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Getrennte Börsen-Wege ab 2015

Ebay kürzt Ziele - PayPal bleibt Umsatztreiber

San Jose - Ohne die Bezahlsparte PayPal ist beim Onlineriesen Ebay deutlich weniger los. Doch die erfolgreiche Tochter wird sich im nächsten Jahr an der Börse selbstständig machen.

Der Onlineriese Ebay steht vor einer ungewissen Zukunft. Bald muss das Unternehmen ohne sein Zugpferd PayPal auskommen - nun wurden auch noch die Ziele für das laufende Geschäftsjahr gesenkt. Der Umsatz dürfte deutlich geringer ausfallen als zuletzt prognostiziert, teilte Ebay am Mittwoch (Ortszeit) mit.

Investoren reagierten zunächst sehr empfindlich - die Ebay-Aktie fiel nachbörslich zwischenzeitlich um fast fünf Prozent. Allerdings fing sich der Kurs nach einer Weile wieder und bewegte sich dann nur noch knapp im Minus.

Im dritten Quartal konnte der Online-Handelskonzern seinen Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur um ein Prozent auf unter dem Strich 848 Millionen Dollar (663,5 Mio Euro) steigern. Beim Umsatz verbuchte Ebay ein Plus von zwölf Prozent auf 4,35 Milliarden Dollar.

Treibende Kraft war dabei erneut PayPal. Die Bezahlsparte schaffte einen Umsatzanstieg um 20 Prozent auf 1,95 Milliarden Dollar. „PayPal hatte ein weiteres starkes Quartal“, sagte Ebay-Chef John Donahoe. Die Tochter brachte im Berichtszeitraum gut 4 Millionen neue Kunden und baute ihre Nutzerschaft auf 157 Millionen aus.

Ebays Kerngeschäft, der Online-Marktplatz, kam auf ein Umsatzplus von 6 Prozent auf 2,16 Milliarden Dollar. Die Zahl der Nutzerkonten legte um 3,4 Millionen auf 152 Millionen zu. Auch das kann sich durchaus sehen lassen, reicht jedoch bei weitem nicht an die Erfolge von PayPal heran.

Auf die Bezahltochter kann sich Ebay aber nicht mehr lange verlassen. Der Konzern hatte jüngst bekanntgegeben, die Sparte im nächsten Jahr an die Börse zu bringen. Nun gab das Unternehmen auch noch einen gesenkten Ausblick ab. Ebay rechnet mit einem Umsatz zwischen 17,85 und 17,95 Milliarden Dollar im Geschäftsjahr 2014. Vorher hatte die Prognose zwischen 18 und 18,3 Milliarden Dollar gelegen.

Donahoe demonstrierte Zuversicht und betonte, dass Ebay und PayPal im raschen Wandel des Markts für Internethandel und mobiles Bezahlen allein jeweils am meisten profitieren würden. Vor kurzem hatte das allerdings noch ganz anders geklungen.

Als der einflussreiche Großinvestor Carl Icahn Anfang des Jahres eine Kampagne zur Abspaltung von PayPal startete, hatte sich vor allem Donahoe vehement dagegen gestemmt. Vor zwei Wochen gab Ebay dann die Trennung bekannt. Icahn triumphierte, und Donahoe wird seinen Chefposten wohl bald abgeben müssen.

dpa

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