Vor der Zentrale der Deutschen Bundesbank in Frankfurt am Main. Foto: Arne Dedert/Illustration
+
Vor der Zentrale der Deutschen Bundesbank in Frankfurt am Main. Foto: Arne Dedert/Illustration

Einlagensicherung: Bankenabwicklerin mahnt zur Mäßigung

Berlin (dpa) - Im Streit über einen grenzübergreifenden Schutz von Spargeldern in Europa hat die oberste Bankenabwicklerin eine sachlichere Diskussion angemahnt.

"Ich kann nicht alle Emotionen bei diesem Thema nachvollziehen", sagte Elke König, Chefin der EU-Bankenabwicklungsbehörde Single Resolution Board (SRB), der "Welt am Sonntag". "Man sollte realistisch bleiben und Schritt für Schritt vorgehen. Irgendwann muss das System europäisch werden."

Der SRB soll den europäischen Sicherungstopf verwalten. Vor allem deutsche Sparkassen und Volksbanken, aber auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und die Bundesbank lehnen die Pläne der EU-Kommission für solch eine europäische Einlagensicherung aber strikt ab. Sie fürchten, dass ihre gut gefüllten Töpfe für Bankpleiten in anderen EU-Staaten geplündert werden sollen.

"Ich halte den Gedanken der Kommission, eine Vergemeinschaftung der Einlagensicherung anzustreben, nicht für falsch", sagte indes König. Zunächst aber müsse jedes EU-Mitgliedsland einen nationalen Einlagensicherungsfonds einrichten. Eine Kompromisslösung könne dann sein, dass nationale Systeme dauerhaft durch eine Rückversicherung vernetzt würden statt nur übergangsweise, sagte die ehemalige Chefin der staatlichen Finanzaufsicht Bafin.

Dem Vorschlag der EU-Kommission zufolge sollen Europas Banken von 2017 an schrittweise in einen gemeinsamen Topf einzahlen, der Ersparnisse im Fall einer Bankenpleite europaweit absichert. Von 2024 an sollen damit die Einlagen auf Konten und Sparbüchern in Höhe von 100 000 Euro je Kunde garantiert werden.

Mehr zum Thema

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Forscher: Beim Brexit verlieren alle, besonders die Briten

Den Warnungen vor hohen Kosten zum Trotz haben die Briten für den EU-Austritt ihres Landes gestimmt. Ökonomen wiederholen nun ihre düsteren Prognosen: Die …
Forscher: Beim Brexit verlieren alle, besonders die Briten

Interview zum Brexit: Anleger sollten jetzt Ruhe bewahren

München - Es ist nur logisch, dass Anleger nach dem Brexit verunsichert sind. Wir fragen die unabhängige Finanzberaterin Stefanie Kühn im Interview, wie sich …
Interview zum Brexit: Anleger sollten jetzt Ruhe bewahren

Brexit könnte den Briten 300 Milliarden Euro kosten

Gütersloh - Der EU-Austritt wird die Wirtschaft der Briten schmerzhaft treffen, glauben Experten. Aber auch Deutschland muss mit hohen Verlusten rechnen.
Brexit könnte den Briten 300 Milliarden Euro kosten

Rekordtief beim Milchpreis: Bauern fordern Nothilfe

Berlin - Ein Liter Milch für unter 20 Cent: Solche Tiefstpreise lassen deutsche Milchbauern um ihre Existenz bangen. Sie fordern schnelle Nothilfe.
Rekordtief beim Milchpreis: Bauern fordern Nothilfe

Kommentare