Die Frankfurter Volksbank sieht derzeit keinen Grund negative Guthabenzinsen für Sparer einzuführen. Foto: Oliver Stratmann/Symbolbild
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Die Frankfurter Volksbank sieht derzeit keinen Grund negative Guthabenzinsen für Sparer einzuführen. Foto: Oliver Stratmann/Symbolbild

Frankfurter Volksbank: Keine Strafzinsen für Kunden

Frankfurt/Main (dpa) - Die Frankfurter Volksbank will ihre Kunden trotz der anhaltenden Niedrigzinsphase nicht mit Strafzinsen belasten.

Das Institut "erhebt keine negativen Guthabenzinsen und plant derzeit auch nicht, sie einzuführen", betonte die Vorstandsvorsitzende der zweitgrößten deutschen Volksbank, Eva Wunsch-Weber, am Montag in Frankfurt. "Für das klassische Privat- und Firmenkundengeschäft sehe ich die Entwicklung von Negativzinsen gar nicht."

Am Wochenende hatte sich die ING-Diba ähnlich positioniert. "Wir als ING-Diba sind von negativen Zinsen weit entfernt", hatte der Chef von Europas größter Direktbank, Roland Boekhout, der Deutschen Presse-Agentur gesagt. "Wenn die Niedrigzinsphase noch länger anhält, werden mehrere Banken solche Gebühren einführen. Für unser Haus kann ich mir das derzeit nicht vorstellen." Boekhout räumte allerdings ein, es sei schwieriger geworden, Kundengelder anzulegen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) kassiert von Geschäftsbanken derzeit 0,2 Prozent Zinsen, wenn diese über Nacht Geld bei ihr bunkern. Das soll die Banken dazu bewegen, mehr Kredite zu vergeben. Einige Institute geben diese Gebühren an Profi-Anleger weiter.

"Natürlich stellt das Niedrigzinsumfeld jede Bank vor besondere Herausforderungen", stellte Wunsch-Weber fest. Dank eines soliden Geschäftsmodells in einer wirtschaftlich starken Region habe die Volksbank dennoch ihr Vorjahresergebnis übertroffen. Unter dem Strich stand ein Betriebsergebnis nach Bewertung von 100 (Vorjahr: 99,2) Millionen Euro. Das war der zweitbeste Wert in der über 150-jährigen Geschichte des genossenschaftlichen Instituts.

In Sachen Digitalisierung sieht ING-Diba-Chef Boekhout in der Bankenbranche noch erheblichen Nachholbedarf. Die Branche stehe vor einer Revolution: "Mobile Bankgeschäfte und die damit verbundenen Erwartungen der Kunden werden das Bankgeschäft dramatisch verändern." Boekhout ist überzeugt: "Die Digitalisierung des Bankgeschäfts wird auch zu einer Marktbereinigung führen. Der Fusionsdruck wird höher." Die Volksbank will auf die Herausforderung der Digitalisierung nicht mit Filialschließungen reagieren: "In großem Stil haben wir in keiner Weise vor, Geschäftsstellenmaßnahmen zu treffen", sagte Wunsch-Weber. Die Bank hat derzeit 88 Geschäftsstellen und 43 SB-Stellen. Im vergangenen Jahr wurden die vier kleinsten Filialen geschlossen.

Angesprochen auf das Thema Zusammenschlüsse, antwortete Wunsch-Weber, der genossenschaftliche Sektor mit seinen aktuell knapp 1100 Volksbanken sei traditionell immer in Bewegung. Sie betonte für ihr Haus: "Wir führen keine direkten Fusionsgespräche."

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