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Eike Batista.

Juristisches Nachspiel

Ehemals reichster Mann Brasiliens angeklagt

Sao Paulo - Für Brasiliens einstigen Unternehmerstar Batista hat der Untergang seines Firmenimperiums ein juristisches Nachspiel. Gegen ihn laufen Anklagen. Es geht um Milliardenschäden für die Anleger.

In Brasilien hat die Staatsanwaltschaft eine weitere Anklage gegen den einst reichsten Mann des Landes, Eike Batista, sowie sechs Ex-Top-Manager des Ölkonzerns OGX erhoben. Sie sollen Anleger bewusst in die Irre geführt und so für die Investoren Schäden in Milliardenhöhe verursacht haben, wie am Mittwoch aus der Anklageschrift der Behörde in São Paulo hervorging.

Der deutschstämmige Batista und die Manager hätten den Kurs der OGX-Aktien manipuliert, indem sie Daten über riesige Öl- und Gasreserven vor der Küste Brasiliens verbreitet hätten. Dabei sei verschwiegen worden, dass die Förderung unwirtschaftlich sei und es teilweise gar keine Technologie für die komplizierte Förderung gebe.

Zwischen 2009 und 2013 habe OGX 55 offizielle Marktmitteilungen veröffentlicht, die das Potenzial in mehreren Ölfeldern hervorgehoben und so eine große Nachfrage an der Börse in São Paulo (Bovespa) bewirkt hätten. Allerdings sei schon 2011 durch eine interne Studie die Unwirtschaftlichkeit bekannt gewesen, was den Anlegern aber nicht mitgeteilt worden sei. OGX habe erst im Juli 2013 erklärt, dass die Aktivitäten an einige Bohrlöchern ausgesetzt würden.

Nach dieser Ankündigung sei der Aktienkurs, der im Oktober 2010 bei 23,39 Reais lag, auf 0,56 Reais abgestürzt. Angesichts der Entwertung von 2010 bis 2013 schätzte die Staatsanwaltschaft den am Kapitalmarkt entstandenen Schaden auf mindestens 14,4 Milliarden Reais (4,6 Mrd. Euro). Die Staatsanwaltschaft São Paulo hatte bereits Anklage gegen Batista wegen mutmaßlichen Insider-Handels erhoben. Auch die Behörden in Rio ermitteln gegen den 57-Jährigen wegen Marktmanipulation.

Sollten die Anklagen vor Gericht zugelassen werden, könnten bei einem Urteil langjährige Haftstrafen ausgesprochen werden. Die hoch verschuldete OGX befindet sich derzeit in einer sogenannten gerichtlichen Sanierung. Das Insolvenzverfahren gilt als eines der größten Lateinamerikas.

Batista galt jahrelang als Vorzeigeunternehmer Brasiliens und wurde auf der Forbes-Liste als einer der reichsten Männer der Welt geführt. Seine Mutter stammt aus Deutschland, er selbst studierte zeitweise in Aachen. Mit Goldminen im Amazonasgebiet legte der schillernde Unternehmer einst den Grundstein für sein Firmenimperium.

dpa

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