Eon-Zentrale in Essen: Ein Problem für den Konzern ist der Verfall der Großhandelspreise für Strom.
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Eon-Zentrale in Essen: Ein Problem für den Konzern ist der Verfall der Großhandelspreise für Strom.

Mehr als drei Milliarden Euro Minus

Eons Radikalumbau führt zu Rekordverlust

Düsseldorf - Bei Eon hinterlässt die Energiewende Spuren: Der nötige Umbau des Konzerns brockt dem größten deutschen Versorger Rekordverluste ein. Welche Folgen hat das für die Strompreise?

Deutschlands größter Energiekonzern Eon muss für seinen geplanten Radikalumbau wegen der Energiewende einen Milliardenverlust in Rekordhöhe verdauen. 2014 verbuchte das Unternehmen unterm Strich einen Fehlbetrag von 3,2 Milliarden Euro - das höchste Minus seit seiner Gründung im Jahr 2000. Ein Grund für die tiefroten Zahlen sind vor allem hohe Abschreibungen auf Kraftwerksgeschäfte im Ausland, die bereits angekündigt worden waren.

Prognose: 2015 wird genauso hart wie das vergangene Jahr

2015 werde der Konzern weiter kämpfen müssen, hieß es am Mittwoch bei der Vorstellung der Bilanz in Düsseldorf. „Das wird ein ebenso hartes Jahr wie 2014, wenn nicht härter“, sagte Vorstandschef Johannes Teyssen. „Aber wir werden schaffen, was wir uns vorgenommen haben.“

Während auf die Mitarbeiter empfindliche Jobkürzungen zukommen, sind mögliche Auswirkungen auf die Strompreise noch unklar. Der Umsatz von Eon sank 2014 um 7 Prozent auf 111,5 Milliarden Euro, die Zahl der Beschäftigten ging zum Jahresende um 5 Prozent auf 58 500 zurück.

Eon reagiert mit einer Aufspaltung auf die Folgen der Energiewende. Der gesamte Teil mit Kohle-, Gas- und Atomkraftwerken sowie dem Fördergeschäft soll im Laufe des kommenden Jahres in eine neue Gesellschaft kommen. Der Hauptkonzern will sich künftig auf Geschäfte wie Ökostrom, Energienetze und den Vertrieb konzentrieren. Erste Details wie die Standorte der Gesellschaften und die Verteilung von Vorstandsposten will Eon im zweiten Quartal vorstellen.

„Die wirtschaftliche Lage in Europa und damit auch für uns bei Eon bleibt angespannt“, sagte Finanzchef Klaus Schäfer. Der Vorstand wagte deshalb nur eine vorsichtige Prognose. So soll das operative Ergebnis von 8,3 Milliarden Euro im vergangenen Jahr auf 7,0 bis 7,6 Milliarden Euro sinken. Der Konzern verwies auf zahlreiche Risikofaktoren wie den anhaltenden Ukraine-Konflikt und die politischen Rahmenbedingungen für den Strommarkt in Deutschland.

„Wir werden mit unserer neuen Aufstellung agiler und schlagkräftiger sein“, sagte Teyssen. Das Jahr 2015 werde im Zeichen des Übergangs stehen. Insbesondere der Verfall der Strompreise im Großhandel werde aber eine zunehmend stärkere Belastung, sagte Finanzchef Schäfer.

Die Stromkonzerne verkaufen einen Großteil ihrer Produktion Jahre im Voraus, so dass die niedrigen Preise sich erst mit Verzögerung voll in den Bilanzen niederschlagen. Das Preis-Tief an den Strombörsen kommt vor allem durch die immer stärkere Einspeisung von Ökostrom in die Netze zustande. Der Preisverfall trifft auch Wasserkraftwerke, so dass auch die Eon-Ökostromsparte weniger verdienen dürfte. In der Öl- und Gasförderung wirken sich die niedrigen Preise ebenfalls aus.

Die mit Spannung erwartete Entscheidung des Konzerns über den Sitz seiner neuen Gesellschaft für das Erzeugungsgeschäft soll in wenigen Wochen fallen. Essen werden dabei gute Aussichten zugeschrieben: Eon beschäftigt dort in einem nur wenige Jahre alten Bürobau bereits 2000 Mitarbeiter. Die neue Gesellschaft wird weltweit rund 20 000 Beschäftigte haben und von 2016 an neben der Erzeugung mit Gas, Kohle und Atomkraft den Energiehandel und das Ölfördergeschäft führen.

dpa

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