Die Fahne der Europäischen Union spiegelt sich in einer Euro-Münze. Europa schützt mit einem Notfalltopf für Pleitebanken künftig die Steuerzahler vor Milliardenkosten. Foto: Oliver Berg
+
Die Fahne der Europäischen Union spiegelt sich in einer Euro-Münze. Europa schützt mit einem Notfalltopf für Pleitebanken künftig die Steuerzahler vor Milliardenkosten.

Schutz für Steuerzahler

EU-Notfallfonds für Pleitebanken startet

Brüssel - Europa schützt mit einem neuen Notfalltopf für Pleitebanken künftig die Steuerzahler vor Milliardenkosten. Vom 1. Januar 2016 gelten die gemeinsamen Regeln zur Sanierung und - im Notfall - Schließung von Banken.

Der europäische Banken-Abwicklungsfonds soll künftig für die Kosten aufkommen. Im Fall der Schieflage einer Bank werden dann zunächst Eigentümer und Gläubiger von Banken zur Kasse gebeten. Erst als letztes Mittel sollen Einlagen von Sparern oder etwa Steuergelder herangezogen werden. Der Notfalltopf kann nur von den Staaten genutzt werden, die die Regeln ratifiziert haben. Er gilt für die Euroländer sowie Nicht-Eurostaaten, die freiwillig mitziehen.

Der Fonds soll mit Bankengeldern nach und nach aufgebaut werden und letztlich einen Umfang von 55 Milliarden Euro haben. Bis 2024, also innerhalb von acht Jahren, soll der Topf komplett gefüllt sein. Der Fonds soll schnell einspringen, um Problembanken über ein Wochenende hinweg abzuwickeln. In der Finanzkrise hatten die EU-Länder insgesamt 1,6 Billionen Euro in marode Geldhäuser gesteckt.

Die gemeinsame Abwicklung ist die zweite Säule der Bankenunion. Die erste Säule ist die gemeinsame Bankenaufsicht für Großbanken für die Eurozone, die im November 2014 gestartet war. Zudem soll es eine europäische Sicherung der Guthaben von Bankkunden geben (Einlagensicherung), allerdings ist der Vorschlag der EU-Kommission noch umstritten. Mit der Bankenunion will Europa für mehr Vertrauen in seiner Finanzbranche sorgen.

Webseite EU-Kommission zur Bankenunion

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Brexit brächte deutscher Wirtschaft Milliardenverluste

Berlin - Durch einen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union würden deutsche Exporteure im Zeitraum bis 2019 Einbußen in einer Größenordnung von 6,8 …
Brexit brächte deutscher Wirtschaft Milliardenverluste

Schäuble: Niemand will Bargeld abschaffen

Berlin - Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat Befürchtungen vor einer angeblichen Bargeldabschaffung in Deutschland als grundlos zurückgewiesen.
Schäuble: Niemand will Bargeld abschaffen

Zweifel an Flughafen-Eröffnung bis Ende 2017 wachsen

Berlin - Eigentlich sollte die Genehmigung für einen Teil des Umbaus der Entrauchungsanlage des neuen Hauptstadtflughafens in Berlin-Schönefeld bis Ende April da sein. …
Zweifel an Flughafen-Eröffnung bis Ende 2017 wachsen

Bayerischer Minister will eine Milliarde für Milchbauern

Passau - Angesichts der schweren Krise der Milchbauern in Europa fordert Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU) von der EU eine Milliarde Euro Soforthilfe …
Bayerischer Minister will eine Milliarde für Milchbauern

Kommentare