Behälter mit hoch radioaktiven Material im atomaren Zwischenlager in Gorleben. Foto: Jochen Lübke
+
Behälter mit hoch radioaktiven Material im atomaren Zwischenlager in Gorleben. Foto: Jochen Lübke

Eon zieht wegen Gorleben-Aus vor das Verfassungsgericht

Karlsruhe - Der Atomkonzern Eon hat Verfassungsbeschwerde gegen das Ende des Zwischenlagers Gorleben eingelegt. Ein Sprecher des höchsten deutschen Gerichts bestätigte einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung".

Der Konzern sieht das Zwischenlager Gorleben dem Bericht zufolge als "bewährte und funktionsfähige Lagerlösung für Wiederaufbereitungsabfälle". Kosten für ein alternatives Zwischenlager wolle Eon nicht tragen, weil die "alternative Zwischenlagerung ausschließlich politisch motiviert" sei.

Um nicht weitere Fakten für ein Endlager in Gorleben (Niedersachsen) zu schaffen, sollen keine Atommülltransporte mehr in das oberirdische Zwischenlager gehen. Die weitere Nutzung ist auf Drängen Niedersachsens ausgeschlossen worden. Das Land hatte nur unter der Bedingung einer neuen Endlagersuche zugestimmt, die auch den nahen Salzstock umfasst.

Eine Änderung des Atomgesetzes verpflichtet die Kernkraftbetreiber seither, auch Castoren aus der Wiederaufarbeitung in Zwischenlagern bei Kernkraftwerken zu lagern. Insgesamt 26 solcher Castoren sollen in den nächsten Jahren aus Großbritannien und Frankreich zurückkehren. Bislang ist unklar, wo sie letztendlich lagern sollen.

Die Verfassungsbeschwerde richtet sich gegen die Neuerung des Atomgesetzes, das die Nutzung des Zwischenlagers ausschließt. Sie ist laut Gericht vorsorglich eingelegt worden, damit keine Fristen verstreichen. Parallel dazu beschreite Eon den normalen Rechtsweg über das Verwaltungsgericht.

Infos zu Gorleben und Zwischenlagerung

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

VW-Verkäufe in USA sacken weiter deutlich ab

Herndon - In den USA spürt VW weiterhin die Auswirkungen des Abgasskandal  - Autokäufer lassen weiter die Finger von VW-Autos.
VW-Verkäufe in USA sacken weiter deutlich ab

Easyjet bereitet sich auf Brexit vor

London - Die britische Billigairline Easyjet rüstet sich für den Brexit. Man werde ein Luftverkehrsbetreiber-Zeugnis (AOC) in der Europäischen Union beantragen, teilte …
Easyjet bereitet sich auf Brexit vor

Netzagentur gegen Extrakosten beim Netzausbau

Gas- und Stromleitungen sind ein staatlich reguliertes Geschäft ohne Konkurrenz. Wie hoch die Renditen für die Netze sein dürfen, ist politisch heiß umstritten - denn am …
Netzagentur gegen Extrakosten beim Netzausbau

BMW will 2021 selbstfahrendes Auto anbieten

München (dpa) - BMW will in fünf Jahren ein selbstfahrendes Auto auf den Markt bringen - zusammen mit dem Chiphersteller Intel und dem Kameratechnik-Spezialisten …
BMW will 2021 selbstfahrendes Auto anbieten

Kommentare