In der Debatte sind neuerdings auch eher als skurril eingeschätzte Ansätze wie "Helikoptergeld" - zielgenaue Finanzspritzen an Unternehmen und Verbraucher direkt von der Zentralbank unter Umgehung des normalen Bankensektors. Foto: Marc Müller/Archiv/Symbolbild
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In der Debatte sind neuerdings auch eher als skurril eingeschätzte Ansätze wie "Helikoptergeld" - zielgenaue Finanzspritzen an Unternehmen und Verbraucher direkt von der Zentralbank unter Umgehung des normalen Bankensektors. Foto: Marc Müller/Archiv/Symbolbild

Nach Leitzins-Senkung

Geringe Inflation: EZB plant weitere Schritte

Paris/Frankfurt - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat erneut betont, dass sie im Kampf gegen die gefährlich geringe Inflation auch nach der beispiellosen Zinssenkung von vorletzter Woche weitere Instrumente zur Verfügung hat.

Schon die jüngste Lockerungsrunde vom 10. März zeige, dass der Notenbank nicht die Mittel ausgingen, sagte EZB-Direktor Benoît Coeuré.

Die EZB hatte vor eineinhalb Wochen unter anderem den Leitzins im Euroraum auf null Prozent gesenkt, ihre Wertpapierkäufe abermals ausgeweitet und den Kauf von Firmenanleihen sowie neue Langfristkredite angekündigt. Dieses Paket unterstreiche den festen Willen, die immer noch schwache Inflation wieder an den Zielwert der Notenbank von knapp zwei Prozent heranzuführen, sagte Coeuré.

'Helikoptergeld' "sehr interessantes Konzept"

In der Debatte sind neuerdings auch eher als skurril eingeschätzte Ansätze wie "Helikoptergeld" - also zielgenaue Finanzspritzen an Unternehmen und Verbraucher direkt von der Zentralbank unter Umgehung des normalen Bankensektors. EZB-Chef Mario Draghi hatte dies auf Nachfrage zwar ein "sehr interessantes Konzept" genannt. Im Rat der Notenbank habe man solche Ideen allerdings bisher nicht genauer erörtert. Das "helicopter money" tauchte zuletzt vor allem in ökonomischen Fachdebatten auf, insbesondere im angelsächsischen Raum.

Coeuré wies zugleich darauf hin, dass die Geldpolitik der EZB nicht allein für eine nachhaltige Konjunkturerholung sorgen könne. Auch die Fiskal- und die Wirtschaftspolitik der Staaten der Eurozone stünden in der Verantwortung. Neben Wirtschaftsreformen könnten die Länder ihre Ausgaben für Investitionen sowie Forschung und Bildung erhöhen.

dpa

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