Eine VW-Niederlassung in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul. Foto: Yonhap
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Eine VW-Niederlassung in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul. 

Manipulierte Abgaswerte

Ermittler durchsuchen VW-Niederlassung in Südkorea

Seoul - Die südkoreanischen Behörden setzen ihre Ermittlungen gegen Volkswagen wegen der manipulierten Abgaswerte fort. Bei Durchsuchungen werden Dokumente und Festplatten sichergestellt.

Im VW-Abgas-Skandal hat die südkoreanische Staatsanwaltschaft die Niederlassung des deutschen Autobauers in der Hauptstadt Seoul durchsucht.

Die Ermittler hätten Dokumente und Computer-Festplatten sowie E-Mails an die und von der Konzernleitung in Deutschland sichergestellt. Dies berichtete die Nachrichtenagentur Yonhap am Freitag unter Berufung auf das Büro der Staatsanwaltschaft.

Demnach stand die Durchsuchung unter anderem im Zusammenhang mit dem Vorwurf, dass Volkswagen Anordnungen nicht befolgt und nur mangelhafte Rückrufpläne für mehr als 125 000 Diesel-Fahrzeuge eingereicht habe. Im Januar hatte das Umweltministerium deswegen gegen den Geschäftsführer von Audi Volkswagen Korea, Johannes Thammer, Strafanzeige erstattet.

Eine Sprecherin des Konzerns bestätigte die unangekündigte Durchsuchung. Sie betonte aber, dass das Unternehmen mit dem Umweltministerium im Gespräch über einen "zusätzlichen Rückrufplan" stehe. Dieser werde bald eingereicht. "Eine Frist gibt es nicht." Erst wenn der Plan von den Behörden akzeptiert sei, könne die Aktion starten.

Volkswagen nennt weitere Rückruf-Termine

Für Volkswagens Riesen-Rückruf wegen des Abgas-Skandals gibt es weitere Starttermine. In einem Kundenbrief, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, nennt der Konzern für die Wagen mit dem kleinsten betroffenen Motor mit 1,2 Litern Hubraum einen Beginn der Werkstatt-Aktion ab dem 30. Mai (Kalenderwoche 22). Die mittelgroßen Motoren mit 1,6 Litern Hubraum sind ab dem 5. September (Kalenderwoche 36) an der Reihe. Bereits bekannt ist das Startdatum 29. Februar (Kalenderwoche 9) für die 2,0-Liter-Antriebe. Dabei machen Varianten des Passat den Anfang.

In Deutschland sind rund 2,5 Millionen VW-Modelle von Manipulationen bei Diesel-Abgaswerten betroffen. Wann genau welche Typen dran sind, hängt von den Kombinationen aus Motor, Baujahr und Getriebe ab. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) gibt die Termine schrittweise frei.

Bei den mittleren 1,6-Liter-Motoren muss neben einem Software-Update auch ein Bauteil eingesetzt werden. In dem Schreiben heißt es, jeder VW-Halter erhalte noch einen zweiten Brief, der dann zum konkreten Termin in der Werkstatt aufrufe. „Wir bedauern zutiefst, dass wir Ihr Vertrauen enttäuscht haben, und werden diese Unregelmäßigkeit schnellstmöglich beheben“, schreibt Volkswagen. Alle Fahrzeuge seien auch ohne die Nachbesserung „technisch sicher und fahrbereit“.

6,7 Milliarden Euro reichen womöglich nicht  

Nach einem Bericht des „Manager Magazins“ rechnet der Konzern damit, dass die Aufarbeitung des Abgas-Skandals sich auch in den USA weiter hinziehen könnte. Top-Manager erwarteten dort keine Einigung mit den Behörden über Lösungen für die manipulierten Autos vor Ende März, schrieb das Blatt unter Berufung auf Unternehmenskreise. Zudem würden die zurückgelegten 6,7 Milliarden Euro womöglich nicht ausreichen.

Bei VW hieß es: „Das sind Spekulationen, die wir nicht kommentieren.“ Die US-Behörden hatten einen ersten Rückrufplan abgelehnt und Nachbesserungen angemahnt. Volkswagen drohen auch Rückkaufe.

Anders als in den Vereinigten Staaten hat das Unternehmen den Kunden in Europa noch keine direkten Entschädigungen für Folgen des Skandals angeboten. Der Chef des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv), Klaus Müller, kritisierte dies im „Handelsblatt“ scharf: „In vergleichbarer Situation würde es kein Lebensmittelkonzern wagen, derart mit Informationen und Entschädigungsangeboten zu geizen.“

dpa

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