Drogeriemarktkette dm investiert in neue Läden

Karlsruhe - Zahnpasta beim Discounter, Watte im Lebensmittelladen - ein Großteil der Drogeriewaren wird nicht in Drogerien gekauft. dm will das ändern, mit Bio-Lebensmitteln und Nagellack.

Die Drogeriemarktkette dm will Discountern und Lebensmitteleinzelhändlern das Geschäft mit Drogerieartikeln abjagen. „60 Prozent der Drogeriewaren werden noch nicht in Drogerien gekauft“, sagte Firmenchef Erich Harsch am Donnerstag in Karlsruhe. Dm hält derzeit nach eigenen Angaben einen Marktanteil von 23 Prozent bei Drogeriewaren, 17,5 Prozent teilen sich andere Drogeriemärkte. Ein gutes Drittel aller Drogerieartikel wird dagegen nach den Angaben bei Lebensmitteleinzelhändlern verkauft, 27 Prozent bei Discountern.

dm plant für das nächste Jahr in Deutschland 174 neue Märkte und Investitionen von 160 Millionen Euro. Konzernweit sind 264 Neueröffnungen geplant. Im abgelaufenen Geschäftsjahr (30.9.) stieg der Umsatz zwar nicht mehr zweistellig wie in den Vorjahren, als der sogenannte Schlecker-Effekt noch stärker zu spüren war. Mit einem Umsatzplus um 8,2 Prozent auf 8,32 Milliarden Euro blieb dm aber Branchenprimus. In Deutschland wurden 6,4 Milliarden Euro umgesetzt. Zum Gewinn äußerten sich die Karlsruher nicht. dm steht seit der Schlecker-Pleite vor zweieinhalb Jahren unangefochten an der Spitze deutscher Drogeriemärkte - vor Rossmann und Müller.

Punkten will das Unternehmen, das schon in den 1980er Jahren Bio-Lebensmittel in sein Sortiment aufgenommen hatte, weiter mit nachhaltigen Produkten sowie dekorativer Kosmetik wie Nagellack oder Wimperntusche.

Die Karlsruher zählen europaweit mehr als 3000 Märkte in zwölf Ländern, bundesweit arbeiten bei dm über 36 000 Menschen, konzernweit sind es 52 000. An die Beschäftigten in Deutschland wurden zum Ende des Geschäftsjahres rund 13 Millionen Euro ausgeschüttet.

Bei dekorativer Kosmetik haben die Karlsruher nach eigenen Angaben ihre „Marktführerschaft auf mehr als 50 Prozent“ ausgebaut. dm profitiert dabei unter anderem vom Trend zu schrillem Nagellack, der vor allem bei Teenies beliebt ist. „Das Segment wird immer jünger“, hat Marketing-Chefin Petra Schäfer beobachtet. „Früher hat das mit etwa 16 Jahren angefangen, heute so mit 12.“

dpa

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