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Eon-Vorstandschef Johannes Teyssen reagiert auf die starken Gewinneinbrüche bei konventionellen Kraftwerken durch die Energiewende.

Alte und neue Energien

Aktionäre stimmen Aufspaltung von Eon zu

Essen - Deutschlands größter Stromkonzern teilt sich auf in neue und alter Energie. Eon-Chef Teyssen sieht darin erfolgreiche Perspektiven angesichts der Energiewende. Die Aktionäre folgen ihm.

Deutschlands größter Stromkonzern Eon spaltet sich unter dem Druck der Energiewende in alte und neue Energie auf. Die Aktionäre stimmten am Mittwoch bei der Hauptversammlung in Essen mit einer überwältigenden Mehrheit von 99,7 Prozent des vertretenen Grundkapitals für die Abtrennung der klassischen Großkraftwerke und des Energiehandels in das neue Unternehmen Uniper. Der Hauptkonzern wird sich künftig auf Ökostrom, Netze und Energievertrieb konzentrieren und behält die Eon-Atomkraftwerke.

Vorstandschef Johannes Teyssen hatte den Aktionären zuvor mit der radikalen Neuausrichtung bessere Zukunftschancen angesichts der Folgen der Energiewende versprochen. Teyssen bedankte sich für die „eindrucksvolle Zustimmungsquote“. Dies sei zugleich Verpflichtung, nun die Vision einer neuen Eon auch zügig umzusetzen, sagte er.

Aufhalten könnten die Aufspaltung des Konzerns noch Anfechtungsklagen gegen die Beschlüsse der Hauptversammlung. Diese müssten in den nächsten vier Wochen eingereicht werden. Mehrere Aktionäre hatten am Tag der Hauptversammlung formell Widerspruch eingelegt, um diese Frist zu wahren. Allerdings hatte sich das Management zuletzt gelassen gezeigt und dieses Risiko als gering bezeichnet. Als Indiz dafür wertete Teyssen etwa, dass es anders als in den Vorjahren diesmal keine Gegenanträge bei der Hauptversammlung gab.

Ende 2014 hatte Eon seine Aufspaltungspläne vorgestellt und seitdem an den Details gearbeitet. In diesem Herbst sollen nun gut 53 Prozent der Uniper-Aktien über die Börse an die Eon-Anteilseigner gegeben werden. Mittelfristig will Eon dann die übrigen Anteile verkaufen.

In der Aussprache gab es zwar Kritik von Aktionären in Einzelfragen, aber keine grundsätzliche Ablehnung. Der Plan sei alternativlos angesichts der abgestürzten Großhandelspreise für Strom, sagten mehrere Redner. Ohnehin greift schon seit Jahresbeginn im Tagesgeschäft die Aufspaltung.

„Eon und Uniper können sich künftig ganz auf ihre jeweiligen, sehr unterschiedlichen Märkte konzentrieren“, sagte Teyssen. Der Hauptkonzern mit seinen rund 40 000 Beschäftigten habe künftig „eine ausgewogene und feste Basis“. Dazu trage insbesondere auch das Netzgeschäft mit seinen stabilen Erträgen bei, die die übrigen Wachstumsbereiche ergänze.

Aktionäre sahen vor allem bei Uniper große Risiken. Der abgespaltene Teil sei eine riskante Wette auf wieder steigende Strompreise, sagte etwa Thomas Hechtfischer von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Andere Aktionäre kritisierten, dass die Atomkraftwerke auf Druck der Bundesregierung im Hauptkonzern bleiben müssen. „Sie sind ein Klotz am Bein der neuen Eon“, erklärte Thomas Deser von des Fondsgesellschaft Union Investment.

„Wir sind überzeugt vom Potenzial und den Chancen von Uniper“, sagte Teyssen. Die Abspaltung werde bei der Sicherung der Energieversorgung weiter eine wichtige Rolle spielen. Uniper habe in der klassischen Energiewelt „sehr gute Chancen“ und werde so schlank aufgestellt, dass es handlungsfähig bleibe.

Teyssen betonte die „ordentliche“ finanzielle Ausstattung von Eon und Uniper. Beide Unternehmen haben von den Ratingagenturen zuletzt Investmentstatus verliehen bekommen. Um das zu halten, werden sie künftig aber weiter sparen müssen, wie Teyssen ankündigte. So werde der milliardenschwere politische Kompromiss zur Finanzierung des Ausstiegs aus der Atomenergie die Neuausrichtung bremsen. Zugleich betonte Teyssen, dass Eon anders als Konkurrent RWE letztlich mit dem Atomkompromiss leben könne.

dpa

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