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"Tiefes Loch in der Bilanz" hat der kanadische Konzern Bombardier zu verkraften.

Geflopptes Privatjet-Projekt

Flugzeugbauer Bombardier: Neues Management nach Verlusten

Montreal - Der Zug- und Flugzeugbauer Bombardier tauscht seine Führung nach schwacher Geschäftsentwicklung aus. Ein geflopptes Privatjet-Projekt hat den kanadischen Konzern tief in die roten Zahlen befördert.

Am Donnerstag teilte Bombardier mit, dass Vorstandschef Pierre Beaudoin, der Enkelsohn von Firmengründer Joseph-Armand Bombardier, in den Verwaltungsrat wechseln wird.

Pierre ersetzt als Vorsitzender des Gremiums seinen Vater Laurent, der sich nach mehr als fünf Jahrzehnten an der Spitze des Unternehmens auf einen Ruheposten zurückzieht. Neuer Präsident und Vorstandschef wird Alain Bellemare, der zuletzt die Flugzeugsparte des US-Mischkonzerns United Technologies leitete.

Bereits vergangenen Monat hatte Bombardier angekündigt, dass die gescheiterte Entwicklung des „Learjet 85“ ein tiefes Loch in die Bilanz reißen werde. Mit dem Privatjet sollte eigentlich ein neues Flaggschiff-Modell entstehen, doch wegen mangelnder Nachfrage wurde das Vorhaben wieder abgeblasen. Im Schlussquartal verursachte dies Sonderkosten von 1,4 Milliarden Dollar, zudem kostet er etwa 1000 Mitarbeiter die Jobs.

Im letzten Vierteljahr 2014 musste Bombardier einen Nettoverlust von 1,6 Milliarden Dollar (1,4 Mrd Euro) verkraften. Im Gesamtjahr verbuchten die Kanadier einen Fehlbetrag von 1,2 Milliarden Dollar nach einem Gewinn von 572 Millionen im Vorjahr. Die frei handelbaren Aktien des Konzerns fielen am Donnerstag um mehr als zwölf Prozent.

Das zweite wichtige Standbein neben dem Flugzeugbau, die Bahnsparte Bombardier Transportation, die ihre Zentrale in Berlin hat, schrieb dagegen schwarze Zahlen. Der Umsatz des weltgrößten Zugherstellers stieg 2014 im Vergleich zum Vorjahr um 9,7 Prozent auf 9,6 Milliarden Dollar (8,4 Mrd Euro). Der Betriebsgewinn (Ebit) sank von 505 Millionen (2013) auf 429 Millionen Dollar.

dpa

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