen wie das Preisportal Idealo mit einem Plus von 12 Prozent.

Die Bezahlangebote, zu denen Springers journalistische Titel mit ihren Internet-Varianten gehören, wiesen von Januar bis September nur einen leichten Umsatzanstieg von 0,9 Prozent auf. Zu den Ursachen zählten ein schwacher Werbemarkt sowie die Effekte aus dem Verkauf von Regionalzeitungen und Zeitschriften wie das "Hamburger Abendblatt" und die Zeitschrift "Hörzu" an die Funke-Gruppe.

Döpfner äußerte sich zuversichtlich über die Perspektiven für journalistische Bezahlangebote im Internet. "Bild" und "Welt" hätten fast 300 000 zahlende neue digitale Abonnenten gewonnen. Der Springer-Vorstandschef wünschte sich, dass auch andere Verlage in Deutschland beherzter das Bezahlmodell für Journalismus im Netz angingen. Stattdessen beschäftigten sich viele Medienhäuser lieber mit Stellenabbau in den Redaktionen, sagte er.

Im Streit mit Google um das sogenannte Leistungsschutzrecht lässt Springer nun wieder auch Vorschaubilder und Textanrisse gratis in Diensten des Internet-Konzerns auftauchen. Der Medienriese betonte aber, man mache das nicht freiwillig, sondern angesichts der Einbußen durch die reduzierte Anzeige in Google-Angeboten. Springer wirft dem Internet-Konzern weiterhin den Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung vor.

In den ersten neun Monaten verbesserte Springer das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 8,1 Prozent auf 363,9 Millionen Euro.

Im dritten Quartal legte der Umsatz um 8,2 Prozent auf 741,1 Millionen Euro zu, das EBITDA stieg um knapp zwei Prozent auf 97,8 Millionen Euro.

Für das ganze Jahr 2014 rechnet Springer unverändert mit einem Anstieg der Gesamterlöse im mittleren einstelligen Prozentbereich. Beim operativen Gewinn erwartet der Vorstand weiter einen Anstieg im niedrigen zweistelligen Prozentbereich.

Finanzbericht

Konzernkennzahlen

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bundesagentur gibt Arbeitslosenzahlen für Juni bekannt

Nürnberg (dpa) - Die Bundesagentur für Arbeit gibt heute die Juni-Arbeitslosenzahlen bekannt. Von der Deutschen Presse-Agentur befragte Volkswirte gehen von einem …
Bundesagentur gibt Arbeitslosenzahlen für Juni bekannt

Vodafone droht wegen Brexit mit Wegzug aus Großbritannien

Die Brexit-Gegner haben das Szenario ausgemalt: Verlassen die Briten die EU und damit auch eine riesige Freihandelszone, dann werden Unternehmen sich von der Insel …
Vodafone droht wegen Brexit mit Wegzug aus Großbritannien

US-Agrarkonzern Monsanto pokert weiter mit Bayer

Nicht viel Neues beim US-Konzern Monsanto: Die Amerikaner wollen weiter mehr Geld bei Bayer herausschlagen, ihre eigenen Geschäfte laufen nur mäßig.
US-Agrarkonzern Monsanto pokert weiter mit Bayer

Bauern wehren sich gegen Kritik: "Brauchen keine Agrarwende"

Mit einer kämpferischen Rede hat Bauernpräsident Rukwied Deutschlands Landwirte auf schwierige Zeiten eingeschworen. Zum Auftakt des Bauerntages fordert er Impulse und …
Bauern wehren sich gegen Kritik: "Brauchen keine Agrarwende"

Kommentare