Deutschlands größter Energieversorger Eon ist wegen der Energiewende in einer schweren Krise. Foto: Armin Weigel/Archiv
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Deutschlands größter Energieversorger Eon ist wegen der Energiewende in einer schweren Krise. Foto: Armin Weigel/Archiv

Für 1,6 Milliarden Euro

Eon verkauft norwegisches Öl- und Gasgeschäft an Dea

Hamburg/Düsseldorf - Ein zunehmend größerer Teil der deutschen Rohstoff-Förderung kommt unter direkten russischen Einfluss. Nachdem RWE bereits Dea an den Milliardär Michail Fridman verkauft hat, zieht Eon nun mit der Abgabe seiner norwegischen Aktivitäten an denselben Investor nach.

Der vom russischen Milliardär Michail Fridman kontrollierte Förderkonzern Dea Deutsche Erdöl AG übernimmt das gesamt Öl- und Gasgeschäft von Deutschlands größtem Energieversorger Eon in Norwegen.

Die Transaktion im Wert von 1,6 Milliarden Dollar (rund 1,41 Mrd Euro) umfasse Beteiligungen an 43 Lizenzen inklusive Partnerbeteiligungen an drei produzierenden Öl- und Gasfeldern. Dies teilte Dea in Hamburg mit.

Die Gesamtproduktion belaufe sich auf 45 000 Barrel Öläquivalente pro Tag, wodurch sich die Tagesförderung von Dea in Norwegen auf 75 000 Barrel Öläquivalente fast verdoppele. Der Deal muss noch von norwegischen Behörden und der EU-Kommission gebilligt werden.

Eon ist wegen der Energiewende in einer schweren Krise und reagiert darauf mit einem tiefgreifenden Umbau, bei dem die Großkraftwerke ausgegliedert werden. Erlöse aus dem Verkauf von Randgeschäften kann der Konzern gut gebrauchen, um die eigenen Schulden zu senken.

Hinter der Dea - der früheren Fördertochter des RWE-Konzerns - steht inzwischen die Beteiligungsgesellschaft LetterOne des russischen Investoren Michail Fridman. LetterOne hatte Dea im Frühjahr für gut fünf Milliarden Euro übernommen.

Eon hat seine Beteiligungen an Öl- und Gasfeldern in der Nordsee bereits vor einiger Zeit auf die Verkaufsliste gesetzt. Dazu gehören auch Projekte in Großbritannien, die Eon jedoch separat abstoßen will. Hintergrund ist dabei auch, dass Fridman aus politischen Gründen wegen des Ukraine-Konflikts in Großbritannien nicht gern gesehen ist. Deshalb musste sich Dea nach dem Verkauf an Fridman verpflichten, die Geschäfte in Großbritannien bis zum Herbst weiterzuverkaufen.

"Diese Akquisition ist der erste Schritt einer neuen Wachstumsstrategie", erklärte der Dea-Aufsichtsratsvorsitzende und frühere BP-Chef Lord Browne. Dea habe Zugang zu erheblichen finanziellen Ressourcen, und er erwarte weitere Investitionen sowohl im Gebiet des Norwegischen Festlandsockels als auch in anderen Kernregionen. Dea-Vorstandschef Thomas Rappuhn erklärte, das Unternehmen werde die Reservenbasis vergrößern, die Produktion deutlich steigern und neue Wachstumschancen nutzen.

Während RWE und Eon das Fördergeschäft abgaben, setzt Deutschlands größter Gasproduzent Wintershall auf einen Ausbau seiner Aktivitäten in Russland. Anfang September war es zu einem milliardenschweren Tauschgeschäft zwischen der Kasseler BASF-Tochter und dem russischen Rohstoff-Riesen Gazprom gekommen, das zunächst von den Folgen der Ukraine-Krise verzögert worden war.

Wintershall erhält etwas mehr als ein Viertel aus den Fördererträgen eines Gasfeldes in Westsibirien. Dort sollen einmal mindestens acht Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr gefördert werden. Der Start der Produktion ist laut BASF für das Jahr 2018 geplant. Im Gegenzug gibt das Unternehmen seine Anteile am Gashandels- und Speichergeschäft komplett an die Russen ab. Gazprom bekommt außerdem Anteile an der Gas- und Ölförderung von Wintershall in der Nordsee.

Mitteilung Dea

dpa

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