Der große Absatzmarkt Iran lockt auch deutsche Autobauer - doch vor dem nahenden Ende westlicher Sanktionen halten sich die Hersteller noch zurück. Foto: Ingo Wagner/Archiv
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Der große Absatzmarkt Iran lockt auch deutsche Autobauer - doch vor dem nahenden Ende westlicher Sanktionen halten sich die Hersteller noch zurück. 

Riesiger Absatzmarkt lockt

Ende der Iran-Sanktionen: Deutsche Autobauer zögern noch

Berlin/Teheran - Nach rund einem Jahrzehnt sollen die westlichen Strafmaßnahmen gegen den Iran fallen - auch deutsche Unternehmen wollen davon profitieren. Begleitet von einer großen Delegation war auch Wirtschaftsminister Gabriel schon zu Gesprächen da. Deutsche Autobauer aber zögern noch.

Der große Absatzmarkt Iran lockt auch deutsche Autobauer - doch vor dem nahenden Ende der westlichen Sanktionen halten sich die Hersteller noch zurück. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur.

So teilte Europas größter Autokonzern VW mit: "Wir verfolgen die aktuelle Entwicklung und prüfen mögliche Optionen. Es gibt jedoch noch keine Entscheidungen oder Beschlüsse." Bis 2009 hatte Volkswagen im Iran Fahrzeuge des Typs Gol produziert.

Aus Unternehmenskreisen war zu hören, dass die Wolfsburger durchaus mit von der Partie sein wollen, wenn westliche Hersteller ihre Autos wieder im Iran verkaufen dürfen. Als Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) im Juli 2015 als einer der ersten westlichen Spitzenpolitiker nach Teheran reiste, wurde er von einer großen Wirtschaftsdelegation begleitet, darunter Manager von VW und Daimler. Der Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA) hatte das Land in der Vergangenheit als interessanten Markt bezeichnet.

Die VW-Tochter Audi sieht in dem islamischen Schwellenland sogar "wachsendes Potenzial für Premiummarken". Allerdings betonte eine Sprecherin, man habe bisher weder einen autorisierten Importeur noch ein Händlernetz im Iran und übe daher noch keine Geschäftstätigkeit aus. Audi beobachte die politische Entwicklung. Ähnliche Töne kamen vom Sportwagenbauer Porsche. Die VW-Marke warte zunächst ab, wie sich die Lage entwickle, sagte ein Sprecher. Auch BMW betonte: "Ein zukünftiger Einstieg in den iranischen Markt hängt sowohl von den politischen als auch von den wirtschaftlichen Entwicklungen ab."

Indes plant Daimler, wieder im Iran aktiv zu werden - "natürlich unter Berücksichtigung aller möglicher exportrechtlicher Regelungen". Vor diesem Hintergrund tätige Daimler derzeit einzelne Geschäfte, sagte eine Sprecherin. Die Stuttgarter wollen im Falle der Sanktionsaufhebung ein Vertriebsbüro für ihr Nutzfahrzeuggeschäft im Iran errichten, das vom Regionalzentrum in Dubai aus gesteuert wird.

Die größte Hürde gebe es bislang noch für Finanztransaktionen. "Wegen der Sanktionen können wir zum Beispiel noch keine Räume mieten und keine Leute einstellen, weil wir keine Löhne zahlen können", erklärte die Daimler-Sprecherin. Das Nachrichtenmagazin "Focus" berichtete am Samstag unter Berufung auf Unternehmensberater, Volkswagen, Audi, Skoda, BMW und Daimler führten im Iran aber bereits Gespräche über Vertriebsfirmen und teils über mögliche eigene Produktionslinien. Die Vorgaben in dem Land seien allerdings strikt - etwa mit Blick auf die Schaffung neuer Jobs oder die Übertragung technischen Wissens.

Der US-Autoriese General Motors (GM) mit seiner europäischen Tochter Opel-Vauxhall will sich hingegen vorerst nicht in die Karten schauen lassen. In Detroit verwies man auf die nach wie vor bestehenden US-Sanktionen gegen den Iran. Entsprechend habe man keine Geschäftspläne in dem Land.

Es wird damit gerechnet, dass an diesem Wochenende der rund 13 Jahre lange Atomstreit zwischen Iran und dem Westen beendet wird. Dann würden die internationalen Wirtschafts- und Handelssanktionen gegen das Land aufgehoben. Die Automobilindustrie ist eine der wichtigsten Branchen im Land. Die französischen Hersteller Renault und Peugeot haben bereits angekündigt, groß im Iran aktiv zu werden. Zudem hatten Unternehmen etwa aus China versucht, die Lücke zu füllen, die westliche Konzerne wegen der Sanktionen hinterlassen hatten.

dpa

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