Die Bundesregierung zweifelt daran, dass der künftige Hauptstadtflughafen BER die vertraglich vereinbarte Frist zur Fertigstellung des Regierungsterminals auf dem Gelände einhalten kann. Foto: Patrick Pleul/Archiv/Symbolbild
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Die Bundesregierung zweifelt daran, dass der künftige Hauptstadtflughafen BER die vertraglich vereinbarte Frist zur Fertigstellung des Regierungsterminals auf dem Gelände einhalten kann. Foto: Patrick Pleul/Archiv/Symbolbild

Hauptstadtflughafen: Verantwortliche hoffen auf Start 2017

Der Bau des drittgrößten deutschen Flughafens bleibt ein Wettlauf mit der Zeit. Zwar ist ein Zeitraum zur Eröffnung festgelegt. Doch ob er zu halten ist, zeigt sich erst in diesem Sommer.

Berlin (dpa) - Am neuen Hauptstadtflughafen legen sich die Verantwortlichen nicht definitiv auf eine Eröffnung im Jahr 2017 fest.

Ihm sei es wichtig, "dass wir wegkommen von irgendwelchen willkürlich gesetzten Terminen, von irgendeinem Druck, der aufgebaut wird, hin zu einem seriösen Abarbeiten aller Dinge", sagte der Berliner Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) als Aufsichtsratschef nach einer Sitzung des Kontrollgremiums. Zugleich betonte er, ein Start 2017 sei weiterhin möglich. Der Zeitplan war zuletzt weiter unter Druck geraten.

Geplant ist, dass der drittgrößte deutsche Flughafen im zweiten Halbjahr 2017 in Betrieb geht. Der Spielraum von sechs Monaten ist nach Betreiberangaben inzwischen um rund vier Monate geschrumpft. Das Ende der Bauarbeiten wurde von März dieses Jahres auf den 15. Juli verschoben. Dann folgen Probeläufe und Abnahmen. Flughafenchef Karsten Mühlenfeld ließ sich am Montag auf das Datum jedoch nicht festlegen.

"Jeder Zeitplan ist erstmal dafür da, um klare Definitionen für die Bauarbeiter zu schaffen, und nicht dass man jedes Detail exakt an dem Tag schafft", sagte Mühlenfeld. Er verwies darauf, dass die technische Inbetriebnahme für einzelne Terminalabschnitte schon begonnen habe. "Wenn wir wirklich den Bau im Sommer fertig bekommen, dann steht auch 2017 ganz klar", betonte Mühlenfeld.

Damit würde der Großflughafen nach vier geplatzten Eröffnungsterminen mit sechs Jahren Verspätung ans Netz gehen. Müller sprach erneut von einem "Schlussspurt", bei dem alle in der Pflicht seien. "Im Mittelpunkt der ganzen Anstrengungen steht, dass wir weiter in ruhigem Fahrwasser die Themen abarbeiten, die nötig sind, um dann verlässlich und sicher an den Start gehen zu können."

Dafür reichte der Flughafen nach mehreren Verzögerungen einen umfangreichen Nachtrag zur Baugenehmigung beim Bauamt ein. Er regelt zahlreiche Umbauten, die nach Planungsfehlern und Baumängeln im Terminal vorgenommen wurden. Ein weiterer Nachtrag folge in vier bis acht Wochen, sagte Mühlenfeld. Erst wenn die Behörde diesen akzeptiert, besteht mehr Sicherheit über den Eröffnungstermin.

Keine Einigung gab es im Streit um das neue Regierungsterminal, das vor dem alten Schönefelder Terminal gebaut werden soll. Denn wegen steigender Passagierzahlen soll das alte Gebäude nach dem Start des Großflughafens zunächst in Betrieb bleiben und der Protokollbereich erst einmal in einen etwas abseits geplanten Interimsbau einziehen.

Der Aufsichtsrat habe die Vergabe dieses Bauprojekts nun angestoßen, sagte Mühlenfeld. Er gab jedoch zu, dass es Debatten mit dem Bund darüber gibt, wie lange die Staatsgäste in dem Interimsbau empfangen werden sollen. Der Bund will mehr als fünf Jahre nicht akzeptieren. Der Flughafen kann das jedoch nicht garantieren. Es soll dazu weitere Gespräche geben, sagte Mühlenfeld. Müller erinnerte daran, dass der Bund als Miteigentümer des Flughafens neben Berlin und Brandenburg selbst auch verantwortlich sei.

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