Prognose

Wird Strom billiger? EEG-Umlage könnte sinken  

Berlin  - Die EEG-Umlage könnte nach Berechnungen von Experten im kommenden Jahr eventuell leicht sinken. Das prognostizieren Fachleute der Initiative Agora Energiewende.

Je nach Entwicklung der Börsenpreise für Strom würde die Umlage wahrscheinlich in einem Bereich von 5,8 bis 6,2 Cent je Kilowattstunde liegen, teilte die Initiative Agora Energiewende am Dienstag in Berlin mit. Aktuell liegt die Zulage bei 6,24 Cent je Kilowattstunde.

Nach den Agora-Angaben gilt diese Prognose allerdings nur, sofern im weiteren Verlauf der parlamentarischen Beratungen über die Reform des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes keine Änderungen mehr beschlossen werden. Ihre Berechnung basiert auf den im April vom Bundeskabinett beschlossenen Eckpunkten zur Reform des EEG, die derzeit in den Ausschüssen des Bundestags beraten werden. Auch der Bundesrat hat noch Änderungswünsche.

Grundlage der Berechnung sind Agora zufolge außerdem Mittelfristprognosen hinsichtlich der Entwicklung der Strom-Börsenpreise und des Einflusses der Witterung, die tatsächlich nicht vorhersagbar seien. Faktisch kann es bei der jährlichen Neuberechnung der Umlage also zu Abweichungen gegenüber den zugrunde liegenden Szenarien kommen, etwa wenn aufgrund sehr sonnigen Wetters mehr Solarstrom produziert und vergütet wird.

Teure Modifikation könnten Prognose zunichte machen

Sollten im Gesetzgebungs-Verfahren kostensteigernde weitere Modifikationen beschlossen werden, könne die prognostizierte Absenkung auch ausbleiben, erklärte Agora-Direktor Patrick Graichen: "Sollten zum Beispiel die Industrieprivilegien gegenüber dem Kabinettsbeschluss ausgeweitet werden, dann kann die EEG-Umlage 2015 den Wert von 2014 auch übertreffen."

Die mögliche Senkung der EEG-Umlage im nächsten Jahr basiert den Angaben zufolge hauptsächlich auf einem Einmaleffekt. 2015 entfalle ein im laufenden Jahr einmalig erhobener Sonderzuschlag zum Ausgleich von Defiziten auf dem sogenannten EEG-Konto, erklärten die Agora-Experten. Die aktuelle Höhe der Umlage von 6,24 Cent werden voraussichtlich 2016/17 wieder erreicht.

Die EEG-Umlage wird von privaten Verbraucher sowie Betrieben über ihre Stromrechnung bezahlt und soll den Ausbau erneuerbarer Energien finanzieren. Teile der Wirtschaft erhalten Rabatte, was regelmäßig für Streit sorgt. Die Regierung hat die Regeln für die Ausnahmen reformiert, hält aber grundsätzlich daran fest.

Agora Energiewende ist eine von Stiftungen finanzierte Berliner Denkfabrik. Sie bietet einen vom renommierten Öko-Institut entwickelten EEG-Rechner an, mit dem die Auswirkung politischer Entscheidungen auf die Entwicklung der Umlage und der Strompreise simuliert werden kann. Die Institution will damit nach eigenen Angaben zur Transparenz in der Diskussion beitragen.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa

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