DGB fordert mehr Stellen im öffentlichen Dienst

Erzieher-Gewerkschaft: Flüchtlinge auch in Kitas beschäftigen

Berlin - Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert, wegen der wachsenden Zahl von Flüchtlingskindern auch Asylbewerber und fachfremde Betreuer in Kindertagesstätten einzusetzen.

Nicht-Erzieher könnten bei einer berufsbegleitenden Ausbildung in Kitas arbeiten, sagte die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Dienstag. Voraussetzung seien die Mittlere Reife, eine dreijährige Ausbildung und mindestens drei Jahre Berufserfahrung.

Um den wachsenden Bedarf an Erziehern zu decken hält Tepe es auch für denkbar, Flüchtlinge in Kitas einzusetzen. "Man sollte gucken, ob es unter den Asylbewerbern Menschen gibt, die in ihrem Herkunftsland eine pädagogische Ausbildung hatten", sagte die GEW-Chefin. "Die muss man finden."

Aus Sicht des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) macht die Flüchtlingskrise Engpässe im öffentlichen Dienst deutlich. Der DGB fordert daher eine Abkehr von der Sparpolitik und deutlich mehr Personal im öffentlichen Dienst.

"Seit der Wiedervereinigung wurde im öffentlichen Dienst massiv Personal abgebaut", sagte die stellvertretende DGB-Bundesvorsitzende Elke Hannack den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (Dienstagsausgaben). "Mit der Flüchtlingskrise sind die Engpässe nun bemerkbar bei der Polizei, in Schulen, Kitas und in der Verwaltung."

Hannack zufolge gehen in den nächsten zehn Jahren mehr als eine Million Staatsbedienstete in den Ruhestand. "Die müssen ersetzt und ein Teil des Personalabbaus muss rückgängig gemacht werden", sagte die DGB-Vertreterin.

Sie fordert zudem eine "Ausbildungsoffensive im öffentlichen Sektor". Zur Finanzierung schlug Hannack ein Ende der Konsolidierungspolitik vor: "Die Bundesregierung muss das Dogma der schwarzen Null vorerst aufgeben." Auch über höhere Steuern, etwa bei Kapitaleinkünften, müsse geredet werden.

AFP

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