Alibaba
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Die chinesische Online-Handelsplattform Alibaba geht an die Börse - Investoren reißen sich um die Anteilsscheine.

Chinesischer Onlinehändler

Alibaba legt Rekord-Börsengang hin

New York/Peking -  Die große Nachfrage für die Aktie des chinesischen Onlinehändlers Alibaba katapultierte den Kurs am Freitag an der New Yorker Börse vom Ausgabepreis von 68 Dollar auf über 90 Dollar.

Mit einem Volumen von 25 Milliarden Dollar (19,3 Milliarden Euro) ist die Neuemission der größte Börsengang aller Zeiten.

Der im Westen weitgehend unbekannte Onlinehändler wird oft als die chinesische Version von Amazon und Ebay beschrieben, weil er Funktionen beider Anbieter vereint. Der Konzern betreibt unter anderem die beliebteste chinesische Plattform für Onlinehandel, Taobao. Nach dem Wall-Street-Debüt war Alibaba mit einer Marktkapitalisierung von über 220 Milliarden Dollar auf einen Schlag mehr wert als der Flugzeugbauer Boeing oder das soziale Netzwerk Facebook.

Zunächst hatte das Unternehmen 320 Millionen Aktien ausgeben wollen, doch wegen der vielen Kaufaufträge zogen die mit der Neuemission betrauten Banken eine Option auf weitere 48 Millionen Anteilsscheine. Damit brach Alibaba den bisherigen Rekord der chinesischen AGBank, deren Neuemission vor vier Jahren 22,1 Milliarden Dollar in die Kassen gespült hatte.

Nachdem Alibaba den Ausgabepreis am Donnerstagabend auf 68 Dollar festgesetzt hatte, gab die Aktie mit dem Kürzel "BABA" am Freitag mit einer Erstnotiz von 92,70 Dollar ihren Einstand an der NYSE. Anschließend schoss der Kurs kurzzeitig auf fast 100 Dollar in die Höhe, gab dann wieder leicht nach und lag am Ende des Tages bei 93,89 Dollar. Das entspricht immer noch einem Plus von 38 Prozent.

Unternehmensgründer Jack Ma war zum Börsenstart an die Wall Street gekommen, überließ das traditionelle Läuten der Eröffnungsglocke zu Handelsbeginn aber acht Alibaba-Kunden. Der ehemalige Englischlehrer sagte in einem Interview mit dem Finanznachrichtensender CNBC, er fühle sich "sehr geehrt". Der Börsengang werde Alibaba einen weiteren Wachstumsschub verleihen.

"Wir haben einen Traum", erklärte Ma. "Wir hoffen, dass Leute in 15 Jahren sagen, das sei ein Unternehmen wie Microsoft, wie IBM." Außerdem gab er das ehrgeizige Ziel aus, "größer als Walmart" zu werden. Der US-Konzern ist der größte Einzelhändler der Welt.

Ma gründete Alibaba im Jahr 1999 mit einem Startkapital von 60.000 Dollar. Heute hat das Unternehmen mehr als 20.000 Mitarbeiter. Zwischen April und Juni erwirtschaftete der Konzern unterm Strich knapp zwei Milliarden Dollar und verdreifachte damit seinen Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Wirtschaftsprofessorin Qing Wang von der britischen Universität Warwick sagte, der Börsengang von Alibaba sei ein "Wendepunkt", der das Ende der US-Vorherrschaft im Technologiesektor einleiten könnte.

Zu den Profiteuren des Börsengangs zählt neben Ma, der sich über bis zu eine Milliarde Dollar freuen darf, vor allem die japanische SoftBank, größter Alibaba-Anteilseigner mit 32 Prozent. Das US-Internetportal Yahoo, das 22,4 Prozent hält, kündigte den Verkauf von fünf Prozent seiner Anteile an und dürfte damit rund zehn Milliarden Dollar einstreichen.

afp

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