+
Der Angeklagte vor Gericht.

Unternehmen um Millionen geprellt?

Ex-NKD-Manager soll Richter-Entführung geplant haben

Hof - Ein ehemaliger NKD-Manager soll die Entführung eines Richters geplant haben. Die Ermittlungen dazu bestätigte die Staatsanwaltschaft Hof am Montag.

Bereits seit dem März 2014 muss er sich wegen Untreue in Millionenhöhe vor dem Landgericht Hof verantworten - seit Weihnachten sieht sich ein früherer Textilmanager nun auch noch einem ungleich schwereren Vorwurf gegenüber.

Angeblich soll der seit eineinhalb Jahren in Haft sitzende 38-Jährige die Entführung eines Richters des Landgerichtes geplant haben. Entsprechende Ermittlungen bestätigte am Montag der Sprecher der Staatsanwaltschaft Hof, Reiner Laib. Nach seinen Angaben gehen die Ermittler dem Verdacht einer versuchten Anstiftung zur Geiselnahme nach.

Es sei um Pläne gegangen, einen Richter der Strafkammer entführen zu lassen, die zur Zeit den Fall des früheren Managers verhandelt. Weitere Details wollte der Sprecher der Anklagebehörde nicht nennen. „Wir werden uns zu einem späteren Zeitpunkt eingehender zu dem Verdacht äußern“, sagte er. Über den Fall hatte zuerst der „Nordbayerische Kurier“ berichtet.

Vorwürfe fußen auf Aussagen von zwei Mithäftlingen

Der Anwalt des früheren Managers des Textildiscounters NKD, Volker Beermann, bestätigte einen Bericht der „Bild am Sonntag“, wonach die Vorwürfe auf Aussagen von zwei Mithäftlingen des Ex-Managers fußen. Sie hätten sich an die Staatsanwaltschaft gewandt und berichtet, der 38-Jährige habe sie für die Entführung des Richters anheuern wollen. Er sei gerade dabei, die Glaubwürdigkeit der Aussagen der beiden Häftlinge zu überprüfen. „Im Gefängnis passieren viele Sachen. Da wird viel geredet“, sagte der Verteidiger.

Nach Angaben des Anwalts hat ein Haftrichter wegen der neuen Vorwürfe am 23. Dezember einen weiteren Haftbefehl gegen den 38-jährigen erlassen, obwohl dieser bereits in Haft sitzt. Das Verfahren gegen den Ex-Manager soll am 7. Januar vor dem Landgericht Hof fortgesetzt werden. Weitere Termine sind für den 14., 20. und 23. Januar angesetzt.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten sowie einem früheren Prokuristen des oberfränkischen Unternehmens mit Sitz in Bindlach (Kreis Bayreuth) Untreue in vier Fällen vor. Eine NKD-Tochter in Hongkong soll zwischen April und Oktober 2012 mehrere Rechnungen einer Firma aus Zypern erhalten haben. Der Manager habe die Rechnungen angekündigt, der Prokurist sie freigegeben. Dabei habe es mit der Firma in Zypern weder einen Vertrag gegeben noch habe sie Leistungen für die Firma erbracht. NKD sei auf diese Weise um 3,7 Millionen Euro geprellt worden.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Noch immer kein DNA-Beweis für Tod der Unister-Chefs

Noch immer ist nicht endgültig geklärt, ob Unister-Chef Thomas Wagner bei dem Flugzeugabsturz in Slowenien tatsächlich ums Leben kam. Wirkliche Zweifel hat niemand. Aber …
Noch immer kein DNA-Beweis für Tod der Unister-Chefs

Fast jeder zweite Erwerbstätige schaut nach Feierabend in Mails

Flexibles Arbeiten ist Segen und Fluch zugleich. Die ständige Erreichbarkeit im Berufsleben kann einer Studie zufolge auch gesundheitliche Folgen habe.
Fast jeder zweite Erwerbstätige schaut nach Feierabend in Mails

Ryanair klammert sich an Gewinnziel

Die Angst vor weiteren Terrorattacken in Europa belastet auch die Fluggesellschaften. Die Buchungen gehen zurück. Beim Billigflieger Ryanair wackelt die …
Ryanair klammert sich an Gewinnziel

Brüssel will Verbraucher im VW-Skandal unterstützen

Brüssel - Im Vergleich zu US-Kunden sehen europäische VW-Besitzer alt aus. Der Konzern rüstet Autos mit Software zur Abgas-Manipulation zwar um. Entschädigungen sind …
Brüssel will Verbraucher im VW-Skandal unterstützen

Kommentare